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Gute-Nacht-Geschichte : Büchertasche hilft beim Lese-Start

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bundesweite Aktion soll die Leseförderung der Kleinsten voranbringen. Die Stadtbücherei verteilt Lese-Sets an Dreijährige.

von
erstellt am 14.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Sie gehört vor dem Einschlafen einfach dazu – die Gute-Nacht-Geschichte. Doch nicht in allen Haushalten gehören Bücher zur Tagesordnung. Viele Kinder können selbst nach der Grundschule oder im Teenageralter noch nicht richtig lesen. Die bundesweite Aktion Lesestart soll das künftig ändern. In einem Drei-Stufen-Programm werden Kinder mithilfe von Lesestart-Sets an den Umgang mit Büchern herangeführt: Das erste Set gab es bereits ab 2011 für Einjährige beim Kinderarzt im Rahmen der U6-Vorsorge-Untersuchung. Das zweite wird derzeit für Kinder ab drei Jahren in der Bücherei verteilt, und das dritte bekommen die Sechsjährigen dann ab 2016 in der Grundschule.

Auch die Stadtbücherei in Glückstadt ist bei der Aktion dabei. Schon seit einigen Wochen sind bei Leiterin Heike Galonska die knallgelben Taschen mit dem Lesefutter zu haben – kostenlos. Insgesamt 49 Stück hatte sie parat, erst neun davon sind bereits vergeben. „Wir haben also noch reichlich da“, verspricht Galonska.

In jedem Set sind ein altersgerechtes Buch, anschauliches Material und viele Alltagstipps rund um das Thema Lesen und Vorlesen enthalten. Und die richten sich nicht nur an die Kleinen – auch Eltern erhalten damit eine Art Leitfaden, wie sie ihre Sprösslinge beim Lesenlernen richtig unterstützen können. Denn die sprachliche Entwicklung beginne schon beim Vorlesen und gemeinsamen Anschauen von Bilderbüchern. „Das muss in den Köpfen der Eltern verankert werden“, so Galonksa. Damit möglichst viele Familien das Angebot nutzen können, gibt es die Broschüren gleich in mehreren Sprachen: außer Deutsch werden auch Englisch, Türkisch, Polnisch und Russisch angeboten.

Dass sie und ihre Kollegen bei der Lesestart-Aktion dabei sind, war für sie selbstverständlich. „Die Leseförderung ist eine wichtige Aufgabe von Bibliotheken. Das Erlernen von Lesetechniken ist die Voraussetzung, um fast jedes andere Medium nutzen zu können.“ Der Grundstein für den späteren Umgang mit Büchern und anderen Medien werde schon im Kindesalter gelegt. Umso wichtiger sei es, mit der Förderung rechtzeitig anzusetzen. Je früher, desto besser – auch wenn die Kleinsten die Buchstaben noch gar nicht begreifen könnten. Galonska: „Kinder greifen, essen, schmecken und zerreißen die Bücher und werden so auf spielerische Weise schon einmal an das gedruckte Wort herangeführt.“ Das Angebot richte sich deshalb besonders an Familien, in denen der Umgang mit Büchern nicht unbedingt zum Alltag gehöre, so die Leiterin.

 

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