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Dammfleth rückt in den Fokus von Gewerbetreibenden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Die auch weiterhin niedrigen Steuern in Dammfleth wecken offenbar Begehrlichkeiten bei Gewerbetreibenden. Wie Bürgermeister Delf Sievers auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung mitteilte, lägen ihm gleich mehrere konkrete Anfragen von Unternehmern vor, die auf der Suche nach Gewerbeflächen seien. „Es handelt sich auch um Betriebe aus einer Gemeinde, die ihren Gewerbesteuersatz ein wenig angehoben hat“, sagte Sievers weiter. Den Namen der Gemeinde nannte er nicht, es könnte sich aber um den Nachbarort handeln. Im angrenzenden Brokdorf wurden die Gewerbesteuern nämlich gerade mehr als verdoppelt und erreichen mit einem Hebesatz von 750 Prozent ein landesweites Rekordniveau. Laut Kämmerei in der Amtsverwaltung Wilstermarsch gibt es aktuell 20 bis 30 Betriebe und Unternehmen, die dort der Pflicht zur Zahlung von Gewerbesteuern unterliegen.

Delf Sievers konnte bei den genannten Anfragen allerdings erst einmal nicht weiterhelfen. Ausgewiesene Gewerbeflächen gibt es in Dammfleth keine. Der Bürgermeister wies allerdings auf eventuell zum Verkauf stehende Resthöfe hin. Inwieweit hier allerdings eine Umnutzung von Landwirtschaft zu Handwerk, Handel oder Dienstleistung möglich ist, müsste dann noch geprüft werden.

In jedem Fall herrschen auch im neuen Jahr für Zahler von Kommunalsteuern in Dammfleth vergleichsweise paradiesische Verhältnisse. Der Gewerbesteuersatz bleibt unverändert bei 290 von Hundert und liegt damit als einziger in den Wilstermarschgemeinden unter 300.

Zu verdanken hat die Gemeinde dies einer guten Haushaltslage. So wies die Bilanz für das Jahr 2014 ein Geldvermögen von rund 940  000 Euro aus. Hinzu kommt eine halbe Million Euro, die in Wertpapieren angelegt sind.

Keine Veränderungen gibt es daher auch bei den Grundsteuern. Sievers: „Es war immer unser Ziel, die Steuern für unsere Einwohner so niedrig wie möglich zu halten.“ Das gilt weiterhin auch für die örtlichen Hundesteuern. Zwölf Euro pro Jahr werden für den ersten Hund, 18 Euro für den zweiten und jeweils 30 Euro für jeden weiteren Vierbeiner fällig. Der niedrige Steuersatz führt kurioserweise allerdings dazu, dass Besitzer von als gefährlichen eingestuften Hunden künftig günstiger wegkommen. Nach einem Gerichtsurteil dürfen die Sätze für „Beißer“ nämlich nicht mehr als das 20-fache des Satzes für einen normalen Hund betragen. Folge: Für gefährliche Hunde werden ab 2016 nur noch 240 Euro im Jahr fällig – statt 660 wie bisher.

Bislang war Delf Sievers davon ausgegangen, dass es innerhalb der Grenzen seiner Gemeinden gar keine gefährlichen Hunde gibt. Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck warf allerdings ein, dass er gerade einen Vierbeiner in die Kategorie gefährlich eingestuft habe. Allerdings laufe hier noch das Widerspruchsverfahren, weil der Hundebesitzer die Situation anders beurteile. Am Ende könnte sogar noch der Klageweg stehen. „Ob gefährlich oder nicht: Das haben wir nicht zu entscheiden“, schloss Bürgermeister Sievers.

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