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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 19:09 Uhr

Schulprojekt : Chemie zum Leben erwecken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

MINT-Schüler der Gemeinschaftsschule am Hamberg starten Projekte mit Chemiekonzern Sasol. Partnerschaft soll neues Interesse am Fach wecken.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Langweilige Versuche, Formeln pauken oder das Periodensystem auswendig lernen – Chemie steht bei den Schülern meist nicht auf Platz eins der Lieblingsfächer. Dabei ist die Lehre von den Elementen alles andere als langweilig – findet zumindest Jürgen Peters. Der Chemieexperte ist bei der Firma Sasol in Brunsbüttel für die Ausbildung der Chemielaboranten zuständig und regelmäßig an Schulen in der Region unterwegs, um mit den Klassen verschiedene Projekte durchzuführen. „Man kann Chemie theoretisch tot machen, aber wenn man sie mit spannender Praxis verbindet, kann es ganz schnell Klick machen.“

Der sprichwörtliche Schalter wurde in der Mint-Klasse an der Gemeinschaftsschule am Hamberg schon umgelegt. Seit Juni ist die Klasse Partner des Chemiekonzerns und nimmt seitdem an verschiedenen Aktionen teil. In einem Kosmetik-Projekt haben die Neuntklässler eigene Badekugeln und Cremes hergestellt und herausgefunden, was wirklich in den Tuben und Tiegeln aus dem Badezimmerschrank steckt. Jetzt gehen die Jugendlichen in einem weiteren Projekt dem Geheimnis der Säuren und Laugen auf die Spur. Statt trockener Theorie gab es wieder Beispiele aus dem Alltag. „Wir wollen überprüfen, ob die angegebenen Säuregehalte in Essigessenz, Essiglauge oder Tafelessig auch stimmen“, erklärt Peters.

Titration heißt das Verfahren, bei dem die Schüler in kleinen Gruppen eine Probelösung in einer gezielten chemischen Reaktion mit einer Maßlösung, deren Konzentration genau bekannt ist, umsetzen. Die ermittelten Werte werden anschließend umgerechnet, um sie mit den Werten auf dem Etikett zu vergleichen. „Das schwerste ist, sich nichts über die Hände zu gießen“, findet die 14-jährige Jaqueline. Am besten gefalle ihr an den Versuchen der Bezug zum Alltag. „Das sind alles Sachen, die man ja auch zu Hause hat.“

„Es macht Spaß, hier so viel auszuprobieren“, sagt auch Finn, der zusammen mit seinen Klassenkameraden Jonas und Niko gerade die ermittelten Werte in eine Tabelle einträgt. Für das nötige Hintergrundwissen hatte Chemielehrer Olaf Thode schon in den Wochen zuvor im Unterricht gesorgt. Und dass, obwohl Säuren und Laugen eigentlich nicht auf dem Lehrplan standen. „Das ist eigentlich Stoff für die Oberstufe, aber dank der Versuche verstehen sie schon das meiste“, so der Pädagoge. Die Zusammenarbeit mit Sasol hat für ihn nur Vorteile: „Die Schüler lernen hier Sachen, die sie sonst nicht machen würden.“ Überhaupt komme das Fach an den Schulen zu kurz, findet Jürgen Peters. „Chemie und Naturwissenschaften setzen einfach viel zu spät an. Im besten Fall sollte man schon im Kindergarten damit anfangen.“

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