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Erneuerbare Energie : Bürgerentscheid findet trotzdem statt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kieler Pläne für Ausbau der Windenergie: Viele Flächen auf Steinburger Gebiet fallen weg. Oelixdorf holt dennoch Votum ein.

Kein Thema war in diesem Jahr in vielen Steinburger Gemeinden so kontrovers diskutiert, keine Planung seit Monaten so sehnsüchtig erwartet worden: Potenzielle Investoren wie auch betroffene Anwohner können sich seit dem gestrigen Nikolaustag ein Bild davon machen, wo sie mit dem Ausbau der Windenergie rechnen können – und wo nicht. In Kiel hat die Regierung die neuen Regionalpläne zum Ausbau der Windenergie vorgestellt (siehe Seite 5). Im Planungsraum III, zu dem auch Steinburg und Dithmarschen gehören, sind jetzt 1,7 Prozent der Gesamtfläche des Planungsraumes als Vorrangflächen vorgesehen – deutlich weniger, als von vielen erwartet.

Vorranggebiete für den Ausbau der Windenergie sieht die Landesregierung vor allem in der Marsch und im nördlichen Kreisgebiet. In der Wilstermarsch sind insbesondere Flächen zwischen Dammfleth und Wilster, südlich von Beidenfleth sowie in Nortorf rot markiert. Offensichtlich nicht mehr im Plan ist die Gemarkung Hackeboe, wo eine innovative Unternehmergruppe mit Millionengewinnen für die Wilstermarsch für den Bau von bis zu 25 Windrädern geworben hatte.

Gleich nebenan im Bereich Moorhusen/Krummendiek gibt es größere Vorrangflächen. Stark vertreten ist auch die Krempermarsch mit den Gemeinden Grevenkop, Sommerland und Krempdorf sowie einem Streifen in Rethwisch. Im nördlicheren Kreisgebiet gibt es die größten Windflächen zwischen Nutteln und Huje sowie westlich von Besdorf und im Raum Christinenthal. Im östlichen Kreisgebiet sind insbesondere in Willenscharen größere Flächen vorgesehen.

Östlich der Kreisstadt sind einige Flächen entfallen. Dies trifft im Amt Breitenburg vor allem auf das Gebiet Wittenbergen und auf ein Gelände im Bereich Oelixdorf/Schlotfeld/Winseldorf zu. Hier hatte es in den vergangenen Wochen erheblichen Widerstand gegeben. Die Bürgerinitiative „Gegenwind“ hatte über ein Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid initiiert. „Der Bürgerentscheid ist eingereicht, und die Abstimmung findet statt. Egal, ob die Fläche jetzt im Entwurf steht oder nicht“, sagt Oelixdorfs Bürgermeister Jörgen Heuberger auf Anfrage. Am 18. Dezember geht es um die Frage „Sind Sie gegen die Errichtung von Windkraftanlagen in der Gemeinde Oelixdorf?“ Auch im Amt Kellinghusen gibt es weniger Flächen für Windkraft. So sind Gebiete in Brokstedt nicht mehr enthalten. Das gleiche für einen Windpark in Wulfsmoor/Hingstheide.

Offensichtlich hat sich die Landesplanung stark an bereits vorhandenen Windparks orientiert. Drei Flächen – zwei in der Wilster- und eine in der Krempermarsch – sind zudem für Repowering reserviert. Während in vielen Gemeinden Landeigentümer und hinter ihnen stehende Investoren noch immer in den Startlöchern stehen, hatte es in der Bevölkerung zuletzt immer größeren Widerstand gegen weitere Windräder gegeben. Bei zwei Bürgerentscheiden in diesem Jahr in Beidenfleth und in Stördorf waren neue Anlagen mit klaren Mehrheiten abgelehnt worden.

Bislang ist die gestern vorgelegte Planung nur ein Entwurf. Ab 27. Dezember können sich Bürger wie auch Gemeinden und Institutionen via Internet an der Planaufstellung beteiligen. Die öffentliche Auslegung der Pläne in den Amts- und Stadtverwaltungen soll dann zwischen dem 15. Februar und dem 15. Mai nächsten Jahres erfolgen. Kiel rechnet damit, dass der Regionalplan nach Beschluss und neuerlicher Auslegung Mitte 2018 in Kraft treten kann.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 06:07 Uhr

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