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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 09:23 Uhr

Rathaus : Bürger sollen Ideen liefern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nachnutzung des Kellinghusener Rathauses ist zurzeit noch offen. Donnerstag Besichtigung, Sonnabend Veranstaltung im Bürgerhaus.

Menschen treffen Schnacken, Neuigkeiten erfahren – keinen besseren Ort als den Wochenmarkt konnten Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) und Stadtmarketing-Chefin Jenni Knapp für ihr Anliegen auswählen. Eine bekannte Silhouette auf verteilten Flyern zeigte Passanten gleich, worum es ging: Das Rathaus. Voraussichtlich im kommenden Jahr werden dort die Lichter ausgehen. Zentrale Anlaufstelle für die Bürger des Amtes Kellinghusen wird dann das neue Gebäude in der Fußgängerzone (ehemals Minimal) sein. Doch was wird aus dem verwaisten Rathaus? An der Frage um die Nachnutzung des Gebäudes sollen die Einwohner der Stadt beteiligt werden. „Wir dachten uns, auf dem Wochenmarkt treffen wir viele Bürger an“, sagt Pietsch. Bei herrlichem Sonnenschein ging dieser Wunsch schon in den frühen Vormittagsstunden in Erfüllung. Senioren, Hausfrauen und Eltern mit Kindern kamen zum Einkauf und zeigten sich meistens bereit, am städtischen Klöntisch einen Stop einzulegen. Quasi in Blicknähe zum Bau des neuen Verwaltungshauses – wo es derzeit sichtbar voran geht – bot sich eine gute Gelegenheit, über das Thema Nachnutzung des Rathauses zu sprechen.

Pietsch bilanziert am Ende zufrieden: „Der persönliche Kontakt hat hoffentlich viele Menschen motiviert, sich an der Rathaus- Aktion zu beteiligen.“ Eine rege Bürgerbeteiligung mit vielen Anregungen und Meinungen wünscht sich die Stadt im Rahmen der „Ideenwerkstatt Zukunft Rathaus“ am Sonnabend, 25. April in der Zeit von 11 bis 14 Uhr im Bürgerhaus. In geordnete Bahnen gelenkt wird das Brainstorming durch unterschiedliche Themenbereiche. Bürgerideen können an den Stationen „Bildung und Soziales“, „Kultur und Ehrenamt“, „Vereine und Sport“, „Wirtschaft und Innovation“ sowie „Sonstiges“ bei Experten präsentiert werden. Ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben sich dafür meist Kellinghusener, die jeweils eng in den vorgegebenen Fachbereich eingebunden sind.

Ein Bild machen von den Räumen des von 1906 bis 1908 nach den Plänen des Kellinghusener Baumeisters Max Wichmann errichteten Rathauses können sich die Bewohner der Stadt zuvor am Dienstag 21. April, um 17 Uhr bei einer öffentlichen Besichtigung. Wie der Verwaltungschef mitteilt, werden aus Gründen des Datenschutzes einige Räume geschlossen bleiben. Ansonsten dürfen Besucher das Haus vom Keller bis zum Turm erkunden. Ins Auge fallen gleich die von Kellinghusener Bürgern gestifteten Buntglasfenster im Treppenhaus. Das linke Fenster zeigt eine weibliche Allegorie des Handels und der Industrie. Im rechten Fenster ist die Gerberei als seinerzeit bedeutender Handwerkszweig der Stadt dargestellt. Im mittleren Fenster sind fünf Ansichten der Stadt zu sehen. Ein weiteres Fester im Aufgang zum Dachgeschoss zeigt das neue Rathaus und den Vorgängerbau, die Mädchenschule. Die Vertäfelung und das Mobiliar im Sitzungssaal wurden nach den Entwürfen des Berliner Bildhauers Eduard Kock, gebürtig in Kellinghusen, ausgeführt.

Lohnenswert ist ein Blick hinauf zur Uhr über der Tür zum Bürgermeisterzimmer: Sie ist von Eule und Hahn, den Symbolen für Weisheit und Wachsamkeit, gekrönt. 1925 wurde das Rathaus durch einen rückwärtigen Anbau nach dem Entwurf des Architekten August Silbertoff erweitert. 1986/87 erfolgte eine Sanierung nach Vorgaben des Denkmalschutzes.

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