Prozess : Burger soll Nichte missbraucht haben

Am  Landgericht in  Itzehoe wird gegen einen Burger wegen sexuellen Missbrauchs verhandelt.
Am Landgericht in Itzehoe wird gegen einen Burger wegen sexuellen Missbrauchs verhandelt.

Gutachter fehlte: Erster Verhandlungstag vor dem Itzehoer Landgericht nach 15 Minuten beendet. Angeklagter schweigt.

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02. November 2013, 08:05 Uhr

Sieben Mal soll sich ein 26-jähriger Burger an zwei Kindern vergangen haben. Die Taten geschahen in drei privaten Wohnungen in Burg. Dreimal soll der seit gestern als Angeklagter vor dem Itzehoer Landgericht stehende Burger von 2012 bis Mai 2013 einen inzwischen zwölfjährigen Jungen, viermal seine 13-jährige Nichte sexuell missbraucht haben. Seit Mai ist der Angeklagte in der geschlossenen Psychiatrie Neustadt untergebracht.

Zwei Wärter begleiteten ihn vor Gericht. In Handschellen führten sie den Mann an seinen Platz, wo ihn der erfahrene Strafverteidiger Ole Baumann aus Brunsbüttel erwartete. Baumann verteidigte den Burger bereits 2007, damals vor dem Meldorfer Schöffengericht. Schon damals war die Nichte sein Opfer, sie war im Januar 2007 sieben Jahre alt.

Diebstahl, Verletzung des Briefgeheimnisses und versuchte schwere Brandstiftung lauteten im damaligen Prozess die weiteren Tatvorwürfe. Schon damals stand der kräftig gebaute Mann, der über einen Intelligenzquotienten von 67 verfügt, als durchschnittlicher Wert wird 100 angegeben, unter Betreuung, war zurzeit des Prozesses in einem Itzehoer Altenheim untergebracht. Amtsrichterin Halina Lindemann verurteilte den damals bereits wegen fünf kleinerer Vorstrafen verurteilten Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen, versuchter schwerer Brandstiftung sowie vier Diebstählen, zwei davon begangen in Tateinheit mit Verletzung des Briefgeheimnisses zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

Zuletzt stand der schwergewichtige Burger am 1. Oktober in einem Strafprozess vor dem Meldorfer Strafrichter Malte Zander – als Zeuge. Auch da begleiteten ihn bereits zwei Wärter, blieben die Handschellen an. 600 Euro Schmerzensgeld sprach ihm Zander bei dem für den Angeklagten, einen 70-jährigen Burger, in einer Einstellung mit Geldauflage mündendem Verfahren zu. Der Rentner hatte dem 26-Jährigen bei einem Trinkgelage in einer Burger Gaststätte am 29. Januar 2013 ein Bierglas an den Hals geschlagen.

Weil Gutachter Professor Dr. Arno Deister (55), Leiter der Psychiatrie Itzehoe, gestern verhindert war, war nach 15 Minuten bereits Schluss. Denn der Gutachter muss ab Eintritt in die Beweisaufnahme dabei sein. Staatsanwältin Stephanie Poensgen verlas die Anklage, der Vorsitzende Richter Eberhard Hülsing belehrte den Angeklagten, dass ein Geständnis, welches den mutmaßlichen Opfern ein erneutes Durchleben der Taten in ihrer Zeugenschaft vor Gericht erspart, sich günstig auf das Strafmaß auswirken würde. Ole Baumann erklärte für seinen Mandanten: „Er macht Angaben zu seiner Person, ansonsten nichts.“ Damit dürften die Kinder beim Fortsetzungstermin am 11. November als Zeugen gehört werden.


>Weitere Verhandlungstage: 11. und 14. November, jeweils um 9 Uhr.

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