Itzehoe : Container für Schüler am Lehmwohld

Finanzielle Großbaustelle für die kommenden Jahre: Die Stadt wird Millionen in die Brandschutzsanierung des Schulzentrums am Lehmwohld stecken müssen.
Finanzielle Großbaustelle für die kommenden Jahre: Die Stadt wird Millionen in die Brandschutzsanierung des Schulzentrums am Lehmwohld stecken müssen.

Während der Bauarbeiten für die Brandschutzsanierung soll der Unterricht in Mobilklassen stattfinden.

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10. Februar 2018, 05:00 Uhr

Massiv wird in den kommenden Jahren am Schulzentrum am Lehmwohld gebaut. Der Brandschutz ist unzureichend. Für rund 12 Millionen Euro sollen die Gebäude saniert werden (wir berichteten). Da auch in Klassenzimmern gearbeitet werden wird, müssen für die Gemeinschaftsschule am Lehmwohld Ausweichräume gefunden werden. Container, sogenannte Mobilklassen, sollen für zwei Jahre als Notbehelf dienen. Kritik daran kommt von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Itzehoe (UWI). Sie hätte lieber die aktuell leere Schule Lübscher Kamp genutzt.

Nach den aktuellen Plänen von Schulamt und städtischem Gebäudemanagement soll nach den Sommerferien 2018 eine zweigeschossige Containeranlage auf dem Schulgelände am Lehmwohld stehen. Sie wird aus 62 Einzelcontainern gebildet, die zu insgesamt zwölf Klassenräumen, vier Toiletten, zwei Fluren und zwei Treppenanlagen zusammengefügt werden. Die gesamte Anlage hat eine Grundfläche von knapp 950 Quadratmetern. Die Kosten für Miete und Montage der Container schätzt die Verwaltung für die geplanten 24 Monate auf rund 360.000 Euro. Hinzu kommen Heiz- und Stromkosten.

Der Bildungsausschuss der Ratsversammlung hat der geplanten Lösung, die in Abstimmung mit der Schulleitung gefunden wurde, bereits zugestimmt. Scharf kritisiert wird die Entscheidung von Ratsherr Hans Emil Lorenz. Der Fraktionsvorsitzende der UWI beklagt, dass eine aus seiner Sicht wirtschaftlichere Alternative nicht ausreichend geprüft wurde: Die leerstehenden Gebäude der ehemaligen Gemeinschaftsschule Lübscher Kamp könnten als Ausweichquartier dienen. Lorenz kommt in einer eigenen Berechnung auf knapp 500.000 Euro für die Containerlösung. Mit eingerechnet sind Mittel für die Leerstandsbewirtschaftung in Wellenkamp. Er sieht ein Einsparpotenzial von 300.000 Euro, wenn stattdessen die alten Schulgebäude in Wellenkamp genutzt würden.

Aus Sicht von Bildungsamtsleiter Andreas Arndt eine unrealistische Rechnung, die unter anderem Kosten für Ertüchtigung und Betrieb in Wellenkamp sowie für einen Buspendelverkehr nicht berücksichtigt. „Unter dem Strich wird die Nutzung der ehemaligen Schule nicht deutlich günstiger“, sagt Arndt.

Diese Frage sei aber gar nicht die entscheidende: Die Schule lehnt den teilweisen Umzug nach Wellenkamp aus pädagogischen und organisatorischen Gründen vehement ab. „Aus unserer Sicht ist das eine Phantomdebatte“, sagt Klaus-André Harz, stellvertretender Schulleiter. Das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule setze auf klassen- und jahrgangsübergreifende Elemente. „Es ist schlicht nicht möglich, einzelne Klassen oder Jahrgänge an anderen Standorten zu unterrichten, ohne deutlich von diesem Konzept abzuweichen.“ Und dies sei rechtlich nicht zulässig. Eltern hätten ihre Kinder schließlich unter diesen Voraussetzungen an der Schule angemeldet. „Deshalb sind wir sehr froh, dass im Bildungsausschuss eine eindeutige Entscheidung zugunsten der Container gefallen ist“, sagt Harz. Am Montag kommt das Thema in der Sitzung des Finanzausschusses ab 17 Uhr erneut zur Sprache.

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