zur Navigation springen

Klinikum Itzehoe : Damit kleine Patienten wieder lachen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Als Klinikclown Krümel sorgt Sozialpädagogin Diana Lipp seit vielen Jahren für gute Stimmung auf der Kinderstation des Klinikums.

von
erstellt am 25.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Knapp fünf Minuten dauert es, bis sich ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht des neunjährigen Finn aus Hohenaspe zeigt. Selbstverständlich ist das nicht. Finn liegt auf der Kinderstation des Klinikums Itzehoe. Hell und warm wirkt die auf den Besucher. Bunte Bilder zieren die Wände. Ganz vertreiben können sie die Krankenhaus-Atmosphäre aber nicht. Finn steht eine Magenspiegelung bevor. Kurz vor Weihnachten. Was schon jedem Erwachsenen gründlich die Laune verderben würde, ist für Kinder besonders hart. „Natürlich ist er beunruhigt“, sagt Finns Mutter Mirjam Stieper.

Die Sorgen und Ängste für einen Moment zu vertreiben, ist die Mission von Klinikclown Krümel. Dessen Fröhlichkeit ist ansteckender als jede Krankheit, und spätestens, als der Clown an Finns Bettkante die ersten Zaubertricks auspackt, hat er die volle Aufmerksamkeit des Jungen. Dass die Zauberei nicht gleich gelingt – ob absichtlich oder nicht, bleibt Krümels Geheimnis – spielt keine Rolle. Finn ist nicht mehr im Krankenzimmer, sondern in einer eigenen, bunten und fröhlichen Welt. Krümels Welt.

Hinter der roten Nase und den bunten Klamotten, mit Schuhen Größe 56, buntem Koffer und Gitarre, steckt Sozialpädagogin Diana Lipp. Die Glückstädterin, im Hauptberuf Leiterin des Kindergartens in Herzhorn, ist seit 14 Jahren als Klinikclown im Itzehoer Krankenhaus unterwegs. Immer dienstags für ein paar Stunden besucht sie die Kinderstation. Wichtigste Grundregel für Krümel: Im Mittelpunkt stehen immer die kleinen Patienten. „Ich spule keine Show ab, ich habe kein festes Programm“, sagt Lipp. Als Klinikclown macht sie Vorschläge, Angebote. Was dann passiert, ist immer ein wenig anders.

Während ihres Studiums wurde Lipp auf die Idee eines Klinikclowns aufmerksam. Schnell war ihr klar: „Das will ich auch machen.“ Sie absolvierte Seminare, besuchte eine Clownschule in Hannover. Und stellte sich dann beim Ärztlichen Direktor des Klinikums vor – als Krümel in voller Kostümierung. „Der arme Mann war zunächst ein wenig geflasht, glaube ich. Dann hat er aber schnell zugestimmt.“

Der heutige Chefarzt der Kinderstation, Georg Hillebrand, ist von Krümels positiver Wirkung überzeugt. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben. Ich bin mir sicher, dass wir eine sehr gute medizinische Versorgung für Kinder bieten, aber das allein ist nicht alles“, sagt er. „Für eine optimale Heilung spielt auch das Wohlfühlen eine Rolle, und da leistet unter anderem Krümel wertvolle Arbeit.“ Die muss allerdings extra finanziert werden, denn Clown-Besuche übernehmen bisher nicht die Krankenkassen. In Itzehoe trägt die Nachsorgeorganisation Bunter Kreis die Arbeit des Klinikclowns. Und immer wieder unterstützen Spender dieses Angebot, zuletzt die Aktiven Stadtfrauen mit 700 Euro, die im Laufe des Jahres bei den vielfältigen Veranstaltungen des Vereins gesammelt worden waren.

Diana Lipp ist froh, dass bisher immer genug Spenden zusammenkamen. „Für mich ist die Arbeit im Klinikum sehr erfüllend.“ Sie sei auch nach vielen Jahren immer wieder überrascht, was für „starke Persönlichkeiten“ sie als Krümel treffe. Kinder, die nicht selten bereits eine lange Krankengeschichte hinter sich haben. Bei ihr sei da schon mal die eine oder andere Träne geflossen, wenn sie direkt mit einem schweren Schicksal konfrontiert wurde. „Aber erst, wenn ich das Kostüm abgelegt hatte und nicht mehr in der Rolle steckte.“ Denn für Krümel ist das alles kein Problem. Der ist immer fröhlich – „und genauso muss es auch sein“.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen