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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 21:53 Uhr

Bürgerforum: Bauland fehlt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausweisung von neuen Bauplätzen ist dringend notwendig/ Tempomachen bei Laurinatskoppel

von
erstellt am 07.Apr.2015 | 14:56 Uhr

„Mehr Bauland für mehr Einwohner“ – das Bürgerforum stellt diese Formel als Hauptanliegen seiner jüngsten Sitzung heraus. Im „Kulturhof“ des Vereins „Keramik Centrum Kellinghusen“ (KCK) begrüßt der überparteiliche Bürgerzusammenschluss zahlreiche Gäste. Aus der Fülle der angeschnittenen Themen machen Forumssprecher Regina Nürnberg und Uwe Siehl die Baulandfrage zum Top-Thema. Für die Entwicklung der Stadt hält das Forum nicht nur das Vorhalten von Bildungseinrichtungen, medizinischer Versorgung, Verkehrsverbindungen – mit dem Bahnanschluss Hamburg und HVV- Beitritt – für notwendig. Als wichtiger Faktor dazu zähle auch das Angebot von Bauplätzen.

In Kellinghusen sei in den vergangenen Jahrzehnten versäumt worden, entsprechend dem Bedarfszyklus neue Baugebiete auszuweisen, streicht Siehl heraus. „Statt dessen wird bis zum Verkauf des letzten bereit stehenden Grundstücks gewartet. Das ist grundsätzlich falsch.“ Schon seit geraumer Zeit weise das Bürgerforum auf diesen Mangel hin. „Geschehen ist bislang aber leider sehr wenig“, meint Siehl. Dabei sollten bei Verantwortlichen längst die Alarmglocken läuten. Dringend benötigter Einwohnerzuwachs könne so nicht generiert werden. Junge Familien auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum würden aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Angebots auf andere Gemeinden ausweichen. „Auch die Abwanderung von jungen Leute kann auf diese Weise nicht gestoppt werden“, unterstreicht Siehl.

Mit aktuell 7761 Einwohnern (2011 noch 7893) befinde sich die Stadt weiterhin auf Schrumpfkurs. „Es geht wenig voran“, stellt auch Nürnberg fest. Bedauerlich sei in dieser Hinsicht die Entwicklung des Baugebiets „Wohlers Koppel“ durch einen privaten Investor. Tempo machen könnte die Stadt jedoch auf der eigenen Fläche „Laurinatskoppel“, sind sich die Forumssprecher einig. Die Lage im innerstädtischen Bereich biete sich in besonderem Maße für eine Wohnbebauung an. Fußläufig zu allen wichtigen Versorgungseinrichtungen gelegen, könnten auf dem Areal auch komfortable Wohnungen für ältere Menschen angeboten werden. „Nicht jeder kann und will im Alter das eigene Häuschen behalten“, so Nürnberg.

Es seien zwar erste Schritte unternommen worden (wir berichteten), „über ein Fortkommen ist aber nichts verlautbart“. Als vernünftig und unterstützenswert lobt das Forum die städtischen Bemühungen zur Baulücken- und Hinterlandbebauung. „In diesem Zusammenhang müssen die baufälligen Häuser in der Hauptstraße genannt werden“, sagt Siehl. Der Schandfleck der jetzt eingerüsteten, seit Jahren dem Verfall anheim gegebenen Immobilien sollte so schnell wie möglich einer neuen Bebauung weichen. Und: „Wie steht es eigentlich mit Gewerbegebieten?“ Für die Bürger sehe es so aus, als habe sich die Stadt aus diesem Bereich komplett verabschiedet. Auch vor dem Hintergrund der Olympia-Bewerbung Hamburgs, von der ein Schub für die gesamt Metropolregion zu erwarten sei, sollten sich die Verantwortlichen umgehend um den Erwerb von Flächen kümmern, die bereits im F-Plan enthalten seien. „Wir denken da an die Fläche östlich der Kaserne mit dem Umspannwerk, aber auch an Flächen südwestlich und westlich des Liliencron-Standorts bis an die ehemalige Muna,“ so Siehl.

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