zur Navigation springen

Kreishausdebatte : CDU und Piraten bringen Alsen-Gelände als Standort wieder ins Gespräch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kosten für einen Neubau an der Viktoriastraße in Itzehoe belaufen sich nach Schätzung der Bauverwaltung auf mindestens 36 Millionen Euro. CDU und Piraten wollen nun weitere Optionen prüfen.

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 05:09 Uhr

Wo werden die knapp 400 Mitarbeiter der Kreisverwaltung in Zukunft arbeiten? Seit Mittwochabend ist diese Frage wieder offen: Mit dem Auftrag an die Verwaltung, eine aktualisierte Kostenschätzung für einen Neubau des Kreishauses auf dem Alsengelände vorzulegen, haben CDU und Piraten im Kreisbauausschuss die eigentlich Mitte 2015 vom Kreistag abgelehnte Variante eines Neubaus „auf der grünen Wiese“ wieder ins Gespräch gebracht.

Zuvor hatte Kreisbauamtsleiterin Daniela Immich dem Ausschuss den aktuellen Stand der Planungen zur sogenannten „Quartierslösung“ vorgestellt. Aus den Ergebnissen des städtebaulichen Ideenwettbewerbs und der anschließenden Workshops mit Bürgerbeteiligung im Sommer erstellte eine Lenkungsgruppe der Verwaltung ein vorläufiges Konzept für ein neues Kreishaus an der Viktoriastraße. Es soll als Grundlage für die weitere Bauplanung dienen. Die Lenkungsgruppe favorisiert einen Neubau in Form einer Acht zwischen Bahnhofstraße und Karlstraße. Eine Sanierung des Bollhardtschen Gebäudes und des Bahnhofhotels wurden laut Immich als zu aufwändig verworfen. Jedoch sollen die denkmalgeschützten Fassaden erhalten bleiben, der Neubau dahinter entstehen.

Erstmals nach dem Ideenwettbewerb legte die Verwaltung der Politik eine aktualisierte Kostenschätzung vor. 36 Millionen Euro soll das Projekt demnach kosten. Immich betonte aber mehrfach, wie wenig belastbar die Zahlen im Moment sind. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vor allem zwei große Kostenrisiken in den vorläufigen Plänen lauern: Zum einen ist der Fassadenerhalt, aktuell mit 3,1 Millionen veranschlagt, bisher erst rudimentär technisch geprüft worden. Auf Nachfrage wollte Immich auch Kosten von 7,5 Millionen Euro und mehr nicht ausschließen. Die Schätzung sei in diesem Punkt „besonders grob“. Ihm erscheine die jetzige Summe viel zu gering, sagte Ausschussmitglied Marc Ehlers (FDP). „Durch den Fassadenerhalt wird doch die ganze Baumaßnahme viel schwieriger.“ Das sei „definitiv“ so, antwortete Immich.

Zum anderen wurde deutlich, dass das Raumkonzept, das dem aktuellen Entwurf zu Grunde liegt, bisher nur bedingt mit den Mitarbeitern der Verwaltung abgestimmt ist. Personalratschef Franz-Josef Rießelmann machte in der Sitzung deutlich, dass er noch erheblichen Gesprächsbedarf sehe und jetzt nicht sagen könne, ob die Raumplanung ausreichend sei. Auch Daniela Immich bestätigte, dass die Feinplanung des Raumkonzeptes erst im kommenden halben Jahr erfolgen soll. Gleichzeitig betonte Rießelmann die Dringlichkeit eines Neubaus. Die Raumsituation sei in Teilen der Verwaltung prekär.

„Wir verstehen, dass keine Zeit verloren werden darf“, sagte dazu Peter Mohr (CDU). Die aktuelle Planung sei aber als Entscheidungsgrundlage sehr dünn. „Wir wissen nicht, in welches Abenteuer wir uns da begeben“, fügte Heinz Seppmann hinzu. Entsprechend beschloss der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und Piraten sie auch nur „zur Kenntnis“ zu nehmen. Das von der Verwaltung gewünschte „zustimmend“ wurde gestrichen. Gleichzeitig empfahlen die Politiker dem Kreistag aber, grünes Licht für weitere Planung zu geben.

Parallel soll die Verwaltung die Kosten für die Alsen-Variante bis zur Sitzung des Kreistages am 19. Dezember erneut prüfen. Die „böse Absicht“, so diese Variante „durch die Hintertür“ wieder auf die Tagesordnung zu bringen, erkannte darin Rainer Naudiet (SPD). Mehrheitlich hatten CDU und Piraten 2015 für den Bau auf Alsen votiert, konnten sich aber seinerzeit nicht durchsetzen. Die Debatte dürfte am 19. Dezember weitergehen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen