Ausblick 2015 : CDU hofft auf neues Baugebiet

Ehemaliger Baumarkt: Hier soll ab Herbst wieder ein entsprechendes Geschäft öffnen.
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Ehemaliger Baumarkt: Hier soll ab Herbst wieder ein entsprechendes Geschäft öffnen.

Christdemokraten freuen sich auch auf einen neuen Baumarkt. Höhere Steuern werden abgelehnt.

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26. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Politiker müssen demnächst den Haushalt verabschieden. Unsere Zeitung fragt bei den Fraktionen nach, welche Schwerpunkte sie haben. Zudem geht es um einen Ausblick. Heute: die CDU.

Die Bürgermeisterwahl im Herbst ist Thema der nächsten Sitzung der Stadtvertretung. „Wir hätten gerne einen Bürgermeister, der aktiv die Interessen der Stadt vertritt und Impulse setzt“, sagt Stadtvertreter Dr. Hans-Georg Helm in einem Pressegespräch mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Krafft-Erik Rohleder und dem Ortsvorsitzenden Ovid Westermann. Der Kandidat für das Bürgermeisteramt sollte Erfahrungen im öffentlichen Dienst haben – darin sind sich die Christdemokraten einig.

Wichtig sei, so Helm: „Der Bürgermeister sollte Glückstadt als Wohnstadt fördern, den Tourismus und die Wirtschaft.“ Und wichtig sei „ein offenes Ohr für alle“. Ovid Westermann liegt die Wirtschaft am Herzen: „Der Bürgermeister sollte in Richtung Gewerbeansiedlung gehen und den Standort überregional vermarkten.“ Denn darin sind sich alle einig: Vorbehaltlos sollte der Verwaltungschef sich für die neue Elbquerung und die A20 einsetzen und alles für eine gute Bahnanbindung tun.


Neuer Baumarkt im Gewerbegebiet-Süd


Zum Thema Wirtschaft freuen sich die Christdemokraten über gute Nachrichten. Im Gewerbegebiet-Süd soll im Herbst ein Baumarkt eröffnet werden. Dies hätte Frank Schröder, Inhaber von Schröders Bauzentrum aus Itzehoe verkündet. Dem Unternehmer gehört das Gebäudedes ehemaligen Baustoffhandels Baywa. Krafft-Erik Rohleder: „So konkret hatten wir noch nie einen Baumarkt in Aussicht.“

Auch, dass das zehn Hektar große Bahngelände an einen privaten Investor verkauft ist, beschäftigt die CDU. Dort könnte ein Neubaugebiet entstehen. „Die Planung wird demnächst vorgelegt“, sagt Krafft-Erik Rohleder. „Die CDU unterstützt dort eine Wohnbebauung. Es ist eine optimale Lage zur Innenstadt.“ Wenn dort ein Baugebiet entstünde, wäre dies „eine Riesenchance“ für junge Familien. Ovid Westermann sieht auf dem ehemaligen Bahngelände eine Perspektive für ein Mehrgenerationen-Wohnen.

Und Dr. Helm sieht die Bebauung dort als gute Gelegenheit über das Kleingartengelände einen sicheren Schulweg vom Tegelgrund über das Bahngelände bis hin zum Janssenweg anzulegen.

Thema ist auch wieder der Erhalt der Innenstadt als Einzelhandelsstandort, für den sich die CDU seit geraumer Zeit einsetzt. „Wir wollen keinen Einzelhandel auf der grünen Wiese“, stellt Dr. Helm klar.

Und wichtig ist der Union eine gute Bahnanbindung. Klar sei, dass der Halt der Marschbahn – heute fährt auf der Strecke die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) – bestehen bleibt. Rohleder: „Es wäre eine große Katastrophe, wenn die Nord-Ostsee-Bahn in zwei Jahren wegfallen würde.“

Dr. Helm: „Es wäre ein Segen für Glückstadt, wenn der Anschluss an den Hamburger Verkehrsverbund käme.“ Allerdings sieht er als Problem, ob der Kreistag angesichts der Kosten bei einem HVV-Anschluss mitmachen würde. Die Forderung der Piraten, dass die Stadt die Pendler finanziell unterstützen solle, bezeichnet Helm als „Realsatire“. Unabhängig davon: Die Abstimmung der Busse auf die Bahnanschlüsse müsste dringend verbessert werden. Dazu gehört auch: Gerade an den Schulen kämen die Busse nicht durch, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen.


Den richtigen Parkplatz in der Stadt finden


Zur Entwicklung der Stadt gehört für die CDU auch die Docke. Dr. Helm erinnert daran, dass dies Areal eine gefährliche Industriebrache war. „Wir können sie erst fertigstellen, wenn wieder Geld da ist.“ Für Krafft-Erik Rohleder ist klar: „Die kaputten Scheiben dort sollten nicht erneuert werden.“ Positiv bewertet er die Idee, dort einen Stellplatz für Wohnmobilisten einzurichten. Wenn dort nachts Leute schlafen, würde dies vermutlich Vandalismus eindämmen, hofft er.

Den richtigen Parkplatz finden, ist ein Thema, das Krafft-Erik Rohleder jetzt anschiebt: „Wir stellen einen Antrag für ein Parkleitsystem.“ Der Verkehr müsse nur richtig geleitet werden, denn es gäbe grundsätzlich genug Parkplätze in der Stadt. Allerdings würde ein Teil des jetzt öffentlichen Parkplatzes in der Christian-IV-Straße wegfallen. Weil vor der Feuerwache ein Wohnhaus gebaut wird, muss die Feuerwehr auf Stellplätze verzichten und auf den öffentlichen Platz ausweichen. Die Umwidmung kostet die Stadt rund eine halbe Million Euro. Es sei ein Fehler gewesen, die Verträge für den Besitzer des Wohnhauses so abzuschließen.

Der Haushalt ist ein wichtiges Thema in der Sitzung der Stadtvertretung am 29. Januar. Die CDU stellt sich klar gegen eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern. Die Christdemokraten sehen das Haushaltsloch von 1,9 Millionen Euro gelassen. „Nach der früheren Berechnung wäre der Etat ausgeglichen gewesen“, erklärt Rohleder. 1,6 Millionen Euro davon seien alleine Abschreibungen. „Spannend wird es im kommenden Jahr, dann stehen viele Investitionen an.“

Ein großes Lob bekommt Stadtmanager Jingkai Shi von den Christdemokraten. „Er ist sehr rührig“, sagt Dr. Helm. Seine Einstellung sei der CDU zu verdanken, die sich für Shi stark gemacht hätte. Er werde die 400-Jahr-Feier gut vorbereiten, sind sie sich einig. Dr. Helm: „Das wird ein wunderschönes Fest.“

In der Umfrage zum Jahreswechsel in der Glückstädter Fortuna wurde der Wunsch nach einem Kino laut. Die Stadt hat eines im Jugendzentrum, nur keinen Betreiber. „Wir als Stadt können das Kino nicht betreiben“, sagt Dr. Helm. „Ein privates Trägerkonzept würden wir als CDU aber unterstützen.“

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