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Asylsuchende : Bürger sollen Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Diskussionsabend Arabischer Frühling: Katharina Schmidt kündigt Willkommensteam für Asylsuchende in Glückstadt an

Sie dürfen nicht arbeiten, sie bekommen keine Sprachkurse: Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen. Auch diejenigen, die in Glückstadt zurzeit leben, stehen vor großen Problemen. Vieles gibt es zu regeln, was mangels Sprachkenntnissen zu einer großen Hürde wird. „Wir brauchen ein Willkommensteam“, sagt Integrationsbeauftragte Katharina Schmidt. Bürger sollen helfen. Im Januar lädt sie deshalb Interessierte zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus ein. Wer mitmacht, bekommt Schulungen. Keiner wird mit der Aufgabe allein gelassen.

Dies kündigte Katharina Schmidt bei dem Diskussionsabend „Arabischer Frühling“ an. In loser Runde wurden zunächst Köstlichkeiten arabischer Küche im Diakonie-Treff in Glückstadt-Nord serviert. Dann wurde diskutiert. Auf dem Podium saßen neben Katharina Schmidt, Pastor Axel Matyba, der viele Jahre in Ägypten tätig war, Kathrin Huber, die in Pakistan gelebt hat, und Pastor Kay Mordhorst, der viele arabische Länder bereiste.

Auch Katharina Schmidt hat einige Zeit in Ägypten gelebt, heute arbeitet sie im Rathaus als Integrationsbeauftragte. Sie kann sich vorstellen, dass Glückstädter Flüchtlingskindern bei Schularbeiten helfen. Oder Erwachsenen zeigen, wo sie was einkaufen können. Der Unterschied zu anderen Orten in Deutschland ist in Glückstadt: Asylsuchende, wie zurzeit Familien aus Syrien, sind in Wohnungen untergebracht, andernorts oft in Sammelunterkünften.

Kathrin Huber – sie arbeitet als Gemeindepädagogin im Diakonie-Treff – hat bereits auch durch ihre Arbeit viele Erfahrungen mit ausländischen Mitmenschen. „Ich sehe viel Dankbarkeit bei den Flüchtlingen.“ Sie habe aber auch Menschen erlebt, die unter der Einsamkeit leiden. „Sie sind frustriert, weil sie nicht arbeiten dürfen.“ Die Idee mit dem Willkommensteam findet sie toll. „Da kann jeder mitmachen.“ Sie selbst hatte umgekehrt einmal eine afghanische Frau gebeten, bei ihr zu Hause zu kochen. Es sei ein tolles Erlebnis gewesen.

Dieses Beispiel fand Axel Matyba sehr treffend. Er lebte mit seiner Familie einige Jahre in Ägypten, wurde wegen der Unruhen aber 2012 als Pastor von der evangelischen Kirche wieder nach Deutschland zurückbeordert. Erst vor einigen Tagen war er in dem Land zu Besuch und erlebte viel Freundschaft. Diesen Aufstand der jungen Menschen – Muslime und Christen – erlebte er 2011 noch mit. „Es war die Zeit der Hoffnung.“

Was ihn damals beeindruckte: Junge Christen bildeten auf dem Tahrir-Platz eine Mauer, damit Muslime in Ruhe beten konnten. Das Gleiche hätten Muslime für die Christen am Sonntag getan. Heute sei es ein „erschöpftes Land, die Menschen können nicht mehr“. Sie würden sich Ruhe und Arbeit wünschen. „Das soziale Problem ist riesig.“ Ein Grund ist: Die Touristen bleiben aus.

Warum IS (islamischer Staat) heute soviel Macht im Irak und in Syrien hat, dass erklärte Kay Mordhorst anhand der geschlichten Entwicklung (siehe nebenstehenden Artikel).

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erstellt am 25.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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