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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 11:33 Uhr

Freizeit : Campingplatz vor ungewisser Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbütteler Badeverein will ein neues Sanitärgebäude errichten – und scheitert bislang an der fehlenden Zustimmung durch das Bauamt.

Erst im April dieses Jahres war es dem Brunsbütteler Badeverein von 1903 gelungen, mit Gisela Piotraschke eine neue Platzwartin für den vom Verein betriebenen Campingplatz „Am Elbdeich“ zu verpflichten. Doch die Sorgen um den Erhalt des idyllischen Platzes sind weiterhin groß.

Bereits seit über sechs Jahren kämpft der 86 Mitglieder zählende Verein um die Möglichkeit, das in die Jahre gekommene Sanitär- und Sozialgebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Das Haus, das schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel hat, wird nicht nur den Ansprüchen der Besucher nicht gerecht, sondern ist in einem Zustand, der lediglich noch Not- und Schönheitsreparaturen zulässt. „Wir haben aufsteigende Feuchtigkeit in den Innenwänden, ein Dach, das jedes Jahr geflickt werden muss, es gibt keine Heizung und regelmäßig müssen wir Verstopfungen in den Abflussrohren beseitigen, die ebenso alt wie das Gebäude sind“, nennt der Vereinsvorsitzende Heiko Johannsen Beispiele, die einen Neubau erforderlich machen.

Geplant hatte die Vereinsführung ein Gebäude in Holzständerbauweise. Neben vier Duschräumen mit WCs, einem Abstell- und Versorgungsraum soll das Gebäude drei einzelne Toiletten sowie einen 25 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum inklusive einer kleinen Küchenecke vorhalten. Die für die Errichtung kalkulierten Baukosten liegen bei 145 000 Euro. Aber, so Johannsen: „Diese Pläne gefielen der städtischen Bauamtschefin nicht, die aufgrund der Nass- und Feuchträume im Gebäude, dem Bauwerk keine lange Lebensdauer zuspricht.“ Zum einen plane der Verein kein Gebäude, das die nächsten hundert Jahre überstehen soll, zum anderen hätten sich Gebäude in Holzbauweise längst bewährt. „Das von der Bauamtschefin vorgeschlagene Backsteingebäude würde mit planerischen Kosten von über 250  000 Euro unser Budget weit überschreiten“, sagt Johannsen.

Mit Hilfe der Wählerinitiative Graue Panther Dithmarschen möchte der Verein sein Anliegen zum wiederholten Male in den Bauausschuss bringen. „Wir möchten kein Geld von der Stadt, sondern erhoffen uns Unterstützung in Form einer Bürgschaft oder Erbpacht, damit wir von der Bank das notwendige Geld für die Errichtung des Gebäudes erhalten. Ferner wünschen wir uns, dass wir die Erlaubnis erhalten, das Gebäude nach unseren Plänen, in Holzständerbauweise errichten zu dürfen“, fasst Heiko Johannsen das an die Verwaltung gerichtete Begehren zusammen. „Wir stehen zu einhundert Prozent hinter den Plänen des Vereins, da wir meinen, dass der Campingplatz ein Stück Brunsbütteler Geschichte ist“, sagt Ratsherr Heinz Zindler (Graue Panther) und ergänzt: „Gäste nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa, den USA und Kanada sind hier jedes Jahr zu Gast. Für uns zählt dieser Platz zu den Aushängeschildern der Schleusenstadt.“ Rolf Diercks, ebenfalls Graue Panther, ergänzt: „Einen Verein, der sich seit mehr als hundert Jahren ehrenamtlich für das Wohl der Stadt einsetzt und ein Ort, der seit vielen Jahrzehnten Menschen aus der Ferne in Brunsbüttel ein zweites Zuhause bietet, lässt man nicht so einfach fallen. Die haben Unterstützung verdient.“

„Seit über zehn Jahren verbringen wir hier unseren Urlaub, weil dieser Platz durch seine Größe und die Lage einen ganz besonderen Charme hat, den wir in dieser Form noch nirgends gefunden haben“, betont Günther Holdt, mit seiner Frau Rose ein Stammgast. Große Ausfahrten unternimmt das Paar aus der dänischen Stadt Tondern nicht. „Spaziergänge entlang des Deiches oder durch die Stadt machen wir schon, doch die meiste Zeit verbringen wir tatsächlich auf dem Campingplatz.“

„Früher gab es hier noch einen kleinen Kiosk, da habe ich immer Bonbons und Eis gekauft“, erinnert sich Astrid Lux aus Gladbeck (Nordrhein-Westfalen) gerne an ihre Kindheit zurück. „In den Sommerferien habe ich immer meine Oma in Brunsbüttel besucht und seit etwas sechs Jahren campe ich mit meinem Mann für zwei bis drei Wochen hier und lasse die eine oder andere Kindheitserinnerung aufleben.“ Heinz Lux ergänzt: „Der Platz ist gemütlich und familiär, zudem bin ich gerne an der See.“ Beide Paare, die von den Sorgen des Vereins erfahren haben, hoffen das dieser seine Pläne umgesetzt bekommt und der Campingplatz „Am Elbdeich“ noch lange erhalten bleibt.

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