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Diskofieber in Itzehoe : Cheyenne Club: Tanzen neben Cowboys

vom

Am 19. Oktober 1959 eröffnete in Aachen die erste Diskothek in Deutschland. In Schleswig-Holstein öffnete der Cheyenne-Club als eine der ersten Diskos 1965 seine Türen. Bis auf den Namen hat sich einiges verändert.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 20:05 Uhr

Itzehoe | Besucher kauften sich ihr Bier an einem Tresen aus dicken Holzbohlen-Brettern, es hingen Petroleumlampen herab, getanzt wurde neben Wandbildern mit Cowboys und Postkutschen: Tanzwütige müssen sich wie im Wilden Westen gefühlt haben, damals im „Cheyenne Club“ in Itzehoe. Die Diskothek ist am 14. Mai 1965 in der Brückenstraße eröffnet worden. Damit zählt sie zu den ältesten Clubs in Schleswig-Holstein.

Mit dieser Zeitungsanzeige wurde die Neueröffnung des Clubs 1965 beworben.
Mit dieser Zeitungsanzeige wurde die Neueröffnung des Clubs 1965 beworben. Foto: privat/Conring
 

„Der Western-Stil war damals Mode“, erinnert sich Eigentümer Jürgen Conring. Er war es, der der Disko damals den Namen gab. Conring verwandelte den ehemaligen Dorfsaal in der Brückenstraße in eine Disko, die vor allem für die Live-Auftritte von Rock-Bands bekannt war. Die Größen der Branche gaben sich bei Conring in den 70ern die Klinke in die Hand. Neben den Rattles, Status Quo und Birth Control spielten auch Mungo Jerry vor 800 begeisterten Fans.

Live on Stage: Mungo Jerry im 'Cheyenne-Club'.
Live on Stage: Mungo Jerry im "Cheyenne-Club". Foto: privat/Conring
 

Uriah Heep rockten auf der Itzehoer Bühne.

Dort, wo früher die Gitarren und Bässe brummten wird heute eine ruhigere Kugel geschoben. Die Disko in der Brückenstraße gibt es nicht mehr. Eine Billardhalle und Bowlingbahn sind dort eingezogen.

Den „Cheyenne Club“ gibt es aber noch. Der Name ist geblieben, der Stil hat sich in den fast 50 Jahren verändert. Bunte Lichter ersetzen die Petroleumlampen, Spiegel die Cowboy-Bilder. Seit 1993 können Tanzwütige am Delfttor die Nacht zum Tag werden lassen.

Am alten Standort gab es zu wenige Parkplätze, deswegen zog Conring mit seiner Disko in das Gewerbegebiet. Das war allerdings nicht die einzige Veränderung: Der Abzug der Bundeswehr, das Rauchverbot und das Internet sorgen für einen Besucherrückgang.

„Früher sind die Jugendlichen drei bis vier Mal die Woche weggegangen, um Freunde zu treffen. Heute treffen sie sich zwei oder drei Mal im Monat“, sagt Conring. Deswegen könne er immer weniger Stammgäste begrüßen.

2011 hat er den Club verkleinert und neu gestaltet. Mittlerweile arbeiten seine drei Söhne mit im Familienunternehmen. Bis 2014 stand Jürgen Conring noch selbst hinterm Tresen. „Ich vermisse es“, gesteht er.  Die Arbeit habe Spaß gemacht aber mit 70 Jahren sei es Zeit, kürzer zu treten.

2011 beim Umbau hingen Kabel in Massen im 'Club'. Jürgen Conring verkleinerte damals die Disko.
2011 beim Umbau hingen Kabel in Massen im "Club". Jürgen Conring verkleinerte damals die Disko. Foto: Hinz
 

Die Liebe zur Musik ist aber geblieben. Und was hört ein Diskotheken-Besitzer eigentlich am liebsten? „Ich höre alles, von Oldies bis zu modernen Stücken. Man wächst mit der Musik.“

 

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