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Norddeutsche Rundschau

18. November 2017 | 20:46 Uhr

FörderProgramm : Chancen für die Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Teilnahme Itzehoes am Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ könnte Millionen Euro für geplante Projekte bringen.

von
erstellt am 24.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Die Vorbereitungen liefen etwas holprig – doch das Ergebnis könnte ein Gewinn für die Stadt sein: Sollte der Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ erfolgreich sein, könnten bis 2024 rund 9,5 Millionen Euro in die Innenstadt investiert werden, gefördert mit zwei Dritteln von Bund und Land. Bauamtsleiterin Bettina Bühse und Wirtschaftsförderer Thomas Carstens brachen im Finanz- und im Stadtentwicklungsausschuss eine Lanze für das Programm.

„Wir sehen es als Chance für die Stadt“, sagte Bühse. Es ließe sich damit eine positive Entwicklung in der Innenstadt anschieben. „Wir hätten die Möglichkeit, Geld vom Land und Bund zu bekommen für Dinge, die wir sowieso bezahlen müssen, zum Beispiel das Stadtmanagement oder das Leerstandsmanagement. Das ist eine Chance, die sich Städte in der heutigen Zeit nicht entgehen lassen sollten“, betonte sie. Thomas Carstens fügte als weitere Beispiele die Umgestaltung des La-Couronne-Platzes und des Theaterumfelds an. „Wenn wir das angehen wollen, hätten wir mit dem Programm am Ende nur ein Drittel der Kosten zu tragen – ohne Programm die vollen Kosten.“ Attraktive, lebendige Zentren seien auch ein Standortfaktor, betonte er. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel sei das wichtig. „Wenn wir wollen, dass Menschen ihre Heimat hier finden, müssen wir ihnen auch lebendige Zentren anbieten.“

Sowohl Bühse als auch Carstens betonten, dass die konkreten Maßnahmen, die angepackt werden sollen, erst noch genau definiert werden müssen – falls denn die Stadt überhaupt für das Programm ausgewählt wird. Die Projekte, die im Antrag aufgeführt werden, seien „Platzhalter“, Änderungen seien natürlich noch möglich – die Politik habe das letzte Wort.

Drei Handlungsschwerpunkte werden im Antrag genannt:

> Qualifizierung des Einzelhandels und Nutzungsvielfalt: Dazu gehören die Qualifizierung und Erweiterung des Versorgungsangebots, der Rückbau von Einzelhandelsflächen, die Revitalisierung von leerstehenden Gebäuden, die Optimierung und Vernetzung sozialinfrastruktureller und kultureller Einrichtungen sowie die Erweiterung des Kultur- und Freizeitangebots.

> Stärkung der Wohnfunktion: Darunter fällt die Sicherung und Qualifizierung vorhandenen Wohnungsbestands, die Schaffung von zielgruppenspezifischen Wohnangeboten und Sonderwohnformen und die Aufwertung des Wohnumfelds.

> Stärkung der örtlichen Zentralfunktion: Neben der Aufwertung des öffentlichen Raumes, insbesondere der Fußgängerzone, der Stärkung der Aufenthaltsqualität und der Modernisierung und dem Erhalt stadtbildprägender Gebäude wird darunter auch die Verbesserung der Verkehrssituation genannt.

Mit dem Inhalt hatten die Politiker weniger Probleme als mit dem Ablauf. Weil die Aufforderung des Landes, dass Itzehoe sich bewerben soll, spät kam, wurde die Politik erst im Nachhinein informiert. An einer Bereisung mit dem Innenministerium war außer dem Bauausschuss-Vorsitzenden Sönke Doll (SPD) kein Politiker beteiligt. Das stieß auf Kritik, mehr Transparenz wurde gefordert.

Auch mit Blick auf die Eigenbeteiligung der Stadt an den Kosten äußerten einige Ausschussmitglieder Skepsis. Sorgen, dass durch das neue Programm andere Projekte wie der Stadtumbau West mit der Sanierung östlich der Hindenburgstraße leiden könnten, entkräftete Bettina Bühse: „Das sind völlig eigenständige Programme.“ Und es müssten auch nicht zwingend immer alle beantragten Mittel abgerufen werden.

Ob die Politik in der Ratsversammlung im Mai das nachträgliche Okay gibt, soll nun in den Fraktionen beraten werden. Die CDU werde „positiv in die Beratungen hinein gehen“, kündigte Heinz Köhnke an. „Die Verwaltung hat exakt, sauber und schnell gehandelt“, lobte er. „Man muss rechtzeitig die Hand hochhalten in Kiel und sagen: ‚Wir wollen dabei sein‘.“

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