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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 14:36 Uhr

Jubiläum : Burg feiert seinen Aussichtsturm

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gäste bringen zum Festakt kuriose Geschenke mit. Der amilientag am Sonnabend ist nur schwach besucht.

100 Jahre Burger Aussichtsturm – in einem Festakt wurde das Jubiläum gefeiert. Weitblick für die besondere Dithmarscher Landschaft biete der Turm, konstatierte Kreispräsident Hans-Harald Böttger und schlug den Bogen zum Waldmuseum: ,,Im Museum wird der innere Horizont erweitert.“

Als Burgs Realschule 1966 Landessieger im Schulwaldwettbewerb wurde, kam dem damaligen Biologielehrer und Konrektor Hellmut Vogel die Idee zum Waldmuseum im Aussichtsturm. ,,Es war eine Win-Win-Situation für alle“, erinnerte sein ältester Sohn Hans-Wilhelm Vogel in seiner Festrede an diesen Einstieg in die Zukunft. Der 58-jährige Hamburger Rechtsanwalt wuchs wie seine jüngeren Geschwister Michael, Wilfried und Anja in Burg auf. Vogels Kinder nahmen bis auf Wilfried am Festakt teil, in dessen Verlauf ihrem am 13.April 1994 im Alter von 67 Jahren verstorbenen Vater posthum der Burger Bürgerpreis angetragen wurde. Hellmut Vogel ist damit nach Inge Hurtienne, Ewald Schröder, Horst Krause und Heiner Jennes der fünfte Bürger, dem diese höchste Auszeichnung des Ortes zuteil wurde.

,,Mein Vater hatte die sinnvolle Gabe, jeden anzusprechen, der über Geldtöpfe zu entscheiden hatte“, erinnerte Rechtsanwalt Vogel. Diese Gabe führte zum 1979 eingeweihten Anbau des Turms, der seither das in der deutschen Museumslandschaft einzigartige Waldmuseum beherbergt. Vogels Nachfolger Jürgen Stieper und seit 2010 Ernst-Otto Pieper setzten den Ausbau des Waldmuseums fort und behielten zugleich die enge Vernetzung mit der heutigen ,,Gemeinschaftsschule am Hamberg“ bei. So sind ein Großteil der jährlich 6000 Besucher Schüler, die hier ein Gespür für die heimische Natur vermittelt bekommen. Vogel unterstrich auch die enge Verbundenheit mit der Gemeinde: ,,Es hat sich als Segen herausgestellt, dass die Gemeinde Burg vor rund 45 Jahren die Trägerschaft übernommen hat.“ So nahm die Gemeinde immer wieder große Summen in die Hand für Erhalt und Ausbau von Turm und Museum, wie vor wenigen Jahren für den Anbau des großen achteckigen Multifunktionsraumes. Vogel nannte das einen Meilenstein, der das Waldmuseum zum Informationszentrum mache.

Natürlich gab es auch Geschenke. Das größte brachte Hans-Wilhelm Vogel mit. Er hatte eines der zwei mal drei Meter großen Aluminiumschilder, die viele Jahre hindurch Schleswig-Holstein als ,,Land der Horizonte“ entlang der Autobahnen auswiesen, ersteigert. Diese Schilder wurden ausgemustert, da sich Schleswig-Holstein jetzt als ,,Der echte Norden“ sieht.

Ein ganz besonderes Geschenk brachten die Brüder Jürgen und Günter Falk mit. Ihr Vater, Zimmermeister Walter Falk, übernahm 1953 die in der Vossallee gelegene Zimmerei von Willi Schlotfeld, dessen Firma 1914 den heutigen Aussichtsturm baute. Im Nachlass des 2006 verstorbenen Vaters fanden die Gebrüder Falk die Originalbauzeichnung von Willi Schlotfeld. Dieses wertvolle Zeitdokument überreichten sie an Bürgermeister Hermann Puck und Waldmuseumsleiter Ernst-Otto Pieper.

Jutta Märtin-Nöhring, Gründerin und Leiterin des eng mit dem Waldmuseum verbundenen Waldkindergartens, brachte Kaffee und Kekse mit, sitzt man doch bei eben diesen öfter beisammen.

War der Festakt mit rund 60 geladenen Gästen gut besucht, so fehlten dem am Sonnabend mit großem Aufwand organisierten Familienfest rund ums Waldmuseum leider die Besucher. Nur schleppend fanden am Ende vielleicht 100 bis 150 Burger und Gäste den Weg zum Waldspielplatz. Dort hatten DRK, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Bürgerverein, Gewerbeverein, MTV, Fremdenverkehrsverein, DLRG, Burg Natur und Seniorenbeirat ein Fest mit vielen Attraktionen auf die Beine gestellt. Allein das DRK kam mit gut 25 Mitgliedern, darunter der Rettungswagen aus St. Michel, die Hundestaffel aus Kellinghusen und die von Chefkoch Uwe Müller vom DRK-Altenhilfezentrum Haus Sonnenschein bediente Gulaschkanone. ,,Ich hätte mir ein paar Gäste mehr gewünscht“, meinte Ernst-Otto Pieper. Doch das nächste Fest naht schon. Am 19. September ab 18 Uhr startet die Museumsnacht.

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