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Weltneuheit bei Piening : Bund bestellt bei Piening Propeller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Unternehmen platziert mit einem so genannten Verstellpropeller eine umweltfreundliche Weltneuheit am Markt. Die Entwicklungskosten belaufen sich auf eine halbe Million Euro.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Eine gute Auftragslage und verstärktes Marktinteresse an dem neuen Verstellpropeller sorgt für gute Stimmung bei Piening Propeller in der Blomeschen Wildnis.

Kein geringerer als Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat vor Kurzem den ersten von drei Neubauten für die Bundespolizei auf Kiel gelegt. Die 86 Meter langen Patrouillienboote werden auf der Fassmer Werft in Berne (Niedersachsen) gebaut. Von Piening kommen die Antriebsanlagen, wie deren Geschäftsführender Gesellschafter Mathias Pein im Gespräch mit unserer Zeitung jetzt bestätigt.

Die Erinnerung an die Kiellegung zaubert immer noch ein Lächeln in das Gesicht des Unternehmers. „Das sichert hier ein halbes Jahr Beschäftigung“, sagt Pein. In seinem Traditionsunternehmen stehen fünfzig Beschäftigte auf der Gehaltsliste. Das sind beispielsweise Industriemechaniker, Ingenieure für die Entwicklung und Konstruktion sowie Auszubildende. Modernste Technologie wird in Fertigung und Reparatur eingesetzt. Insgesamt verfügt das Unternehmen über ein Auftragspolster für die kommenden zwölf Monate. Hinzu kommen laufend Reparaturaufträge.

Neben den klassischen Antriebsanlagen, den so genanntem Piening Propeller-Power Packages, bestehend aus Propellern, Wellen, Stevenrohren inklusive Dichtungen, Wellenblöcken, Drucklagern, Wellenbremsen und Getrieben (ZF) stößt Mathias Pein mit einem noch jungen Produkt aus seinem Hause bei Schiffbauern zunehmend auf Interesse. Die Rede ist von einer Weltneuheit made by Piening. „Wir haben die Wasserhydraulik nutzbar für den Verstellpropeller gemacht“, erklärt Pein. Hierbei handelt es sich um eine patentierte Eigenentwicklung seiner Konstruktionsabteilung. Die halbe Million Euro Entwicklungskosten seien das größte Investment seit Beginn des in dritter Generation geführten Familienunternehmens. Eineinhalb Jahre ist der neue Verstellpropeller getestet und vom DNVGL zertifiziert worden. „Die neue Technologie ist extrem umweltfreundlich, wartungsarm und einfach im Service“, beschreibt der 52-jährige Unternehmer sein Produkt und fügt lachend an: „Wasser gibt es überall.“

Öffentliche Anerkennung wurde Otto Piening jetzt mit dem „Umweltpreis der Wirtschaft 2017“ zuteil. Die Auszeichnung gehört zu den ältesten und renommiertesten ihrer Art in Deutschland. An Mathias Pein gewandt sagte Unternehmer-Präsident Uli Wachholz bei der Preisverleihung im Kieler Schloss. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere!“ Und Umweltminister Robert Harbeck sprach von „einem herausragenden“ Produkt. Pein selber präsentierte sein Produkt äußerst charmant. Seine Vortragsweise verführte die zahlreich vertretenen Unternehmerinnen und Unternehmer immer wieder zum Schmunzeln. Ein professioneller Einspielfilm sorgte für die entsprechende Visualisierung.

Und der Markt reagiert positiv: Für die Remotorisierung eines 50 Meter langen Segelschulschiffes der polnische Marine steht die neue Technologie Ende 2017 zur Auslieferung bereit. Für ein Baggerschiff einer dänischen Reederei wurden kürzlich bereits Verstellpropeller dieses Typs geliefert. Der Einbau erfolgt demnächst. „Wichtig ist, dass wir mit den beiden Aufträgen fahrende Referenzen nachweisen können“, blickt Pein hoffnungsfroh nach vorne. Auch für Umweltüberwachungsschiffe in Fernost sei das Produkt von großem Interesse. Seit Monaten sorgt Mathias Pein auf den großen Schiffbaumessen dieser Welt mit „seiner“ Wasserhydraulik für Aufsehen. Beispielsweise auf der SMM Indien, der Euronaval Paris oder der Norshipping Oslo. "

„Wir befinden uns aktuell in guten Gesprächen mit deutschen und internationalen Reedern“, sagt Pein. Dabei gehe es um Schiffe verschiedener Größenordnungen.

Die Otto Piening GmbH wurde 1929 als „Glückstädter Spezialfabrik für Schiffspropeller“ gegründet. Seitdem wurden Tausende von Propellern und Wellenanlagen konstruiert, gefertigt oder instand gesetzt. Das Unternehmen greift auf umfangreiche Erfahrungen zurück. Die Ausführungen erfolgen nach Vorschriften verschiedener Klassifikationsgesellschaften und unternehmenseigenen Qualitätsanforderungen. Die in der Blomeschen Wildnishergestellten Propeller und Wellenanlagen kommen in Yachten, Schnellbooten, Binnenschiffen, Fischereifahrzeugen und Kümos oder Fahrgast- und Forschungsschiffen zum Einsatz. So werden Megayachten wie die „Le Grand Bleu“ (108 Meter lang), Schnellboote der Türkischen Marine und diverse deutsche Forschungsschiffe, wie das Tiefseeforschungsschiff „Sonne“ mit Propellern von Piening angetrieben. Dabei zeichnen sich die Antriebsanlagen durch eine hohe Laufruhe aus. Dieses war auch ausschlaggebend bei der Beauftragung für ein komplettes Piening Propeller-Power Package für eine ausschließlich elektrisch angetriebene Fähre, die zur Zeit auf der dänischen Söby-Werft gebaut wird.

Piening Propeller nimmt für sich als Mitglied im Arbeitskreis „Deutsche Yachten“ und im „Verband für Schiffbau und Meerestechnik“ in Anspruch, stets am Puls der Zeit zu sein, um Innovationen an seine Kunden weitergeben zu können.

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