GLeichstellung : Bunte Mischung zum Tag der Frauen

Werben für  den Frauentag (v. li.): Asuman Özsimsek, Petra Bahro, Corinna Ahrens-Gravert, Karin Lewandowski, Fatima Yigit-Külünk und Maren Schlotfeldt.
Werben für den Frauentag (v. li.): Asuman Özsimsek, Petra Bahro, Corinna Ahrens-Gravert, Karin Lewandowski, Fatima Yigit-Külünk und Maren Schlotfeldt.

Kultur, Kleider und ein internationales Frühstück werden zum Frauentag in Itzehoe angeboten. Das lockt sogar die Kieler Gleichstellungsministerin Kristin Alheit an.

23-2176985_23-54650629_1377767596.JPG von
05. März 2014, 12:00 Uhr

Damit hatte Karin Lewandowski nicht gerechnet: Wenn anlässlich des Internationalen Frauentags am Sonnabend, 8. März, von 9.30 bis 12 Uhr Frauen jeden Alters und jeder Nationalität im Kreishaus zum Frühstück zusammenkommen, ist auch ein besonderer Gast dabei. Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, hat sich angekündigt. „Sie beginnt ihre Frauentagsrundreise bei uns“, freut sich die städtische Gleichstellungsbeauftragte.

Und das aus gutem Grund, wie Lewandowski aus dem Kieler Ministerium erfuhr: „Das Frühstück der Nationen wird durchaus als etwas Besonderes empfunden.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass Frauen unterschiedlicher Herkunft und aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen – vom Moscheeverein über das Frauenwerk des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf und den Deutschen Gewerkschaftsbund bis zu den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten – gemeinsame Sache machen.

„Das ist richtig multikulti“, stellte auch Fatima Yigit-Külünk von der Frauengruppe des Moscheevereins Itzehoe fest. „Ich werde zum ersten Mal teilnehmen und bin sehr gespannt. Es ist etwas Schönes und Gutes, dass alle Nationen zusammenkommen und sich austauschen.“ Wenn Frauen zusammenhielten, hätten sie mehr Kraft, ergänzte Asuman Özsimsek. „Gemeinsam können wir uns Gehör verschaffen.“ Deshalb müssten zu solchen Veranstaltungen eigentlich auch Männer kommen: „Damit sie sehen, dass wir stark sind, und hören, was wir zu sagen haben.“

Dass Hinweise auf die Rechte der Frauen auch mehr als 100 Jahre nach dem ersten Frauentag noch nötig sind, steht für Karin Lewandowski außer Frage. „Wenn ich mit jungen Mädchen rede, die sehr selbstbewusst erscheinen, merke ich oft, dass das mehr Schein als Sein ist“, erzählte sie. „Sie leiden genauso unter Diskriminierung wegen ihres Geschlechts, aber sie wollen nicht schwach wirken oder als Emanze gelten.“

Deshalb brauche es auch weiterhin Gesetze zum Wohle der Frauen, betonte Petra Bahro von den Grünen. „Es geht zum Beispiel um Lohngleichheit und damit verbunden auch um Altersvorsorge.“ Auch das Thema Kinderbetreuung sei wichtig, sagte Karin Lewandowski. „Sonst erledigt sich die Frauenquote von alleine.“ Probleme gebe es auf jeden Fall noch genug. Deshalb würde sie sich wünschen, dass hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte auch in kleineren Städten erhalten blieben. „Es wird hier auf Kosten der Frauen gespart.“

Doch es soll nicht nur um Probleme gehen. Kreisweit wird eine bunte Mischung an Veranstaltungen angeboten – von Theater über Musik bis Frauenkleidermarkt in der Itzehoer Volkshochschule am Freitag, 7. März, ab 17 Uhr. Das bringe nicht nur Spaß, sondern habe auch einen ernsten Hintergrund, betonte VHS-Leiterin Corinna Ahrens-Gravert. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass wir auch Frauen mit wenig Geld die Chance eröffnen, sich modisch zu kleiden und ihnen so auch Teilhabe zu ermöglichen.“ Dass dies zunehmend von älteren Frauen genutzt werde, sei ein Anzeichen wachsender Altersarmut.

Die Gottesdienste zum Weltgebetstag am 7. März fügten sich ebenfalls nahtlos ein, meinte Pastorin Maren Schlotfeldt. In diesem Jahr steht Ägypten im Mittelpunkt – „auch dort kämpfen Frauen für ihre Rechte“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen