Bürger sollen Windmüller werden

In diesem Bereich sollen die Bürgerwindanlagen entstehen, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Wulff.
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In diesem Bereich sollen die Bürgerwindanlagen entstehen, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Wulff.

Stadtwerke bereiten Gründung der „Bürgerwind Brunsbüttel GmbH & Co KG“ vor/ Anteile an drei Mühlen exklusiv nur für Schleusenstädter

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14. Januar 2015, 12:22 Uhr

Im Juli bestehen die Stadtwerke Brunsbüttel fünf Jahre. Die SWB sind eine hundertprozentige Tochter der Stadt, die mittlerweile 6000 Kunden in der Region zählt, Tendenz steigend. Jetzt bereiten Geschäftsführer Andreas Wulff und sein Team ein neues Produkt neben Strom, Gas und Wärme vor: Bürger-Windenergie. Drei Anlagen sollen dafür zur Verfügung stehen. Eine ist bereits errichtet, zwei weitere sollen folgen. Investitionsvolumen: insgesamt rund 12,5 Millionen Euro.

Bürgerwindstrom ist ein seit längerem diskutiertes Thema in Brunsbüttel. Mit einer 2,3 Megawatt leistenden E82 von Enercon, die in Westerbelmhusen bereits steht, und zwei geplanten N100 von Nordex mit je 3,3 Megawatt Leistung in Osterbelmhusen sol die „Bürgerwind Brunsbüttel GmbH & Co KG“ an den Start gehen.

Bei diesem Projekt sieht Andreas Wulff die Stadtwerke lediglich in der Aufgabe des Anschiebens dieses Vorhabens. Am Ende, sagt er, sollen die SWB auch nur einen kleinen Anteil halten und ansonsten lediglich die Verwaltung übernehmen. Erfahrung bringen die Stadtwerke auf diesem Gebiet bereits mit, sie unterhalten schon seit 2011 eine eigene Anlage.

Die Bürgerwind-GmbH will Brunsbütteler Einwohner als Anteilszeichner gewinnen. Jeder über 18-Jährige aus der Schleusenstadt kann sich mit mindestens 5000 Euro beteiligen. Allerdings nicht, um auf kurzfristige Gewinne zu spekulieren, sondern langfristig, betont Wulff: „Das ist ein richtig unternehmerischer Schritt.“ Im Idealfall finden sich schon beim Start genügend Bürger, um die Hälfte der Investition zu schultern, die andere Hälfte wird über Kredit finanziert.

Wie genau dies ablaufen soll, will Wulff noch vor den Sommerferien darstellen. Es gibt einen Katalog, der Chancen und Risiken auflistet und die erhoffte Energieerzeugung aus Windstrom umreißt. An diesem Prospekt wird gerade bei den Stadtwerken gearbeitet. Los gehen kann es, sobald die beiden Nordex-Anlagen errichtet und ans Netz angeschlossen sind. Das erwartet Wulff zwischen November und Dezember. Auf jeden Fall möchte er 2016 schon als vollständiges Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember anbieten.

Windenergie sei in Brunsbüttel längst nicht mehr ungewöhnlich, sagt er. Mit der Beteiligung von Bürgern verspricht er sich eine größere Akzeptanz für diesen alternativen Strom. Wulff weiß, dass manch Interessent aus der unmittelbaren Nachbarschaft durch die Stadtgrenzen bewusst ausgeschlossen wird. „Das ist für einige sicher hart“. Aber andererseits müsse ein Rahmen gezogen werden. Und das Bürgerwindkonzept solle eben den Brunsbüttelern zugute kommen. Das Interesse sei schon jetzt groß, berichtet der Stadtwerke-Chef.

Wie viel sich mit Windstrom verdienen lässt, ist neben der EEG-Vergütung natürlich davon abhängig, wie oft die Küstenbrise die Rotoren ordentlich antreibt. Andreas Wulff nennt Beispiele: Der schöne Sommer im vorigen Jahr sei für Windmüller nicht sehr ertragreich gewesen, sagt er. Aber der Dezember 2014 und die ersten beiden Januarwochen dieses Jahres wären dafür umso besser gewesen. „Am Ende des Tages hängt es eben am Wetter.“

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