City-Streife sorgt für Ordnung

Mit vier Personen  ist der Sicherheitsdienst Connect aus Elmshorn an drei Tage in der Elbestadt unterwegs.
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Mit vier Personen ist der Sicherheitsdienst Connect aus Elmshorn an drei Tage in der Elbestadt unterwegs.

Stadt und Polizei sind überzeugt von dem Konzept / Private Streife wird von Freitag bis Sonntag eingesetzt

shz.de von
10. Juli 2012, 07:45 Uhr

Glückstadt | Es sind die kleinen Dinge des alltäglichen Lebens, die Hausbesitzer, Geschäftsinhaber und Spaziergänger ärgern. Und die Stadt unnötig finanziell belasten. Die Rede ist von Lärmbelästigungen auf der Straße, Sachbeschädigungen wie Graffiti-Schmierereien an Hauswänden und Verkehrszeichen sowie zerschlagene Flaschen auf der Straße. Deshalb gibt es in Glückstadt die City-Streife. Mit Erfolg, wie die Statistik der Polizei beweist. Die Anzahl klassischer "Freiluft-Delikte" sei deutlich zurückgegangen.

10 000 Euro hat die Stadtvertretung für die City-Streife in diesem Jahr bereitgestellt. Mit der Hoffnung, dass sich Bürger beteiligen - vor allem Geschäftsleute. Bürgermeister Gerhard Blasberg: "Natürlich ist die Polizei auch weiterhin erster Adressat, wenn es um die Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten geht." Mit der City-Streife gehe darum vorzubeugen. Denn es komme vor, dass die Nachtstreife der Polizei wegen anderer dringender Einsätze erst später am Ort des Geschehens eintreffe.

Auch sind die Täter und Ruhestörer oft schnell weg, wenn der Streifenwagen auftaucht. Vor zwei Jahren haben Vertreter der Stadt und Polizei ein Konzept auf den Weg gebracht, um vorerst in den Wochenend-Nächten solchen alltäglichen Zwischenfällen mit Hilfe eines Security-Dienstes vorbeugend zu begegnen.

"Hierzu wurde in diesem Jahr der Firma Connect-Sicherheitsdienste aus Elmshorn für weite Teile der Glückstädter Innenstadt sowie des Hafenbereiches das Hausrecht übertragen", sagt Connect-Chefs, Alexander Joest. Fallen der City-Streife bei ihrer Kontrolle neuralgischer beziehungsweise publikumsbegehrter Bereiche Störenfriede auf, gehen die Mitarbeiter auf diese zu und versuchen es erst einmal im Guten. "Deeskalation steht bei uns im Vordergrund." Meistens würden Aufklärung und ermahnende Worte reichen.

Sechsmal war dies in diesem Jahr allerdings nicht der Fall und die City-Streife musste durchgreifen. "Sechs Jugendlichen und Jungerwachsenen haben wir ein dreimonatiges Hausverbot abends und nachts für Teile der Innenstadt ausgesprochen", bestätigt Alexander Joest. Weil von zwei Störern ignoriert, laufen gegen zwei Glückstädter inzwischen Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs. Außerdem konnten einige Sachbeschädigungen dank verlässlicher Zeugenaussagen der City-Streife aufgeklärt werden.

Weil dieser Erfolg von dem für die City-Streife zur Verfügung stehenden Geld abhängig ist, setzt Bürgermeister Blasberg insbesondere auf die finanzielle Unterstützung der vom Sicherheitsdienst profitierenden Hauseigentümern, Privatpersonen oder Geschäftsinhabern in der Glückstädter Innenstadt. Diese sind zwischenzeitlich von der Stadtverwaltung auch angeschrieben worden. "Jeder Obolus hilft uns weiter, den sicherlich auch schon von vielen persönlich optisch wahrgenommenen Sicherheitsdienst bis zu den Herbstferien aufrecht halten zu können", lautet die Hoffnung von Gerhard Blasberg.

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