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Cuxhaven-Fähre: : Containertransport ohne Zugmaschine

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Spedition Kruse erprobt seit Wochenbeginn das unbegleitete Fahren von Fracht.

Mittwochmorgen, kurz vor 7 Uhr. Mit Spanngurten am Deck festgezurrt stehen drei Container auf der Fähre. Die Zugmaschinen der Brunsbütteler Spedition F.A. Kruse jun., die sie an Bord der „Anne-Marie“ gebracht haben, sind auf dem Rückweg zur Spedition im Industriegebiet. Die Fähre nimmt die Frachtbehälter auch so mit nach Cuxhaven. Unbegleiteter Transport nennt sich dieses Verfahren, das Spedition und Reederei Elb-Link seit Wochenbeginn erproben. So soll langfristig Personal beim Übersetzen gespart werden, was den Transport günstiger machen kann. In Cuxhaven hat Kruse eine Zugmaschine stationiert, die die Container von Bord holt und nacheinander zum Kunden in Brake bringt. 100 Boxen will die Spedition auf diese Weise über die Elbe bringen.

Dann, nach rund vier Wochen, soll das System soweit rund laufen, dass auch die Fracht anderer Transportunternehmen unbegleitet von Brunsbüttel nach Cuxhaven – oder in umgekehrter Richtung – gelangt.

„Das macht Sinn“, sagt Harald Ertel, Logistik-Chef bei Kruse. „Man kennt das sonst nur von den Skandinavienfähren.“ Aber, fragt er, warum solle das nicht auch über die Elbe möglich sein? Bereits kurz nach Wiederaufnahme der Linie zwischen der Schleusenstadt und Cuxhaven im August vorigen Jahres gab es erste Gepräche mit Elb-Link, wurde diese Form der Zusammenarbeit vereinbart. Läuft alles wie erhofft und erhöht sich auch die Zahl der überzusetzenden Container, soll eine spezielle Zugmaschine an den Anlegern stationiert werden. Dort könnten dann jederzeit per Lkw Container angeliefert werden, die dieser „Truckmaster“ auf die Fähre zieht. Der Shuttle rechne sich, so Ertel, zwischen 10 und 15 Containern.

Er könnte sich sogar vorstellen, dass Kruse die schon unbegleitet in Kiel angelieferten Behälter von Speditionen aus Finnland oder dem Baltikum in Kiel abholt, auf die Fähre Richtung Cuxhaven schleppt und sie von dort aus per Lastzug weiter Richtung Westeuropa oder sogar Großbritannien gebracht werden.

Wichtigstes Kriterium sei die Zuverlässigkeit der Fährverbindung betont Ertel. Wenn der Fahrplan nicht eingehalten werde oder sogar Schiffe ausfielen, dann bleibe der Vorteil dieser Route auf der Strecke. „Gerade für die Lkw-Fahrer ist eine kurze Überfahrt unbedingt nötig.“

Unabhängig von den beiden Elb-Link-Fähren „Anne-Marie“ und „Grete“ nutzt die Brunsbütteler Spedition auch weiterhin die Verbindung zwischen Glückstadt und Wischhafen. Beides habe Vorteile, sagt Harald Ertel. Das jeweilige Ziel auf der anderen Elbseite gebe vor, welche Route die Laster über den Fluss nehmen.

Er ist zufrieden, dass jetzt mit den unbegleiteten Transporten zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven ein Anfang gemacht wurde. „Das Konzept steht, jetzt muss es sich in der Realität bewähren.“ Da gilt es noch einige Stellschrauben zu justieren. So hat das Deckspersonal gestern Morgen beim zweiten Container, den ein Sattelschlepper aufs Lkw-Deck bringt, vergessen, dass die Zugmaschine wieder von Bord muss. Ein bisschen Rangierarbeit wird nötig, dann ist auch dieses Problem erledigt. Die „Anne-Marie“ kann schließlich rechtzeitig ablegen mit Kurs auf Cuxhaven. Wo schon die Kruse-Zugmaschine auf ihre Fracht Richtung Brake wartet.

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erstellt am 17.Mär.2016 | 11:57 Uhr

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