Hafen : Containerschiff „Kappeln“ ist verkauft

Bald wieder auf See: Die Kappeln soll nach den Plänen des neuen Eigentümers künftig wieder Fracht in der Karibik transportieren.
Bald wieder auf See: Die Kappeln soll nach den Plänen des neuen Eigentümers künftig wieder Fracht in der Karibik transportieren.

Lübecker Reederei kauft den seit über sechs Monaten im Glückstädter Außenhafen still gelegten Frachter. Auslaufen ist für März geplant.

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30. Januar 2015, 05:00 Uhr

Sie ist kaum zu übersehen und daher fast schon zu einem maritimen Wahrzeichen der Stadt geworden: Seit mehr als einem halben Jahr prägt die Kappeln das Bild des Hafens. Nun ist das Containerschiff an die Reederei Lubeca Marine Germany aus Lübeck verkauft worden und wird Glückstadt voraussichtlich Mitte März verlassen.

„Es ist richtig, dass wir das Schiff gekauft haben. Wir sind uns mit dem Verkäufer einig“, sagt Max Gottwald, Mitglied der Geschäftsführung von Lubeca Marine, gegenüber unserer Zeitung. „Es sind allerdings noch ein paar Formalia zu klären. Ganz in trocknen Tüchern ist der Verkauf noch nicht.“ Gottwald ist aber zuversichtlich, dass seine Reederei das Schiff Ende Februar als neuer Eigentümer übernehmen zu wird.

Die Kappeln wurde Mitte Juli vergangenen Jahres in den Glückstädter Außenhafen geschleppt. Der Eigner des Schiffes, ein geschlossener Fonds eines bekannten norddeutschen Emissionshauses, hatte kurz zuvor Konkurs angemeldet. Eigentlich sollte das Frachtschiff nur wenige Wochen in Glückstadt „geparkt“ werden. Der zuständige Insolvenzverwalter, der Hamburger Rechtsanwalt Veit Schwierholz, war zunächst zuversichtlich, das Schiff kurze Zeit später veräußern zu können. Es gäbe konkrete Gespräche, hieß es damals. Doch der geplante Verkauf platzte und das 132 Meter lange Schiff mit den auffälligen gelben Kränen blieb auf unbestimmte Zeit stillgelegt im Hafen.

Nun ist mit der Lübecker Reederei Lubeca Marine ein Käufer für die 2004 gebaute Kappeln gefunden. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit 1988 im Reedereigeschäft tätig und betreibt eine Flotte von Mehrzweckfrachtern, die weltweit im Einsatz sind. Über den Kaufpreis für den jüngsten Neuerwerb der Reederei wurde unter den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart.

Lubeca Marine plant das unter der Flagge des Inselstaates Antigua und Barbuda fahrende Schiff in der Karibik einzusetzen. „Die Kappeln ist gut geeignet, um dort Fracht aus kleineren Häfen zu transportieren, weil sie über die eigenen Kräne an Bord verfügt“, erklärt Gottwald. Sie werde deshalb voraussichtlich dort als so genannter „Feeder“, als Zubringer für größere Häfen und Frachtlinien, zukünftig fahren. Diese Aufgabe hatte das Schiff bereits unter dem vorherigen Eigentümer übernommen.

In Glückstadt wird die Kappeln nach Auskunft der neuen Reederei noch für sechs bis sieben Wochen bleiben. „Nach dem der Verkauf vollständig abgewickelt ist, werden wir das Schiff Ende Februar übernehmen“, sagt Gottwald. „Dann brauchen wir etwa zwei bis drei Wochen, um es nach der langen Liegezeit wieder flott zu machen.“ Einige kleinere Arbeiten müssen vor Ort ausgeführt werden. „Auslaufen wird die Kappeln dann voraussichtlich Mitte März.“ Geplant ist anschließend ein Aufenthalt in einem Trockendock einer norddeutschen Werft, denn die Kappeln muss die sogenannte „Klasse“, eine Art Schiffs-TÜV, ablegen. Dieser ist nach zehn Jahren im Betrieb vorgeschrieben, um eine weitere Betriebserlaubnis zu erhalten.

Das Schiff aus dem Hafen zu bekommen, wird, wie schon das Einlaufen, Fingerspitzengefühl erfordern. Mit ihren 132 Metern Länge und 19 Metern Breite ist die Kappeln das größte Schiff, dass bisher in Glückstadt festgemacht hat. Den Hafen verlassen muss sie rückwärts mit Hilfe von Schleppern. Da insbesondere in der Hafeneinfahrt rechts und links kaum Platz bleibt und die Einfahrt im rechten Winkel zur Strömung der Elbe liegt, kann das Manöver nur bei wenig Wind auf dem Scheitelpunkt der Flut durchgeführt werden, wenn das Wasser steht.“

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