BLOMESCHE WILDNIS : Christian IV. im Vorgarten

Sie rücken König Christian IV. in ihren Mittelpunkt – als Skulptur mit Krone und Elefantenorden (v. l.): Anke und Johannes Schwartkop, Hans-Jürgen und Giesela Meyer sowie Giesela und Werner Saul.
Sie rücken König Christian IV. in ihren Mittelpunkt – als Skulptur mit Krone und Elefantenorden (v. l.): Anke und Johannes Schwartkop, Hans-Jürgen und Giesela Meyer sowie Giesela und Werner Saul.

Sie huldigen dem einstigen König: Fahrradklub der Gemüsebauern schnitzt Skulptur vom dänischen Herrscher

shz.de von
25. März 2017, 08:11 Uhr

Sie sind immer gerne mit dem Fahrrad unterwegs. „Und dabei sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass Glückstadts Stadtgründer Christian IV. ein sehr mutiger Mensch gewesen sein muss“, sagt Giesela Meyer.

Denn – so die Überlegung – wer plant und baut hier auf in der tiefen Marsch schon eine Stadt, deicht sie ein und gibt Menschen damals noch vieler Nationalitäten eine neue Heimat? Die Klubmitglieder wissen als Marschbauern, wovon sie reden und sagen übereinstimmend: „Unsere Bewunderung gilt dem König. Ja, wir sind richtige Fans von ihm.“ Und ihre Bewunderung hat sich jetzt in eine Idee umgesetzt. Die wirkt auf den ersten Blick leicht skurril, hat aber ihren Hintergrund.

Werner Saul schnitzte eine Statue – „Is’ wohl ’n bisschen mager geworden“–, die Christian IV. symbolisieren soll. Mit kupferner Krone und Elefantenorden. Übrigens der zweithöchste Orden Dänemarks, der noch heute verliehen wird. Auf die vier Diamanten, die den Orden im Original schmücken, verzichtete Werner Saul allerdings.

Diese Skulptur setzten jetzt Anke und Johannes Schwartkop, Hans-Jürgen und Giesela Meyer, Giesela und Werner Saul vor dem Eingang des Hauses Meyer am Kremper Rhin in der schweren, matschigen, tiefen Marscherde. „Das soll die Mühe und den Wagemut Christian IV. symbolisieren“, erklärt Giesela Meyer. Und wie es sich gehört, taten dies die Klubmitglieder in historischen Kostümen. So mimten Johannes – dessen Altvordere sich schon im 12. Jahrhundert hier niederließen – und Anke Schwartkop den Reichsgrafen Christian von Pentz – des Königs Schwiegersohn – und dessen Gemahlin Sofia, zweite Tochter von Christian IV. Und so gewandet werden die Meyers, die Schwartkops, Werner und Giesela Saul sowie Uschi und Uli Muthorst auch dem König und Glückstadts Stadtgründung huldigen.

Die Mitglieder des Fahrradklubs fahren jeden Dienstag, Abfahrt ist um 16 Uhr. Dann heißt es „Rauf auf die Räder und die Gegend erkunden“. Lange Strecken sollen nicht zurückgelegt werden; darum auch der sinnige Name des Fahrradklubs: „Nich’ so wiet“. „Ach, wissen Sie, mit der Weite haben wir es nicht so. Vielleicht mal nach Kollmar oder so. Wichtig ist uns immer wat to snacken und ein delikates Picknick“, erzählt Giesela Meyer vom Herzhorner Rhin. Sie hob den Klub vor sechs Jahren aus der Taufe. Auf den Fahrten zeigt der Klub reges Interesse an der heimischen Region; es werden alte Wege erkundet, historische Stätten besucht.

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