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Itzehoe : Dachstuhlbrand in Doppelhaus - Hoher Schaden

vom

Für einige Bewohner in Itzehoe fängt das Jahr unglücklich an: Der Dachstuhl eines Doppelhauses brennt – zwei Feuerwehren bekämpfen das Feuer.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 13:57 Uhr

Itzehoe | Den Beginn seiner Amtszeit hätte sich der neue Wehrführer gern anders gewünscht: Am Montagvormittag stapft Mark Bollhardt vor einer brennenden Doppelhaushälfte im Bocksberg auf und ab und koordiniert bereits seinen dritten Einsatz seit er zum Jahreswechsel die Wehrführung übernommen hat. „Laubenbrand, Verkehrsunfall, jetzt Dachstuhlbrand – da ist alles mit dabei“, sagt Bollhardt.

Was am Montag auf seinem Melder zunächst als Standardfeuer tituliert wird, stellt sich schnell als Großfeuer heraus. „Wir konnten das Feuer schon aus der Ferne sehen. Als wir ankamen schlugen schon Rauch und Flammen aus dem hinteren Teil des Daches“, sagt der Wehrführer. „Es hieß zuerst, dass noch eine Person im Haus sei“, so Bollhardt weiter. „Deshalb haben wir zwei Trupps gebildet – einen zur Menschenrettung und einen zur Brandbekämpfung.“

Schnell erkennen die Retter, dass sie so nicht weiterkommen. Sie brechen den Einsatz im Haus vorerst ab, weil Teile der Holzdecke einstürzen. „Wir haben von außen weitergelöscht – und mittels der Drehleiter von oben“, sagt Bollhardt. Die Retter tragen einzelne Dachziegel ab, schlagen Fenster im Obergeschoss ein. Über den Dachboden des Nachbarhauses versuchen sie ebenfalls an den Brandherd im Obergeschoss heran zu kommen. Bis zum Mittag dauern die Löscharbeiten. Am Ende finden die Retter keine Person. Die Doppelhaushälfte wird vollständig zerstört. Die Brandursache und die Schadenhöhe sind noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Bei den Löscharbeiten müssen die Retter auf das Drehleiterfahrzeug aus Edendorf zurückgreifen, da die Drehleiter aus der Hauptwache noch in der Nacht in Lägerdorf im Einsatz war. Teile der Drehleiter waren durch das Löschwasser eingefroren und in Mitleidenschaft gezogen. „Die Kameraden waren gerade damit beschäftigt, die Drehleiter zu warten als der neue Einsatz kam“, sagt Bollhardt, der insgesamt 65 Feuerwehrleute und 13 Fahrzeuge im Einsatz hat. Denn auch die Feuerwehr Oelixdorf rückt mit Atemschutzträgern an. „Bei der Kälte ist es wichtig, dass wir möglichst viele davon haben, denn wir haben überall Brandnester, an die wir schwer herankommen“, so Bollhardt. So könnten die Löschtrupps immer wieder ausgetauscht werden.

Denn die Kälte macht den Rettern zu schaffen. „Wer mit dem Löschwasser in Berührung kommt, der friert ja quasi fest. Manche haben schon einen Panzer wie Schildkröten“, sagt Bollhardt. Dazu ist es am Einsatzort spiegelglatt, die Retter streuen die Straße ab, um wenigstens einen halbwegs sicheren Stand zu haben.

Die Arbeit für die Feuerwehr dauert den ganzen Tag an: Die durch die Kälte angegriffenen Geräte werden gewartet – und sind wieder einsatzbereit. Genau wie der neue Wehrführer.

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