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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 17:07 Uhr

Befragung : Bürgerbegehren gegen Lidl-Umsiedlung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Initiative „Lebenswertes Kellinghusen“ hat die notwendigen Formalien geklärt. Wohnungsbau soll Vorrang haben

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 04:45 Uhr

Der Widerstand gegen die Umsiedlung des Lidl-Marktes in die Lehmbergstraße wächst. Die Initiative „Lebenswertes Kellinghusen“ will den entsprechenden Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan notfalls mit Hilfe eines Bürgerentscheids kippen. Auf den Weg dahin hat die Initiative jetzt die ersten Erfolge. Für das vorgeschaltete Bürgerbegehren gab es die notwendigen Unterschriften, und die Kommunalaufsicht des Kreises hat die Fragestellung für das Bürgerbegehren gebilligt. In den nächsten Tagen gehen deshalb Vertreter der „Initiative „Lebenswertes Kellinghusen“ durch die Stadt und sammeln die erforderlichen Unterschriften für den Bürgerentscheid. Die Frage lautet dabei: „Sind Sie für die Aufhebung der Aufstellungsbeschlüsse zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in der Lehmbergstraße zwischen Optik Jakobsen und Autoteile Reimers?“ Erst wenn zehn Prozent der Kellinghusener über 16 Jahren dem Bürgerbegehren zustimmen – dies sind zirka 650 Personen – kommt es zu einem Bürgerentscheid, mit dem dann endgültig über die Zukunft des Lidl-Marktes abgestimmt wird.

Hintergrund des Bürgerbegehrens ist der Wunsch des Discounters Lidl nach einer Umsiedlung. Vom bisherigen Standort in der Straße An der Stör will das Unternehmen 200 Meter weiter in die Lehmbergstraße umziehen und auf dem Gelände der Volksbank, des leeren Getränkemarktes und eines angrenzenden Wohnhauses neu bauen. Für die Vertreter der Kellinghusener Initiative geht der Neubau des Discounters samt großer Parkfläche städtebaulich in die falsche Richtung. „Diesen innerstädtischen Bereich sollten wir uns für Wohnraum sichern“, sagt Volker Ballin, Mitglied der Kellinghusener Liste und der „Initiative Lebenswertes Kellinghusen“. Die Stadt habe nur noch wenige Wohnbauflächen zur Verfügung. Und die Flächen, die jetzt von Lidl überbaut werden, seien aufgrund ihrer innerstädtischen Lage ideal, besonders auch für Senioren. Sie hätten hier die gesamte Infrastruktur vor der Tür. „Mehr Vorteile kann man nicht bieten.“ Deshalb will die Initiative erreichen, dass Flächennutzungsplan und Bebauungsplan eine künftige Wohnbebauung in diesem Bereich vorsehen.

Gleichzeitig hält die Initiative den bisherigen Lidl-Standort für weitaus günstiger, durch den Ausbau des benachbarten Nahversorgungszentrum (Aldi/Edeka) könnte es hier eine Verknüpfung geben, und die Parkplätze könnten gemeinsam genutzt werden. „Dann hätten wir die SB-Märkte an einer Stelle.“

Ebenso wie Ballin will Mitstreiter Horst Nitz, der für die Kellinghusener Liste auch in der Ratsversammlung sitzt, erreichen, dass die Bürger über „diesen großen Einschnitt in die städtebauliche Entwicklung“ mit einbezogen werden. In den politischen Gremien seien bisher alle Wünsche nach einer „demokratischen Mitwirkung der Einwohner in den Wind geschlagen worden“. Und die Erfolgsaussichten seien nicht so schlecht, sagt Nitz zum Bürgerbegehren. Er weist auf das Kreishaus-Projekt hin, dass von den Einwohnern mit Hilfe eines Bürgerentscheids zu Fall gebracht worden war. Volker Ballin betont auch, dass der Stadt bei einem positiven Ausgang keine Kosten entstehen würden, diese gingen allein zu Lasten der Bauträger.

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Wer für die Initiative noch Unterschriften

sammeln möchte, kann sich an Jens Schlüter,

Telefon 0160/97223725, Eckbert Nickel,

Hinterm Born 14, oder Volker Ballin unter

buero@architekt-ballin.de wenden. Näheres

zur Initiative „Lebenswertes Kellinghusen“

auch im Internet unter www.initiative-lk.de.


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