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Zirkus gastiert in Itzehoe : Clown, Kamel und Eisprinzessin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Circus Werona gastiert in der Stadt und bringt neben Schlange Jonathan ein neues Zirkuskonzept mit, inspiriert von einem Disney-Film.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 14:22 Uhr

Georgina Lauenburg wurde in die Zirkuswelt hineingeboren. „Schon mit einem Jahr stand ich auf den Händen meines Vaters in der Manege“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. Sie habe die Show und den Zirkus einfach im Blut. Ursprünglich komme sie aus Ludwigslust bei Schwerin und habe in den „Circus Werona“, mit dem sie nun in Itzehoe gastiert, eingeheiratet. Den Zirkus „Zamunda“ ihrer Familie hat sie deshalb verlassen.

Ihr dreijähriger Sohn Vitali eifere ihr bereits nach, denn er wolle unbedingt ein Clown werden. „Mit seinem Cousin Valentino übt er schon fleißig. Die zwei spucken sich mit Wasser an, bis einer prustet vor Lachen.“ Der fünfjährige Valentino sei der Jüngste, der im Zirkus mitmachen darf. Er hält den Besuchern den Eingang auf und macht den Vorhang hinter ihnen wieder zu. Ob er im Zirkus seine Berufung finde, sei ihm selbst überlassen. Aber laut Lauenburg sei es selten, dass „mal einer was anderes machen möchte“. Zur Schule gehen müssen aber auch Zirkuskinder. Nicht ganz einfach, wenn man ständig auf Reisen ist, berichtet Georgina Lauenburg aus eigener Erfahrung. „Ich habe oft geweint, denn es war nicht immer toll, dort zur Schule gehen zu müssen, wo auch der Zirkus gerade stand. Jede Woche waren es andere Lehrer und Mitschüler. Hatte man einen Freund gefunden, musste man auch schon wieder weg. Immerhin hatten wir im Winter einen festen Standort, wo wir dann auch Freunde wiedertrafen“, erzählt sie. Für sie sei Familie gerade durch diese Erfahrung auch das Allerheiligste. Zu dieser gehören ihr Mann Adriano Lauenburg und ihr Sohn Vitali – und zudem auch acht Kamele, mehrere Pferde, Miniponys und die Riesenschlange Jonathan.

Zwölf weitere Personen wirken im Zirkus mit und reisen durch ganz Deutschland mit, um in der Manege zu glänzen. Einfach sei dieses Leben nicht immer, sagt Georgina Lauenburg und fügt hinzu: „Zirkus ist ein hartes Brot, denn wir sind auf uns alleine gestellt und vom Staat gibt es keine Hilfe. Wir geben unser bestes, aber von Jahr zu Jahr wird es schwerer. Nichtsdestotrotz – wir geben niemals auf.“ Früher sei Zirkus beliebter gewesen, schätzt Lauenburg, aber auch heute finden die Vorführungen ihr Publikum. Finanziell seien es trotzdem schwierige Zeiten, aber auch Wind und Wetter würden den Artisten zu schaffen machen. „Selbst bei brutalem Regen müssen wir das Zelt aufbauen. Vor allem die Ställe müssen stehen. Das hat Priorität, denn die Tiere müssen ins Trockene. Geht es den Tieren nicht gut, dann fühlen wir uns auch schlecht.“

Um das Konzept Zirkus zu erneuern, kam Georgina Lauenburg eine spannende Idee. „Ich sah den Film die Eiskönigin und war hin und weg. Protagonistin Elsa ist eine wunderschöne Figur und die verbunden mit einer Luftakrobatik Nummer musste einfach in die Manege.“

So diente der Film als Inspiration, die Musik wurde eingebaut und Kostüme wurden genäht. Lauenburg selbst, mit ihrer blonden Haarmähne, spielt die Hauptfigur Elsa. Man müsse eben mit der Zeit mitgehen und Neues entdecken, sagt sie. Trotzdem bleibe der Zirkus traditionell und wird neben der Eisköniginnen-Show ergänzt mit klassischem Zirkusprogramm. Es gebe Akrobaten, die am Trapez auftreten, Feuerschlucker, Hullahup- und Ring-Künstler sowie natürlich den Clown, betont Lauenburg und sagt: „Wenn es den nicht geben würde, wäre es auch kein Zirkus. Der gehört einfach dazu.“

Ergänzt werde der Clown eben durch neue, moderne Figuren aus der Disney-Verfilmung. „Wenn der Schneemann Olaf auf die Bühne kommt, flippen die Kinder aus, das ist ein schönes Gefühl, denn unser Lohn ist der Applaus.“ In den Pausen und nach der Show könnten die Besucher auch Fotos mit den Figuren machen. Schlange Jonathan stehe natürlich auch für einen Schnappschuss zur Verfügung, denn sie gehöre genauso zum Zirkus wie der Clown, Kamele und seit einem Jahr die Disney-Figuren.

 

Info: Valentino öffnet den Vorhang des Zirkuszelts auf den Malzmüllerwiesen für Besucher von Donnerstag bis Sonnabend um 16 Uhr, Sonntag bereits um 14 Uhr. Im Parkett zahlen Erwachsene 20, Kinder 10 Euro. Im Sperrsitz kosten Karten für Erwachsene 25, für Kinder 12 Euro. Vorne in der Loge zahlen Erwachsene 30 und Kinder 16 Euro.

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