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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 10:57 Uhr

Krempe : Chaos durch Umleitung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Viele Autofahrer ignorieren Hinweisschilder. Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr will noch nachbessern.

Seit Dienstagmorgen ist die Kremper Umgehungsstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Seither werden die Autos durch Krempe umgeleitet. Sehr zum Verdruss vieler Anwohner. Denn nicht nur die Pkw werden über Wester- und Süderstraße in Richtung Süderau und gen Steinburg gelenkt, sondern auch die Lkw. Eigentlich war angedacht, die schweren Brummis über Elmshorn und Neuendorf in Richtung Glückstadt zu leiten, „doch darauf weist einzig ein Schild auf Höhe der Autobahnabfahrt Elmshorn hin“, sagt Jens Köster. Und viele Lkw-Fahrer würden diesen Hinweis einfach ignorieren und weiter Krempe ansteuern.

Köster sitzt für die Bürgergemeinschaft in der Kremper Ratsversammlung und ist selbst Anwohner der Süderstraße. Früher wohnte er an der Breiten Straße. Noch zu Zeiten, als es die Umgehungsstraße nicht gab und die Brummis allesamt auf dem Weg zur Elbfähre die kleine Marschenstadt durchfuhren. „Seit Dienstag habe ich eine Art Déjà-vu“, sagt Köster in Anspielung auf den Lkw-Verkehr vor seinem Haus. Dort dürften die größeren Brummis eigentlich gar nicht fahren, denn ab der Westerstraße gilt ein Gewichtslimit von 12,5 Tonnen. „Aber daran hält sich hier niemand“, moniert der Kremper.

Er habe schon „mit diversen Verantwortlichen kommuniziert“, um die Situation zu verbessern. Bislang ohne Erfolg. „Einer spielt den Ball dem anderen zu“, sagt Köster. Ähnliche Erfahrungen hat auch Krempes Bürgermeister Volker Haack gemacht: „Seit Dienstag existiert nun die Umleitung durch das Stadtgebiet und anders als vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zugesichert, rollt der ganze Schwerlastverkehr über diese Strecke. Nachfragen beim Ordnungsamt, der Polizei und dem Bauträger, dem Land, führten zu gegenseitigen Schuldzuweisungen und zu keiner Lösung des Problems.“ Nach Kösters Ansicht war schon die Planung der Umgehung „grenzwertig“. Die Stadtvertreter seien „nicht vernünftig eingebunden“ worden, und „auch jetzt wird nur im Schneckentempo auf die Sorgen der Anwohner reagiert“.

Nach Kösters Ansicht gibt es zwei Möglichkeiten, um die Situation zu entschärfen. „Entweder die Polizei kommt ihrer Kontrollpflicht nach und leitet die großen Lkw schon in Steinburg und am Kremper Ortseingang um, oder man verengt hier die Straße so, dass die schweren Lkw gar nicht mehr durchkommen.“ Die letztgenannte Variante funktioniere auf der Hauptstraße Horst-Elmshorn hervorragend. Die aktuelle Situation sei „nicht akzeptabel“ – auch nicht für die Lkw-Fahrer. Die stünden in schöner Regelmäßigkeit mit ihren Brummis vor der 90-Grad-Kurve Ecke Süderstraße/Stiftstraße und würden gewagte Rangiermanöver vollziehen, um überhaupt weiterzukommen. „Ein Unding“, sagt Köster, der auf eine schnelle Neuregelung hofft.

Die Beschwerden sind auch bei Kai-Uwe Schacht, Leiter der Itzehoer Niederlassung des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr, angekommen. „Wir werden nachbessern und die Umleitungen verdeutlichen“, sagt er auf Anfrage. Dies gelte für Krempe, aber für den Verkehr, der von Glückstadt komme.

Wie berichtet, verzögerten sich die Bauarbeiten, weil das Stahlbauunternehmen Butzkies Einspruch gegen die Baupläne erhoben hatte. Da in einem Abschnitt saniert werden sollte, wären große Lkw, die Butzkies beliefern, nicht durch die engen Kremper Straßen gekommen. Der Landesbetrieb musste nachbessern: Jetzt wird in drei Abschnitten gebaut, so dass jederzeit der Lieferverkehr gewährleistet wird. „Dies hätte man von vornherein machen können“, so Schacht. Angedacht sei jedoch gewesen, dass der Lieferverkehr durch die Baustelle fahre. Dies sei dann jedoch nicht gegangen. Ob sich das 900  000 Euro teure Bauprojekt aufgrund der Verzögerungen verteuert, konnte Schacht noch nicht sagen. Voraussichtlich am 23. Juni soll die Sanierung enden.

Sichergestellt hat der Landesbetrieb in letzter Minute auch noch die Landtagswahl in Grevenkop. Denn nach der Einzäunung der Baustelle im Einmündungsbereich L 112/L119 gab es keine Zuwegung mehr zum Feuerwehrhaus, das sich in dem Bereich befindet. Dort soll Sonntag gewählt werden. Nachdem Bürgermeister Hans-Otto Schröder bei der Behörde nachdrücklich auf dieses Problem hingewiesen hatte, rückten Donnerstag Radlager und Bagger an und schafften einen Durchbruch in einem Erdwall. „Die Wahl findet somit wie geplant statt“, sagt der Bürgermeister. Vorsorglich sind die Grevenkoper noch mit einem Handzettel, der kurzfristig an alle Haushalte verteilt wurde, auf den neuen Zugang hingewiesen worden.

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