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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 02:35 Uhr

Poyenberg : Coole Musik und krasse Shows

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Irish Folk Open-Air begeisterte die Fans und überzeugte mit kultiger Atmosphäre.

Coole Musik, krasse Shows, kultige Atmosphäre, außergewöhnliche Fans – es gibt viele Punkte, um das Besondere eines Musikfestivals zu beschreiben. Wer die Besucher des Irish Folk Open-Airs in Poyenberg fragt, hört dagegen immer wieder zwei Worte: familiär und gemütlich. Hinter der Veranstaltung steckt keine durchorganisierte Event-Agentur, kein ausgebufftes Management. Rund um den Bully Club als Veranstalter ist das halbe Dorf auf den Beinen, um die Vorbereitungen und den Aufbau zu wuppen, die Vereine der Region übertreffen sich gegenseitig bei der Kreativität, mit der sie ihre Länder-Stände gestalten. Das Herzblut, das alle in die Veranstaltung stecken, ist auf jedem Quadratmeter des Geländes zu sehen und zu spüren.

„Es ist einfach toll, wie liebevoll jedes Land gestaltet ist“, schwärmt Stefan Kalies aus Bordesholm. „Die ganze Veranstaltung ist nicht so durchgestylt, sondern sehr individuell.“ Auch seine Frau Silke ist beim dritten Besuch immer noch genauso begeistert von der „schönen Atmosphäre“ wie beim ersten Mal. „Es ist einfach so nett und familiär. Wir haben auf dem Campingplatz sogar wieder unsere Nachbarn aus den Vorjahren, ohne das abgesprochen zu haben.“

Für die Besucher aus der Region ist das Open-Air fast wie ein großes Klassentreffen: „Man trifft sehr viele Bekannte hier“, sagt Katharina Schultz aus Itzehoe. Sie kommt mit ihrer Schwester Karen Thies seit 2009 jedes Jahr nach Poyenberg. „Ich mag die Musik und das ganze Drumherum.“ Zudem hat die Veranstaltung eine besondere Bedeutung für sie: Das Open-Air brachte ihr die große Liebe. „Am 13. Juni 2009 haben wir hier Brüderschaft getrunken, das hat uns beide umgehauen“, erzählt sie. Auch bei den Musikern kommt das spezielle Poyenberg-Gefühl gut an. „Es ist echt schön und total herzlich gemacht“, sagt Robin Biesenbach, der in der Band Saltatio Mortis als „Luzi das L.“ auf der Bühne steht. Vorher habe er noch nie etwas von Poyenberg gehört. „Ich bin wirklich überrascht, es gefällt mir total.“ Mit dem Buchen von Salatio Mortis hatte der Bully Club die Pfade des Irish Folk ein wenig verlassen. Die Band ist eher für rockige Auftritte in der Mittelalter-Szene bekannt. Und nicht jeder Folk-Fan zeigte sich im Vorfeld begeistert von der Wahl. Ein bisschen könne er die Skepsis schon verstehen, so Luzi das L. vor der Show. „Aber ich bin guter Dinge und hoffe, dass uns die Besucher eine Chance geben. Man darf doch ruhig mal über den Tellerrand rausschauen – und das Wichtigste ist doch der Spaß an Musik.“

Kaum, dass die Band die Bühne betreten hat, ist klar: Alle Sorgen waren unnötig. Die Bühnenshow mit jeder Menge Feuer ist so bombastisch, dass auch Musiker anderer Bands mit großen Augen an der Seite stehen und mit dem Handy filmen. Saltatio Mortis versteht es, die Massen zu begeistern und hat keinerlei Berührungsängste: Sänger Alea nimmt sogar ein Bad in der Menge.

Und für die Fans der klassischen Folk-Musik gibt es reichlich Ausgleich in den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Pigeons on the Gate, The Kilkennys und The Wakes kommen ebenso gut an wie Sharon Shannon, die einigen jungen Fans auf der Bühne zudem einen unvergesslichen Abend bereitet. Und um zu wissen, dass Rapalje mit ihrer mitreißenden Show längst eine eingeschworene Fangemeinde in Poyenberg haben, genügt ein Blick auf die Kleidung der Besucher: Auffällig viele Rapalje-Fan-Shirts sind zu sehen.

Dass viele der 9500 Besucher auch 2018 wieder dabei sein werden, steht schon fest, als die letzten Töne von Mac Piet, der zur Einstimmung und als Rauswerfer auftritt, noch gar nicht verklungen sind. Schließlich wird am Erfolgsrezept nicht gerührt, wie Stefan Jürgensen, Vorsitzender des Bully Clubs, bei der Begrüßung verspricht: „Wir sind nicht das kleine Wacken, sondern das kleine Poyenberg. Und das werden wir auch bleiben.“  

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