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Politik : Bundestagsneuling ist „voll im Plan“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Knapp ein Jahr nach seiner Wahl ins Berliner Parlament zieht der Dägelinger Mark Helfrich eine positive persönliche und politische Bilanz.

Acht Wochen Sommerpause. Da kehrt Mark Helfrich sichtlich entspannt in den politischen Alltag nach Berlin zurück. Der Dägelinger war vor knapp einem Jahr erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Seitdem vertritt er als einziger Bundestagsabgeordneter die Menschen in Steinburg, Dithmarschen-Süd und Segeberg-West. Längst ist der 36-Jährige auch in Berlin angekommen. „Ich kenne die Wege und die Kollegen. Ich bin voll im Plan“, zieht der Christdemokrat eine erste positive Bilanz.

Für ihn als einen der jüngsten Abgeordneten war es auch eine echte Sommerpause. Seine älteren und erfahrenen Kollegen mussten ihren Urlaub auch schon mal wegen Krisensitzungen unterbrechen. „Da bin ich nicht wirklich involviert“, sagt Helfrich. Dennoch treibt auch ihn die angespannte Lage in der Ukraine um. Immer wieder wird er im Wahlkreis darauf angesprochen. Auch er selbst kommt von einer Dienstreise der Konrad Adenauer-Stiftung ernüchtert aus Moskau zurück: „Da herrscht eine echte großrussische Aufbruchstimmung“, fasst er seine Eindrücke besorgt zusammen.

Seit der Bundestagswahl 2013 gibt es in der Region nur noch einen Bundestagsabgeordneten. „Das hat positive Seiten, ist aber auch eine besondere Herausforderung“, meint der junge Politiker. Er hätte sich allerdings auch gewünscht, wenn der gegen ihn für die FDP angetretene Wolfgang Kubicki den Einzug ins Parlament geschafft hätte. „Ich hätte ihn gern für seinen Wahlkreis in die Pflicht genommen.“

Ganz unabhängig vom Parteibuch versteht Mark Helfrich sich aber ohnehin als Vertreter für alle Menschen in seinem Wahlkreis. Hier bekommt er auch schon die volle Bandbreite an Themen zu spüren, mit denen sich die Bürger hilfesuchend an ihn wenden. Die Palette reicht von der Bedrohung durch NSA-Spitzel über Klassiker wie Probleme mit Behörden oder Krankenkassen bis hin zu Auswirkungen der Denkmalschutzgesetze. Nicht überall kann er konkret helfen, immer aber Wege aufzeigen und Türen öffnen.

Ganz oben auf seiner politischen Agenda steht nach wie vor die Infrastruktur. „Die Bundesstraße 5 muss ertüchtigt werden. Das muss ich in Berlin platzieren.“ Einen dreispurigen Ausbau hält Helfrich für sehr realistisch – auch, weil wegen der vorhandenen Trasse wohl mit wenig Einsprüchen zu rechnen sei. Jüngsten Überlegungen für eine neue Trassenführung der A 20 erteilt er eine klare Absage. „Wir können mit der Planung nicht noch einmal ganz von vorne anfangen.“ Fast schon spitzbübisch fügt er hinzu: „Ich nehme auch bei den Grünen den Wunsch nach einer besseren Verkehrsinfrastruktur wahr.“

Stark eingebunden ist der Bundestagsneuling schon in die Atompolitik. „Ich bin stellvertretendes Mitglied im Umweltausschuss und dort Berichterstatter. Das ist schon ungewöhnlich.“ Helfrich hat in seinem Wahlkreis rostige Fässer in Brunsbüttel und ein vielleicht für Jahrzehnte angelegtes Zwischenlager in Brokdorf vor Augen. „Was für Gorleben gilt, muss auch für die Standorte bei uns gelten: Wir dürfen keine Fakten schaffen“, warnt er angesichts einer noch lange dauernden Suche nach einem Endlager vor Zwischenlösungen, die am Ende zum Dauerzustand werden könnten. In jedem Fall, so seine klare Forderung, müsse eine Region, die Lasten trage, davon auch profitieren. Helfrich weist auf ein bemerkenswertes schwedisches Modell hin: Dort würden sich Gemeinden sogar für Endlager bewerben, weil sie sich davon finanzielle Vorteile versprechen. Ohnehin kann sich der Abgeordnete auch ganz neue Wege vorstellen, um ganzen Regionen, bestimmten Kommunen oder direkt betroffenen Menschen das Tragen von Lasten zu erleichtern. Beim im Kreis Steinburg gerade diskutierten Netzausbau zum Beispiel könnte Helfrich sich auch gut vorstellen, dass Entschädigungsversordnungen so gestaltet werden, dass nicht nur Grundeigentümer in den Genuss von Zahlungen kommen. Helfrich warnt aber sogleich, dass das noch nicht zu Ende gedacht sei: „Wo es für die einen Verbesserungen gibt, gibt es für andere dann natürlich auch Verschlechterungen.“

Am Ende zieht Mark Helfrich dann noch schnell einen Zettel aus der Tasche, auf dem „zwei richtig gute Entscheidungen für die Region“ vermerkt sind: 485 Millionen Euro für den Bau einer weiteren Schleusenkammer im Nord-Ostsee-Kanal und weitere 265 Millionen Euro für den Ausbau der NOK-Oststrecke. Er fügt weitere gute Nachrichtungen hinzu: „Die A7 ist angeschoben und läuft, ebenso wie die Verlegung des auch für viele Pendler bedeutenden Bahnhofs in Altona.“ Und auch für den Bau der A 20 mit Elbquerung sieht er „eine gute Ausgangslage“.

Seine persönliche wie politische Bilanz nach knapp einem Jahr im Bundestag fällt unterm Strich positiv aus. Angesichts zahlreicher Probleme und Projekte an Unterelbe und Westküste weiß Helfrich aber auch, dass er noch mindestens bis zum Ende der Legislaturperiode gut zu tun hat.

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erstellt am 14.Sep.2014 | 08:03 Uhr

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