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Flüchtlinge in SH : Camp Itzehoe: Im April geht es weiter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Vorbereitungen an der Störfischerstraße laufen.

von
erstellt am 30.Jan.2016 | 07:00 Uhr

In dieser Woche kam die Kündigung: Küchenkräfte, die in der Flüchtlingsunterkunft Camp Itzehoe beschäftigt waren, werden nicht mehr gebraucht, auch das Reinigungspersonal ist betroffen. Im Moment zumindest, denn das Camp ist seit Dezember leer. Erst ab April sollen Flüchtlinge in die Container ziehen.

Rund 20 Küchen-Mitarbeiter waren es wohl, die ihre Kündigung bekamen. Eine genaue Aussage gibt es nicht von dem Dienstleister: „Wir sind gegenüber unseren Auftraggebern zur Verschwiegenheit verpflichtet“, erklärte der Geschäftsführer des Münchner Unternehmens auf Anfrage. Eine der Betroffenen versteht den Schritt: „Wir gehen ja nicht arbeiten, die können uns ja nicht bezahlen für gar nichts.“ In diesem Jahr habe sie praktisch noch nicht gearbeitet, deshalb hätten sie und Kollegen mit dem Schritt gerechnet. Jetzt müsse sie sich arbeitslos melden, aber vielleicht nur für kurze Zeit: Es sei gesagt worden, dass die Angestellten zurückgeholt werden, wenn sich das Camp wieder fülle. „Aber sie konnten noch keine Angaben machen, wann es weitergeht.“

Magdalena Drywa schon: „Am 1. April soll die Unterkunft wieder eröffnen“, sagt die Sprecherin des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. Zu diesem Termin suchen auch die Johanniter, die die Unterkunft betreiben, weitere pädagogische Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit, so die Stellenausschreibung. Eine Bestätigung, dass auch die gekündigten Mitarbeiter aus Küche und Reinigungsdienst dann wieder einen Job haben werden, war von keiner Seite zu bekommen.

Zu tun ist im Camp derzeit genug. „Es werden immer noch Container geliefert“, sagt Magdalena Drywa – gerade gestern aus der Türkei. Erdarbeiten für die Versorgung der Container hätten sich durch den Frost verschoben, eine Brandmeldeanlage werde installiert.

Maximal 2000 Flüchtlinge können im Camp Platz finden, im Moment werde für 1000 Menschen geplant, sagt Magdalena Drywa. Nach und nach soll sich das Containerdorf ab April füllen, doch das könne, abhängig vom Zugang, schnell gehen. Aktuell kämen täglich 120 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein , es zahle sich aus, dass im Dezember mit der Verteilung auf die Kreise für Entlastung gesorgt worden sei. So müssten nicht immer alle Betten belegt werden, Familien könnten eigene Räume in den genutzten Unterkünften erhalten.

In den anderen werde die Zeit für notwendige Arbeiten genutzt. Denn auch wenn die Flüchtlingszahlen derzeit relativ niedrig seien, betont die Sprecherin: „Wenn der Zugang weiter so bleibt, haben wir mindestens genau so viele Leute, wie letztes Jahr gekommen sind.“ In der wärmeren Jahreszeit seien mehr Flüchtlinge zu erwarten, doch die Zahlen seien von vielen Faktoren abhängig und nicht ansatzweise zu prognostizieren. „Deshalb“, sagt Magdalena Drywa, „halten wir an den Unterkünften fest, die jetzt leer und nutzlos erscheinen.“

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