Cuxhaven-Fähre: Viel zu tun bis zum Start

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Reederei Elb-Link lässt keinen Zweifel am Zeitplan – Am 20. August geht es los

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16. Juli 2015, 13:04 Uhr

Es ist sportlich, was sich Christian Schulz auf die Fahnen geschrieben hat: Am 15. August ist Open Ship einer der beiden Doppelend-Fähren der neuen Linie zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven, am 19. August Eröffnungsfeier der Fährverbindung mit Rahmenprogramm und Schiffstaufe sowie Start der regelmäßigen Verbindung zwischen beiden Städten am 20. August. „Meine Tage sind zurzeit sehr lang“, bestätigt der Geschäftsführer der Cuxhavener Elb-Link Reederei. Doch Schulz lässt keine Zweifel am Zeitplan aufkommen. Bis es losgeht, muss aber der Brunsbütteler Anleger noch ertüchtigt werden.

Was auf niedersächsischer Seite das Land erledigt – ihm gehört der Anleger in Cuxhaven – muss Elb-Link in Brunsbüttel selbst umsetzen. 15 Jahre Stillstand haben ihre Spuren hinterlassen. Steuerungstechnik und Hydraulik müssen überarbeitet werden, die Brücke zur Fähre soll noch eine bewegliche Klappe zum Ausgleich von Schiffsbewegungen erhalten, dann müssen noch Anlegedalben gesetzt werden.

Im Vordergrund steht für Schulz derzeit auch das Akquirieren von Transportunternehmen. Denn Elb-Link will sich als verlässlicher Partner für Logistiker empfehlen. Das könne soweit reichen, dass Lkw an beiden Endpunkten nur Trailer verladen und Zugmaschinen gar nicht übersetzen müssen, sagt Schulz. „Wir können uns nicht zurücklehnen, wir müssen auf die Logistiker zugehen.“ Auch Projektladungen und Spezialtransporte seien denkbar. Schulz: „Das geht in eine andere Richtung als nur Fährbetrieb.“

Speditionen wollten eine hohe Zuverlässigkeit, weiß er. Mit Blick auf das Scheitern der letzten Fähre betont er: „Wir haben die besseren Schiffe.“ Und die seien auch geeignet, die angepeilte Taktung einzuhalten. 70 Minuten dauert die Fahrt auf der Elbe. Jährlich 48  000 Lkw sollen übergesetzt werden. Pkw will Schulz nicht vernachlässigen, aber diese nutzen die Fähre unter anderen Gesichtspunkten als Speditionen.

Angetrieben werden sollen die beiden Schiffe mit Methanol. Das sei umweltfreundlicher als Diesel und vor allem deutlich weniger Preisschwankungen unterworfen. Und, so Schulz, anders als bei Flüssiggas müsse nicht erst eine Tankstation für mehrere Millionen Euro errichtet werden. Vielmehr genüge es, wenn ein Tanklaster vorfahre. Gespräche mit der Total gebe es bereits. Umgestellt werden die Fähren aber nicht gleich zu Beginn.

„Wichtig ist, dass sich die Fähre dauerhaft etablieren kann“, sagt Volker Jahnke von der Egeb-Wirtschaftsförderung. Dazu werde an einem Paket gearbeitet, das etwa eine Fahrradstation beim Brunsbütteler Anleger beinhaltet, eine Ladestation für E-Bikes oder auch eine Einbindung in den Nahverkehr. So sei bereits Interesse geäußert worden, die Schnellbuslinie aus der Schleusenstadt nach Itzehoe im nächsten Jahr mit dem Fährfahrplan zu verknüpfen.

Bürgermeister Stefan Mohrdieck ist davon überzeugt, dass nicht nur Brunsbüttel von der schnellen Route auf der Elbe profitieren werde, sondern die gesamte Region.

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