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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 11:43 Uhr

Flüchtlinge : Camp Prinovis wird erweitert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Notunterkunft Itzehoe wird von 950 auf 2000 Plätze erweitert

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 11:47 Uhr

Das erste Zelt steht. Mittendrin sorgt Kai Peters dafür, dass der Boden richtig ausgelegt wird. In den kommenden Tagen soll alles fertig sein für die Flüchtlinge im Camp Prinovis. 2000 Menschen können dort gleichzeitig essen. Und die werden in den nächsten Wochen dort eintreffen, denn die Zahl der Bewohner wird verdoppelt: „Anders als bislang werden die Flüchtlinge dabei künftig in Container-Modulen auf dem Gelände der ehemaligen Prinovis-Druckerei untergebracht“, sagt Patrick Tiede, Sprecher des Innenministeriums. „In dem Werksgebäude selbst behält sich das Land weiter einen Puffer von 500 Plätzen für den Notfall vor.“

Camp-Leiter Lars Bessel ist froh darüber, „weil wir notfalls Menschen aus der völlig überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster aufnehmen können, die dort sonst auf Tischen oder Fensterbänken schlafen müssten.“ Und im Camp Prinovis sei es für Familien angenehmer in einem Container mit vier Betten zu schlafen als in einer Halle mit 500 Leuten. Die Räumung habe auch sicherheitstechnische Gründe, die seien aber nicht entscheidend gewesen. „Die Lösung war bislang sub-optimal, wir wollten einen Lagerkoller unter den Bewohnern vermeiden.“ Und noch eines sei klar: „Wohn-Zelte werden auf keinen Fall aufgestellt. Dafür ist auch gar kein Platz mehr, wenn alle Container aufgestellt sind.“

Die Container sind laut Bessel bereits gebaut, die ersten sollen in den kommenden Tagen geliefert und auf den Parkplätzen an der Störfischerstraße aufgebaut werden. Noch muss die Stromversorgung sichergestellt werden, auch Container mit sanitären Anlagen sollen noch geliefert werden. „Wir werden neue Gäste dazu bekommen, werden aber parallel auch die ersten Bewohner aus der Notunterkunft auf die Kommunen weiterverteilen“, sagt Bessel. Er will einen Schlafsaal räumen, in dem jetzt 500 Menschen nächtigen, und dort eine weitere Freizeithalle einrichten. Auch die Sanitärräume und die Kleiderkammer im Gebäude sollen die Flüchtlinge weiter nutzen.

Den ganzen Tag hatten Vertreter des Innenministeriums und der Landespolizei getagt, bevor sie die Entscheidung am Nachmittag öffentlich machten. „Ich bin sehr irritiert, dass ich davon aus einer Presseerklärung erfahren musste“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen. Die Kommunikation des SPD-geführten Innenministeriums ist für den Sozialdemokraten „suboptimal. Wir fühlen uns ein Stück weit alleingelassen.“

Die CDU findet da noch deutlichere Worte: „Die Kommunikation zur Erweiterung der Erstaufnahmeeinrichtung Itzehoe ist ein Desaster“, sagt der Kreisvorsitzende Heiner Rickers. Und die flüchtlingspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Astrid Damerow ergänzt: „Innenminister Studt beweist einmal mehr das Einfühlungsvermögen einer Abrissbirne. Offensichtlich hat er aus seinen bisherigen Fehlleistungen in anderen Kommunen nichts gelernt.“ Innen-Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler (SPD) erneuert unterdessen das Angebot, die gestern abgesagte Bürgerversammlung „zeitnah“ nachzuholen.

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