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Abschied : Bundeswehr schließt Standortverwaltung Itzehoe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jetzt ist endgültig Schluss: Zum Jahresende schließt das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum am Langen Peter in Itzehoe seine Pforten.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 05:00 Uhr

So viele Menschen, wie gestern Vormittag, waren lange nicht mehr in die Bekleidungskammer des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BWDLZ) am Langen Peter gekommen. Und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht wiederholen. Zum Jahresende wird der Standort außer Dienst gestellt, wie es bei der Bundeswehr heißt. Das Aus der Bundeswehrverwaltung in Itzehoe nach 56 Jahren – und Anlass im Rahmen eines Empfangs noch einmal zurückzublicken.

So weit musste der Blick allerdings gar nicht in die Vergangenheit gerichtet werden. Hauptaugenmerk der Redner lag auf der Abwicklung, die 2011 mit der Bekanntgabe der Bundeswehrreform durch den damaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière begann. Kasernen wurden geschlossen und Aufgaben gebündelt, die Truppe kleiner und schlagkräftiger – auf der Strecke blieb schließlich auch das Dienstleistungszentrum in Itzehoe. „Viele waren von der Entscheidung damals tief beeindruckt, nicht wenigen war das Entsetzen anzumerken“, erinnerte sich Roland Heidekrüger, Leiter des BWDLZ in Itzehoe.

Rund 800 Mitarbeiter waren dort in Höchstzeiten tätig – jetzt sind noch rund ein Dutzend mit der Abwicklung beschäftigt. „Letztlich ist es aber gelungen, für alle hier in Itzehoe Betroffenen zumindest akzeptable, vielfach aber auch richtig gute Lösungen zu erarbeiten“, sagte Heidekrüger nicht ohne Stolz. Viele seien bei benachbarten Behörden wie Zoll und Bundesnetzagentur untergekommen und könnten so in Itzehoe bleiben.

Ein Dankeschön richtete der Standortleiter an seine Mitarbeiter: „Was Sie geleistet haben, verdienst höchsten Respekt – das war echt stark.“ In den vergangenen Jahren sei die Arbeitsbelastung stetig gestiegen, das habe bei dem einen oder anderen Spuren hinterlassen bis zu gesundheitlichen Auswirkungen.

Präsident Matthias Leckel unterstrich, dass die Folgen für den Standort die Auswirkung der „größten Reform, der sich Bundeswehr bisher zu stellen hat“, sei. Von ehemals 200 Standortverwaltungen blieben bis 2018 insgesamt nur 41 Bundeswehr-Dienstleistungszentren. Die Aufgaben aus Itzehoe werden auf die Zentren in Husum, Kiel, Plön und Hamburg verteilt. Heidekrüger übergab seine Standorte symbolisch als Foto an die Leiter der künftig zuständigen Zentren. Er selbst wird ab Januar als Leiter des Facilitymanagements nach Husum gehen.

Itzehoes Bürgervorsteher Heinz Köhnke überbrachte Grüße von Stadt und Kreis, was „auch ein Zeichen dafür ist, dass wir in der Region gemeinsam marschieren. Auch an Tagen, die wir uns nicht wünschen“. Ein wenig Wehmut fühlten auch Hans-Joachim Baumann und Harri Leusch, die als Vorgänger von Roland Heidekrüger die Bundeswehr am Standort Itzehoe entscheidend mitgeprägt hatten. Baumann war sogar bereits 1958 bei der Bundeswehr in Itzehoe – also ein Gründungsmitglied der Einrichtung, die zum Jahresende für immer ihre Türen schließt.

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