Hilfe für Pastorenehepaar : Dankbar für große Hilfsbereitschaft

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Nach dem Schwelbrand kann das Pastorat in St. Margarethen vorerst nicht bewohnt werden.

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11. August 2018, 09:00 Uhr

Beim Gang durchs Haus steigt immer noch ein leicht beißender Geruch in die Nase. „Den sind wir jetzt schon gewohnt“, sagt Rosemarie Grulke. Bis vor kurzem konnten sie und ihr Mann Pastor Eckart Grulke nur mit Atemschutzmaske durch die Räume des Pastorats an der Hauptstraße in St. Margarethen gehen. Ausgelöst durch einen Steckdosenbrand war das gesamte Haus dicht verqualmt. Nur durch aufmerksame Steinsetzer auf dem Friedhof gegenüber und Friedhofsgärtner Mathias Schumacker sowie das schnelle Eingreifen der Feuerwehr war ein Großfeuer verhindert worden (wir berichteten). Das Haus ist zurzeit nicht bewohnbar, das Mobiliar hinüber.

Es wird wohl noch Monate dauern, bis Grulkes wieder in ihr Zuhause zurückkehren können. Eine Spezialfirma ist dabei, die Räume zu reinigen. Aber im großen Unglück erlebten Eckart und Rosemarie Grulke eine Welle der Hilfsbereitschaft von Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunden, Dorfbewohnern und Gemeinde – und dafür ist das Ehepaar sehr dankbar.

Der Schreck steht beiden immer noch ins Gesicht geschrieben, wenn sie von dem Unglückstag, dem 23. Juli, erzählen. Beide waren nicht im Haus, als sich der Schwelbrand im Gebäude ausbreitete. Am Morgen hatte Eckart Grulke über eine Mehrfachsteckdosenleiste in seinem Arbeitszimmer zwei E-Bike-Akkus aufgeladen. Die Stecker hatte er gezogen. Die Akkus standen aber noch neben der offenbar defekten Steckdosenleiste, die in Brand geriet. Dabei sind die Akkus mit verbrannt – und der mit Säure versetzte Ruß drang durch alle Ritzen, selbst in geschlossene Schränke und Schubladen.

Wie groß die durch den Schwelbrand entstandene Hitze gewesen sein muss, sieht man allein an dem dem Arbeitszimmer am Ende des Flurs gegenüberliegenden Treppenaufgang. Das Holzgeländer ist schwarz, die Lackierung verschwunden. Das Arbeitszimmer ist natürlich am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus St. Margarethen-Büttel, Brokdorf und Wilster seien aber sehr umsichtig vorgegangen, hätten nicht viel Wasser eingesetzt. Dadurch seien so einige Papiere noch zu retten gewesen. „Die Ordner sind geschmolzen, das Papier kann man noch in Kisten lagern“, so Ekart Grulke. Nicht offen, denn der Brandgeruch bleibt. So könne man bei Bedarf aber wenigstens noch einen Blick reinwerfen.

Einiges ließ sich in den Tagen danach noch retten, Geschirr, Kleidung, ein paar Möbelstücke und sogar einige Fotos. Doch an besagtem Montag sah zunächst alles düster aus. „Wir hatten ja nichts mehr, nur die Kleidung die wir anhatten“, sagt Rosemarie Grulke. Und in dieser Situation gab es so viele helfende Hände. „Inge Nissen hat uns gleich ein Zimmer zur Verfügung gestellt, das sie sonst an Monteure vermietet. “ So seien sie nicht obdachlos gewesen und gleich nebenan komfortabel untergekommen. Und die Wohnungsfrage löste sich ebenfalls schnell. „Erna Rotzoll hat uns angeboten, die Wohnung von der verstorbenen Frau Albrecht zu beziehen.“ Deren Angehörige wollten gerade die Wohnung – auch in der Nachbarschaft gelegen – räumen, und haben alles drin gelassen. „Das war klasse. Es war einfach noch alles da, sogar Zucker und Mehl, Handtücher und Bettwäsche.“

In den Folgetagen gab es sogar noch weitere Wohnungsangebote und in einer konzertierten Aktion wurden bei Inken und Andreas Rotzoll im Garten Wasserschüsseln aufgestellt und viele Menschen halfen, das gesamte Geschirr abzuwaschen, auch das aus der Küche am Gemeindesaal.

Doch für Rosemarie und Eckart Grulke gibt es noch viel zu tun. Auch wenn alles versichert ist, Verlorenes lässt sich nicht immer neu kaufen. Der Pastor hat sein Amtszimmer in der Übergangswohnung, er ist für die Gemeindeglieder per Handy unter 0152 019388680 zu erreichen. Das Kirchen- und Friedhofsbüro für St. Margarethen und Brokdorf ist im Dolling Huus untergebracht, dafür hat Bürgermeister Volker Bolten gesorgt. Geöffnet ist dort dienstags von 9 bis 11 und freitags von 8.45 bis 11.45 Uhr.

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