Verkehsrprojekt in Steinburg : Carsharing-Projekt mit Zukunft

In anderen Gemeinden des Landes sind bereits so genannte Dörpsmobile unterwegs.  Foto: Schindler
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In anderen Gemeinden des Landes sind bereits so genannte Dörpsmobile unterwegs. Foto: Schindler

Bald könnten strombetriebene Gemeinschaftsfahrzeuge durch Steinburger Gemeinden rollen.

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22. April 2018, 10:00 Uhr

„Dörpsmobil SH – wir bewegen das Dorf“ . Dieses landesweite Projekt der Aktivregionen findet immer mehr Anhänger im Land. Was hinter dem elektromobilien Carsharing steckt, erläuterte Werner Schweizer, Bürgermeister in Klixbüll, im Rahmen einer CDU-Veranstaltung in Schenefeld. Die Nordfriesen haben das Erfolgsmodell erfunden, seit 2016 rollt dort ein elektrisch betriebenes Fahrzeug als Dorfmobil.

„Schon im ersten Jahr waren war das Auto kostendeckend unterwegs und benötigte keinerlei Fördergelder mehr“, sagte Schweizer. Im Mai 2016 fährt das Dörpsmobil durch die 1000-Einwohner zählende Gemeinde. Einwohner haben für drei Jahre einen Renault Zoe geleast und dafür einen eigenen Verein gegründet, der 20 Mitglieder zählt. Für eine Gebühr von 3,50 Euro pro Stunde können diese das Fahrzeug nutzen. Ab einer monatlichen Auslastung von 90 Stunden schreibt das Projekt in Klixbüll eine schwarze Null. Sie zahlen dafür einen Monatsbeitrag in Höhe von fünf Euro. Eine Voraussetzung hat die Gemeinde im Vorwege geschaffen: „Für rund 25 000 Euro haben wir neun Elektro-Tanksäulen errichtet“, erklärte Schweizer. Das Modell erfreue sich hoher Beliebtheit bei Jung und Alt. „Die einen können sich entweder noch kein Fahrzeug leisten, die anderen brauchen es nur noch selten“, so Schweizer. Inzwischen gebe es eingespielte Mitfahrgemeinschaften oder auch Fahrdienste von jungen Menschen für ältere Mitbürger. „Damit erhebliche Lücken im öffentlichen Nahverkehr geschlossen werden.“

Die sich anschließende Diskussion mit den Gästen zeigte deutlich, dass es zum Thema Elektromobilität noch Vorbehalte gibt. Dies gilt insbesondere für die Produktion der Batterien der Autos. Hier müsse es auf jeden Fall gelingen, Vorreiter in der Entwicklung leistungsstarker Akkus zu werden, so der Tenor der Gäste, zu denen auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich (MdB) und sein Kollege Heiner Rickers aus dem Landtag gehörten. Am Ende des Abends nutzten einige Besucher sogar die Gelegenheit, eine Runde mit dem von der Fahrschule Kleiner zur Verfügung gestellten Elektro-Fahrzeug zu drehen.

Dass das Dörpsmobil nicht nur in Schenefeld ein Thema ist, machte Olaf Prüß vom Beratungsbüro Region Nord bei der kurz zuvor stattgefundenen Mitgliederversammlung der Aktivregion Steinburg deutlich. Es gebe Überlegungen in mehreren Gemeinden, unter anderem im Amt Krempermarsch, ein Dörpsmobil einzuführen. Notwendig als Träger sei entweder ein Verein, deren Mitglieder dann das Mobil nutzen könnten, oder eine Gemeinde. Dann dürften Gemeinde-Mitarbeiter das Fahrzeug nutzen. „Mit dem Car-Sharing schaffen wir ein besseres Angebot für die Bürger“, warb Prüß.

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