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Dankeschön für ein großes ehrenamtliches Herz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt Wilstermarsch zeichnet die Wewelsfletherin Antje Giering für ihr vielfältiges Engagement aus

Als sie ihr Engagement begann, war von einer Flüchtlingswelle noch keine Rede. Schon seit mehr als fünf Jahren hilft Antje Giering Menschen aus anderen Ländern, die in Wewelsfleth Zuflucht gefunden haben. Für ihre seit Jahren gelebte Willkommenskultur gab es vom Amt Wilstermarsch jetzt eine Urkunde, Blumen und Wilsteraner Zehner. Amtsvorsteher Helmut Sievers und Bürgermeister Delf Bolten holten die eigentlich schon für den Neujahrsempfang geplante Ehrung gestern nach. Aus gesundheitlichen Gründen hatte die pensionierte Englisch- und Geschichtslehrerin im Januar nicht dabei sein können.

„Das ist für mich die größte Überraschung des Jahres“, freute sich Antje Giering über die Anerkennung für eine Arbeit, die sie eigentlich für selbstverständlich hält. „Wir sind dankbar für die große Unterstützung durch die vielen Helfer“, zollte Helmut Sievers dem ehrenamtlichen Einsatz in vielen Gemeinden höchste Anerkennung. Antje Giering spielte dabei geradezu vorbildlich eine Vorreiterrolle. Sie kümmerte sich um in Wewelsfleth untergekommene Familien aus Weißrussland und aus Indien, startete bei Bedarf auch schon mal eine Unterschriftenaktion und war vor allem für die Kinder da, denen sie bei den ersten Schritten in der Schule und bei den Hausaufgaben zur Seite stand. „Da bin ich inzwischen schon die Oma“, machte sie deutlich, wie sehr sie in diese Familien hineingewachsen ist. „Hier werden Dinge geleistet, die für Behörden unmöglich sind“, weiß der Amtsvorsteher und fügte hinzu: „So viel Willkommenskultur wäre für noch mehr Menschen wünschenswert.“ „Ich arbeite daran“, schmunzelte die 75-Jährige mit dem Hinweis, dass sie stets auch andere Menschen von einer Mithilfe zu überzeugen versucht. Neben ihrem Einsatz als Flüchtlingshelferin engagierte sich Antje Giering, die übrigens auch in Krempe, am Kreisgymnasium in Itzehoe und zuletzt an der Glückstädter Realschule unterrichtet hat, als Schiedsfrau in ihrem Amtsbezirk. Auch als Hundetrainerin hat sie sich insbesondere zur Freude von Bürgermeister Delf Bolten um ihre Heimatgemeinde verdient gemacht.

Angesichts des ungebrochenen Zustroms von Flüchtlingen – aktuell sind im Amt Wilstermarsch knapp 100 untergebracht, bis Jahresende rechnet man mit bis zu 240 – übt Antje Giering allerdings auch Kritik an der Bundesregierung. „Die haben versagt“, meinte sie. Schließlich sei das Thema schon seit vielen Monaten absehbar gewesen. Bei allem Engagement könne man die Last der Arbeit auf Dauer nicht dem Ehrenamt aufbürden. „Klar ist natürlich, dass man den Menschen helfen muss.“ Und das wird Antje Giering auch in Zukunft tun.

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erstellt am 19.Okt.2015 | 17:04 Uhr

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