Bürgermeister ist überzeugt: "Das schönste Dorf auf dieser Welt ist Agethorst bei Schenefeld

Seit 17 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Agethorst: der pensionierte Polizeibeamte Dirk Michels. Foto: Mehlert
Seit 17 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Agethorst: der pensionierte Polizeibeamte Dirk Michels. Foto: Mehlert

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02. April 2013, 03:59 Uhr

Agethorst | Auf Gemeindefesten, Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten erinnert Bürgermeister Dirk Michels nicht nur die Einwohner daran, in welch idyllischer Gegend sie wohnen. "Das schönste Dorf auf dieser Welt ist Agethorst bei Schenefeld". Damit das auch so bleibt, ziehen alle Einwohner an einem Strang. Wie beispielsweise bei der Aktion "Saubere Landschaft". Große und kleine Einwohner machen sich dann in kleinen Gruppen auf den Weg, um in der rund 200-Seelen-Gemeinde für Sauberkeit zu sorgen. Verbunden ist diese Aktion, wie alle Festlichkeiten in der Gemeinde, mit einem anschließenden gemütlichen Beisammensein.

"Es macht mir Spaß hier als Bürgermeister tätig zu sein", sagt Michels, der seit 17 Jahren die Geschicke seiner Gemeinde leitet. Da er als pensionierter Polizeibeamter jetzt noch mehr Zeit habe dieses Amt auszuüben, wolle er bei der Kommunalwahl auch wieder kandidieren. Der Gemeinderat besteht ausschließlich aus Mitgliedern der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG). "Anders als in den Vorjahren werden wir auf Grund sinkender Einwohnerzahlen mit nur noch sieben Gemeindevertretern antreten", erklärt Michels. Auch in Agethorst bekomme man den demographischen Wandel zu spüren.

"Noch vor wenigen Jahren gehörten zu unseren 200 Einwohnern rund 45 Kinder", erklärt Michels und erinnert dabei an die damals noch stattfindenden Kinderfeste. "Heute haben wir nur noch wenige Kinder, so dass es sich nicht mehr lohnt, ein Kinderfest zu veranstalten", bedauert der Dorfchef.

Um dem entgegen zu wirken, hat sich die Gemeinde zur Ausweisung neuer Bauplätze entschieden. "Unsere Innenbereichssatzung soll um acht Bauplätze erweitert werden, um junge Familien nach Agethorst zu holen", unterstreicht Michels und verweist auch auf mögliche Lückenbebauung.

Die derzeit in Agethorst lebenden Kinder besuchen die Schule und den Kindergarten im nahe gelegenen Schenefeld. Während die Kleinkinder in Fahrgemeinschaften oder von ihren Eltern in den Kindergarten gefahren werden, steht den Schülern ein Schulbus zur Verfügung.

"Die Kosten für Kindergarten, Schule und Nahverkehr explodieren", sagt Michels . Durch diese und andere Fixkosten bleibe der Gemeinde nur noch wenig Geld übrig. Dennoch: Seit zwei Jahren sei die Gemeinde schuldenfrei. "In den nächsten Jahren aber werden wir ein Problem bekommen", weiß Michels schon jetzt. Dann werde nicht mehr genug Geld in der Rücklage zu finden sein, um den Haushalt ausgleichen zu können.

Als ein noch größeres Problem bezeichnet Michels aber die von der Landesregierung angekündigte Verteilung der FAG-Mittel. "Die Mittel für kleinere Gemeinden sollen gekürzt werden", erklärt Michels und weist schon jetzt darauf hin, dass dann die Grundsteuer für die Bürger erhöht werden müssten, um Fehlbetragszuweisungen beantragen zu können. Froh ist Michels daher, dass größere Baumaßnahmen und Vorhaben, wie die Ortsentwässerung, ein neuer Straßenbelag, eine neue Bushaltestelle sowie der Bau des Kinderspielplatzes bereits abgeschlossen sind.

"Geplant ist jetzt noch aufgrund von Energiesparmaßnahmen die Umstellung der Straßenlaternen auf LED-Beleuchtung." Auf sich warten lasse dagegen das "schnelle Internet" . "Das wird noch eine Weile dauern", erklärt der Bürgermeister und fügt hinzu, dass auch die Gemeinde Agethorst dem Zweckverband Breitband angehöre.

Nicht ausgewiesen seien in Agethorst Flächen für Windkraftanlagen. "Zahlreiche Einwohner haben jedoch ihre Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt", sagt Michels, in dessen Gemeinde noch drei von ehemals 12 landwirtschaftlichen Betrieben sowie die "Seniorenresidenz" zu finden sind. Zudem mache der über die Gemeindegrenze hinaus bekannte "Blumenstall" das kleine Dorf noch attraktiver und bekannter.

"Demnächst wird hier auch noch ein metallverarbeitender Betrieb seine Türen öffnen", erzählt Michels. Nach Vorgabe des Landes dürften sich ausschließlich dorfübliche Kleinbetriebe ansiedeln.

Die Nähe zur A 23 sowie die zahlreichen Aktivitäten, die teilweise zusammen mit den Nachbargemeinden Nienbüttel und Bokelrehm veranstaltet werden, machen das Dorf nach Ansicht von Dirk Michels besonders attraktiv. Neben Osterfeuer, Radtouren, Straßenfest, Seniorenausfahrt und dem beliebten Brot backen an dem 150 Jahren alten Lehmbackofen finden auch Festlichkeiten der Drei-Dörfer-Feuerwehr statt.

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