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Glückstadt : Bunter Nachmittag im Sozialkaufhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Interkulturelle Wochen endet mit Tag der Begegnungen / Musik, Tanz, Versteigerung und Präsentationen bei der Awo

Mit einem unterhaltsamen Bühnenprogramm, vielen Informationen, Kunst und einem internationalen Büffet endete die Interkulturelle Woche in Glückstadt. Organisiert von AWO-Projektleiterin Monika Horst, feierten die Besucher einen „Tag der Begegnungen“ im Sozialkaufhaus. Vor allem die Mitarbeiter von Sozialkaufhaus und Tafel hatten viel Zeit und Engagement in die Vorbereitung des Tages investiert. Da wurden Regale und Möbel beiseite geräumt, Bekleidung in Kartons verpackt, um Platz zu schaffen für die vielen Aktionen, die geplant waren. Denn neben Musik und Tanz gab es auch Ausstellungen verschiedener Künstler, und auch die Kulturbrücke hatte ihre schönsten Stücke mitgebracht.

Das beeindruckte auch die offiziellen Gäste, zu denen Bürgermeister Gerhard Blasberg gehörte. Er lobte vor allem die große Initiative, die hier wieder einmal alle zusammen ergriffen hätten. „Vor allem in Zeiten, in denen der Staat nun wohl doch nicht alles im Griff hat, sind wir alle und unsere gemeinsamen Initiativen gefragt“, sagte er angesichts der Flüchtlingsproblematik.

Gerade in Blick auf die aktuelle Situation lobte er ausdrücklich die Arbeit der Tafel und des Sozialkaufhauses und forderte auf, auch die positiven Facetten des Zuzugs von Flüchtlingen zu sehen, die ihre Kunst und Kultur mit ins Land brächten.

Diese Position vertraten durchweg auch die übrigen Redner der Veranstaltung. „Durch den Zuzug aus anderen Ländern wird auch uns die Möglichkeit gegeben, unseren Horizont zu erweitern. Die Awo will hier und heute auch ein weiteres Signal setzen für Vielfalt in unserem Land“, erklärte Dagmar Bez, Geschäftsführerin der Awo Bildung und Arbeit.

Lob für die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialkaufhaus gab es unter anderem von Martin Görtzen, Geschäftsführer des Jobcenters Steinburg. „Wir haben sie bisher gern unterstützt und wollen uns auch in Zukunft weiter engagieren“, versprach er. Auch Rolf Schwanhold vom Glückstädter Service-Club der Lions freute sich über die bisherige Zusammenarbeit unter anderem durch die Nikolausaktion des Clubs, bei der immer Büchergutscheine für Kinder gespendet werden.

Als „kluge Idee mit Signalwirkung für Glückstadt“ bezeichnete Hans-Dieter Kleine, Aufsichtsratsvorsitzender der Awo Bildung und Arbeit den Tag der Begegnungen. Die Migrationsbeauftragte der Stadt, Katharina Schmidt, lobte die gesamte Interkulturelle Woche als eine gelungene Veranstaltungsreihe, die hier ihren tollen Abschluss fände.

Projektleiter für den Kreis Pinneberg der Awo Bildung und Arbeit, Wolfram Gambke, erklärte. „Wir haben heute keine Angst uns zu begegnen, lassen Sie uns zusammen feiern, zusammen spielen und zusammen essen!“ Das war dann auch schon fast der Startschuss für das internationale Büffet, das auf die vielen Gäste wartete. Doch zuvor wurden noch einige Kunstwerke versteigert. Drei Künstler freuten sich, ihre Werke an diesem Tag im Sozialkaufhaus der Öffentlichkeit zeigen zu können.

Und im Laufe der Veranstaltung konnte Monika Horst noch stolz eröffnen, dass der Bürgermeister die Genehmigung erteilt habe, die Bilder, Zeichnungen und Kupferstiche bis Weihnachten im Rathaus weiter auszustellen. Darüber freuten sich dann auch die Künstler Mahmoud Khaldi, Leyla Ebrahimi und Ammar Almawat. Vor allem Letzterer freute sich über diese Chance. Ammar Almawat hatte in Damaskus begonnen, Architektur zu studieren, musste das Studium aber abbrechen, da die Situation in seinem Land für ihn zu gefährlich geworden war. In Deutschland möchte er gern sein Studium wieder aufnehmen und auch zu Ende führen.

Mahmoudi Khaldi stammt aus Syrien und kam 2014 ohne Frau und Kinder nach Deutschland. Er hat unter anderem die Kupferstichtechnik studiert. Seine Werke wurden in Syrien in namhaften Galerien ausgestellt. Eines seiner Bilder wurde am Tag der Begegnungen für 100 Euro versteigert. Es zeigt die Architektur seiner Heimatstadt Aleppo, die zum Teil über 3000 Jahre alt ist, durch den andauernden Krieg aber mittlerweile zerstört ist. Ausgestellt waren außerdem die Bilder von Leyla Ebrahimi, die schon seit vielen Jahren in Deutschland ist. Sie findet hier jedoch keine Arbeit als Künstlerin oder Restaurateurin, weil ihre Papiere zum größten Teil während ihrer Flucht aus dem Iran zurückblieben. Zurzeit arbeitet sie ehrenamtlich als Kunstlehrerin für Kinder.

Versteigert wurde dann noch eine große bunte Decke aus dem Bestand der Kulturbrücke. Diese fand für 120 Euro einen neuen Besitzer. Umrahmt wurde der Tag von musikalischen Einlagen der der Multi-Kulti-Band „The Au Ti“. Zum Titel erklärte Natascha Wetzel: „Au ist das chemische Zeichen für Gold, Ti das für Titanium. Wir dachten die beiden bedeutendsten Elemente, die es zurzeit gibt, wären ein guter Name für unsere multikulturelle Band.“ Auf der Bühne traten außerdem die beiden orientalischen Tänzerinnen Zahra Pourhmrang aus dem Iran und Arshahlys Sukuasyan aus Armenien auf. Ihren Ausklang fand die Veranstaltung dann wieder im gemeinsamen Essen und fröhlichen Gesprächen.

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erstellt am 07.Okt.2015 | 18:06 Uhr

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