Kundenservice : Bürgermeister läuft Sturm gegen Volksbank-Schließung

Haben kein Verständnis für die Filialschließung: Bürgermeister Henning Schultz-Collet (re.) und Ortschronist Werner Sievers.
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Haben kein Verständnis für die Filialschließung: Bürgermeister Henning Schultz-Collet (re.) und Ortschronist Werner Sievers.

Zum 15. April will die Volksbank Raiffeisenbank ihre Filiale in Oldendorf schließen – das will der Bürgermeister nicht hinnehmen.

shz.de von
08. März 2016, 17:00 Uhr

Kampflos will Henning Schultz-Collet die Schließung der Filiale der Volksbank Raiffeisenbank in seiner Gemeinde nicht hinnehmen. Der Oldendorfer Bürgermeister appelliert an Vorstand und Aufsichtsgremien des Geldinstituts, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Als Minimallösung fordert er für seine rund 1200 Einwohner eine Weiterführung zumindest mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Die Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe hatte vor wenigen Tagen völlig überraschend das Ende der Zweigstelle zum 15. April angekündigt und dies mit „einer nachhaltigen Veränderung des Kundenverhaltens durch Digitalisierung“ begründet.

Für Henning Schultz-Collet ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar. Nach seinen Informationen liegt die durchschnittliche Kundenfrequenz am Tag bei 40. Hinzu kämen noch allein 90 „Kinderkonten“. „Auch für potenzielle Neukunden ist die Filiale also eine wichtige Anlaufstelle.“ Finanzielle Argumente lässt der Bürgermeister ebenfalls nicht gelten. Die Itzehoer Bank belege schließlich bundesweit eine Spitzenposition und schütte regelmäßig sieben Prozent Dividende aus. Nach Schließung des Edeka-Ladens und der Poststelle wäre das Ende der Volksbankfiliale jedenfalls „ein weiterer Tiefschlag für die Gemeinde“. Auch in finanzieller Hinsicht. Schultz-Collet beziffert die jährlichen Gewerbesteuereinnahmen auf einen durchschnittlich fünfstelligen Betrag. „Das ist unser größter Gewerbesteuerzahler.“

„Das können wir nicht unwidersprochen hinnehmen“, findet auch Werner Sievers. Der Ortschronist erinnert daran, dass es in der Gemeinde seit 111 Jahren eine Bank oder Sparkasse gebe. „Es kann doch auch nicht sein, dass die Bilanzen zu Lasten der älteren Einwohner verbessert werden“, ergänzt der Bürgermeister. Er spricht zudem von einem erheblichen Vertrauensverlust, weil in der Vergangenheit stets die Zukunft der Filiale garantiert worden sei. Schultz-Collet beklagt zudem, dass die Schließung ohne jede Vorwarnung erfolge. Wenigstens die für 14. März geplante Info-Veranstaltung für Kunden sollte man in Oldendorf stattfinden lassen und nicht wie geplant in Heiligenstedten.

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