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Crowdfunding : Buchdruck in Eigenregie – Unterstützer helfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lars Bessel möchte den Druck seines Buches „Der Bratschist“ durch Crowdfunding finanzieren. Dabei zahlen Unterstützer im voraus für das Projekt.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Ein Buch, 44 Tage und 2000 Euro – was Lars Bessel, freier Journalist und Buchautor aus Itzehoe, sich vorgenommen hat, ist in der Kreisstadt bisher einmalig: Er möchte den Druck seines Debütromans „Der Bratschist“ mit Hilfe von Crowdfunding finanzieren.

Im vergangenen Jahr verfasste Bessel den Roman „Der Bratschist“. Es handelt von dem deutschen Juden Kurt Lewin, der 1942 in Berlin die Flucht vor dem Nationalsozialismus antrat: Bei minus 20 Grad legte er sich in einen Eisenbahnwaggon, der nach Schweden verschifft werden sollte. Doch nicht nur die Fahrt war lebensgefährlich – auch sein Fluchtziel: Im neutralen Schweden wurden bereits „Todeslisten“ geführt. Lewin überlebte und wurde zu einer Weltgröße der Kammermusik. „Von seiner Flucht, von den damaligen Zuständen in Deutschland, Schweden und Dänemark und von Lewins Karriere als Musiker handelt der Bratschist“, erklärte Bessel. Die Biografie kenne er aus persönlichen Gesprächen und Unterlagen des inzwischen verstorbenen Lewin, die historischen Fakten seien genau recherchiert. Andere Elemente, wie Dialoge oder Personen, seien erfunden. „Eine reale Geschichte verwebt sich mit Fiktion.“

Zunächst veröffentlichte Bessel den Roman als eBook. Seit Januar stellte er ihn zudem bei Verlagen vor, jedoch ohne Erfolg. Da es sich nicht eindeutig um ein historisches, biografisches oder fiktionales Stück handelt, sondern um eine Mischung, fand sich niemand, der Bessels Werk drucken wollte. So entschloss sich der 43-Jährige dazu, selbst eine Finanzierung auf die Beine zu stellen – mit Crowdfunding. Das ist eine neuartige Finanzierungsvariante, die über das Internet funktioniert und auf viele Geldgeber und eher kleine Beträge setzt. Für den Druck von 200 Exemplaren benötigt Bessel 2000 Euro. Gesammelt werden diese über die Plattform startnext. Dort finden sich Informationen zum Buch, zum Autor, zum Stand der Finanzierung und die Möglichkeit, sich nach eigenem Ermessen zu beteiligen. Dabei trägt jeder Euro – vom Kleinstbetrag über ein signiertes Exemplar für 25 Euro bis hin zur Wohnzimmerlesung im Wert von 250 Euro – zum Gelingen bei.

Sind sich nach Ablauf der 44-tägigen Frist weniger als 2000 Euro auf dem Treuhandkonto, wird das Buch nicht gedruckt und alle Unterstützer erhalten ihr Geld zurück. Sollte hingegen mehr Geld zusammen kommen, werden mehr als 200 Exemplare gedruckt. Bisher kam rund ein Viertel der Summe zusammen. Es bleiben noch 30 Tage Zeit, um den Rest einzusammeln.

> Info: www.startnext.de/bratschist.

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