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Bürgerarbeit in Dithmarschen ein Erfolgsmodell

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Langzeitarbeitslosen eine Chance auf eine Festanstellung geben – und gleichzeitig etwas für die Gesellschaft tun. Dies ist das Ziel des Bundesprojekts Bürgerarbeit, für das 3,88 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds nach Dithmarschen geflossen sind. Für Alfred Schuschel, Geschäftsführer des Jobcenter Dithmarschen, ist das Fazit nach drei Jahren positiv. Für ihn ein Erfolgsmodell. Obwohl die Zahlen eher ernüchternd sind.

Am Anfang stand die so genannte Aktivierungsphase. 1800 Frauen und Männer wurden für eine besonders intensive Betreuung ausgesucht. Gefördert wurde dies nicht. War aber Voraussetzung für das Projekt. Das Ergebnis: 321 Personen erhielten eine Festanstellung, 17 machten sich selbstständig. 144 Langzeitarbeitslose gingen in die Bürgerarbeit. Jobs in sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen – in Vereinen, Verbänden, Schulen und Gemeinden. 34 davon schafften es in eine Festanstellung. „Das ist eine riesige Quote“, betont Schuschel, der das Fazit im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises vorstellte. Auch in Zukunft mehr Langzeitarbeitslose über eine dauerhafte Aktivierungsphase in Lohn und Brot zu bringen, funktioniert nach Ansicht von Schuschel nicht. „Dafür fehlen die Kapazitäten.“

Alles war aber auch nicht perfekt. Vor allem der hohe bürokratische Aufwand hat die Mitarbeiter des Jobcenters und die Arbeitgeber genervt. Unternehmen aus der Privatwirtschaft hätten das nicht mitgemacht, ist der Geschäftsführer überzeugt. Dennoch: „Es haben alle von der Bürgerarbeit profitiert – die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber und die Gesellschaft“, so Schuschel.

Aus seiner Sicht wäre ein weiteres Projekt mit dieser Ausgestaltung „sinnvoll und notwendig“. Langzeitarbeitslose hätten zurzeit sonst kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Für ihn ist die Investition in Humankapital der wichtigste Hebel, um den demographischen Wandel und dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken und damit die Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft sicherzustellen. Dafür, so Schuschel, sollten nach möglichen Finanzierungen für die Weiterbeschäftigung der Bürgerarbeiter auch nach Ablauf des Förderzeitraumes gesucht werden.


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erstellt am 31.Mär.2015 | 12:41 Uhr

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