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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 13:06 Uhr

Chöre kämpfen um das Überleben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Der Dithmarscher Sängerbund hat in diesem Jahr ein besonderen Geburtstag begangen: Er besteht seit 150 Jahren. Natürlich hat sich in den eineinhalb Jahrhunderten seit der Gründung des Sängerbunds viel geändert. Heute kämpfen viele Chöre um ihr Überleben, dennoch halten die aktiven Sänger an ihrer Tradition fest. „Früher gab in fast jedem Dorf einen Chor, es gab ja auch kein Fernsehen oder Radio, die Freizeitaktivitäten waren eingeschränkt“, gibt Manfred Decher, Vorsitzender der Dithmarscher Sänger, zu bedenken. Mit der Gründung der Sängerbünde, wurde der Austausch der Chöre aktiviert, es wurden Sängerfeste oder –treffen veranstaltet. „Die Tradition der Sängerfeste hat bis heute Bestand, die Chöre proben das ganze Jahr für die Veranstaltung“, erklärt Decher.

Wo 1863 der Dithmarscher Sängerbund gegründet wurde, ist nicht mehr nachvollziehbar, das erste Sängerfest aber fand 1865 in Lunden statt. 1869 hatte der Dithmarscher Sängerbund zehn Chöre. In dieser Zeit wurden in Dithmarschen überall Chöre gegründet, die sich in unterschiedlichen Sängerbünden zusammenschlossen. Einer davon war der Süderdithmarscher Sängerbund, dem Manfred Decher bis von zwei Jahren vorstand. „Wir waren nur noch drei Chöre, da haben wir überlegt, dass es sinnvoller ist, einem anderen Sängerbund beizutreten“, blickt Manfred Decher zurück. Mit dem Dithmarscher Sängerbund wurde sich der Süderdithmarscher Sängerbund 2011 einig und Manfred Decher übernahm auch dort den Vorsitz. Aktiver Sänger ist der Vorsitzende in der Eddelaker Liedertafel, einem Männergesangsverein mit derzeit 23 Aktiven. Das Durchschnittsalter der Liedertafel schätzt Manfred Decher auf 65 Jahre. So sieht es zwar nicht bei allen Chören aus, an Überalterung leiden aber fast alle. „Jüngere Leute bevorzugen meistens andere Musikrichtungen, wie Popmusik oder Gospel“, steht für Decher fest. 1979 kam er aus beruflichen Gründen nach Dithmarschen, wurde in Eddelak sesshaft und trat der Liedertafel bei. Zuvor hatte sich Ehefrau Marlies dem Eddelaker Frauenchor angeschlossen, der mittlerweile das Singen eingestellt hat.

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