Oelixdorfer Lustgilde : Damenwahl und saures Bier

Mitglieder und Ehrengäste feierten das Jubiläum der „Oelixdorfer Lustgilde“ (von links): Thies Möller, Hermann Voß (Ältermann/Vorsitzender), Yvonne Runge und Benjamin Kowynia (Königspaar 2013), Jörgen Heuberger (Bürgermeister Oelixdorf und Amtsvorsteher), Wolfgang Dörner (Ältermann der Kremper Stadtgilde), Gerd Martens (Bürgerschützengilde Wilster).   Hinz 
1 von 2
Mitglieder und Ehrengäste feierten das Jubiläum der „Oelixdorfer Lustgilde“ (von links): Thies Möller, Hermann Voß (Ältermann/Vorsitzender), Yvonne Runge und Benjamin Kowynia (Königspaar 2013), Jörgen Heuberger (Bürgermeister Oelixdorf und Amtsvorsteher), Wolfgang Dörner (Ältermann der Kremper Stadtgilde), Gerd Martens (Bürgerschützengilde Wilster). Hinz 

Die Oelixdorfer Lustgilde hat mit vielen Gästen ihr 475-jähriges Bestehen gefeiert.

shz.de von
17. Juni 2014, 04:45 Uhr

Jubiläum in Oelixdorf: Seit 475 Jahren gibt es die Oelixdorfer Lustgilde von 1539“. Der Ablauf der Feier im Jubiläumsjahr folgte zwar dem traditionellen Ritual, wurde aber zu einem besonderen Ereignis für die Teilnehmer.

Beim Festkommers würdigten die Ehrengäste das Wirken der Gilde für das Dorf und die Gemeinschaft. Gemeinsam gedachten die Teilnehmer deshalb zunächst Otto Graf zu Rantzau, der die Gilde 1952 wieder ins Leben gerufen hatte. Anwesend war auch sein Sohn Breido Graf zu Rantzau, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte. „Ich hätte mir gewünscht, dass ich schon früher wieder zur Gilde gekommen wäre“, sagte er.

Als stellvertretender Kreispräsident blickte Volker Susemihl auf die Geschichte zurück und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Festzeitschrift. „Es gilt, Tradition zu bewahren, denn viele sind schon in Vergessenheit geraten“, sagte er. „Danke, dass sie hier so konsequent aufrecht erhalten wird.“ Für ihre Arbeit im Dorf dankte Bürgermeister und Amtsvorsteher Jörgen Heuberger den Mitgliedern: „Ihr sorgt für unseren Zusammenhalt.“

Lothar von Borstel, Bürgermeister des benachbarten Schlotfeld, das früher im Oelixdorfer Gilderecht integriert war, betonte: „Ihr könnt unser Dorf gerne wieder mit einbinden in eure Veranstaltungen.“

Daran, dass fast alle Gilden den gleichen Ursprung haben, erinnerte Wolfgang Dörner, Ältermann der Kremper Stadtgilde – nämlich, sich gegenseitig zu helfen und über das Versicherungwesen hinaus den gesellschaftlichen und kulturellen Charakter aufrecht zu erhalten. „Da sind sich alle Gilden sehr ähnlich.“

Gerd Martens von der Bürgerschützengilde Wilster zitiert den Spruch aus dem Jahre 1939: „Jungs, hold fast“ („Jungs, haltet fest“), der Leitspruch der letzten Gilde vor dem Krieg. „Das wird sich auch heute wieder zugerufen!“

Erstmals gab es bei der Hauptversammlung auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft: 50 Jahre Jochen Kahl, Günter Radzuweit. Bei den Wahlen wurden die Achtmänner (Beisitzer) Thies Möller, Rainer Gosau und Wolfgang Beermann im Amt bestätigt.

Im Anschluss an den Kommers folgte das Fest dem fest gelegten Verlauf, der auch im Jubiläumsjahr nicht geändert wurde.Die Damen der Gilde hatten wieder Kränze gebunden, die „Schaffer“ (Helfer) hatten den Saal geschmückt. Bei bei Live-Musik herrschte dann den ganzen Abend Damenwahl. Nach altem Brauch gab es bis Sonnenuntergang beim „Beerprövabend“ Freibier, das Gildebier wurde in alten Zinnkrügen getestet. Dass das Hamburger Bier früher auf dem Weg nach Oelixdorf sauer geworden ist, imitierten die Mitglieder nun durch einige Spritzer Zitrone in den süffigen Gerstensaft, der zur Live-Musik bei Damenwahl ausgeschenkt wurde.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen