zur Navigation springen

Körperverletzung : Brutale Schläger müssen zahlen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Frau auf offener Straße geschlagen und getreten / Täter räumen Gewalt vor Gericht ein

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Nacheinander haben ein 38-Jähriger und sein Bruder mitten in der Stadt auf offener Straße die Ex-Frau des 38-Jährigen brutal zusammengeschlagen und getreten. Deshalb standen die Männer aus Glückstadt jetzt vor Gericht und wurden zu Geldstrafen verurteilt. Die Brüder mussten sich vor Strafrichterin Katja Komposch verantworten.

Vorausgegangen war, dass ein weiterer Bruder aus der Familie des 38-Jährigen dessen achtjährigen Sohn geschlagen hatte. Als dieser eingeschüchtert seiner Mutter davon erzählte, zog sie mit ihrem Sohn los, um ihren Ex-Mann in dessen Geschäft zur Rede zu stellen.

Dort beleidigte ihr 33-jähriger Schwager sie sofort als ,,Schlampe“, schubste sie aus dem Geschäft, schlug ihr draußen zigmal mit der Faust an den Kopf, drückte sie zu Boden, trat auf sie ein und drohte ihr, den Kopf abzuschneiden. Dann kam der Ex-Mann hinzu, der seinen Bruder zurück in das Geschäft schickte, und seine ehemalige Ehefrau ebenfalls mit Faustschlägen und Tritten traktierte. Das Ganze fand am 9. November 2013 unter den Augen des gemeinsames Kindes statt. Eine gute Stunde später drohte die Situation erneut zu eskalieren, als die geschundene Frau mit ihrem Vater und Bruder zurückkehrte zum Geschäft. Doch hier blieb es bei wüsten Beleidigungen. Zahlreiche Prellungen und Abschürfungen erlitt die 34-Jährige, noch am Tatabend attestiert im Itzehoer Krankenhaus.

Gleich zweimal ging der 38-Jährige in den Folgetagen zur Polizei und beschuldigte seine Ex-Frau und deren Vater, ihm das Handgelenk gebrochen zu haben. Am 22. Mai 2014 legte der vorbestrafte Mann dann nochmal nach. Eine 51-jährige Angestellte der Stadt Glückstadt schrieb ihn wegen Überziehung der Parkzeit auf. Er beschimpfte sie deshalb mehrfach mit den Worten: ,,Du bist ein Schwein. Verpiss Dich.“

All dies wurde bekannt bei der Zeugenvernehmung im Gerichtsprozess am Itzehoer Amtsgericht. Die türkischen Brüder gaben sich unschuldig. Obwohl seit Jahren in Deutschland lebend, benötigte vor allem der Jüngere eine Dolmetscherin. Ja, die Frau sei im Geschäft aufgetaucht, aber sie habe die beiden Männer aufs Übelste beschimpft, ihren Schwager habe sie am Hals gekratzt. Draußen sei sie dann auf ihren Ex-Mann losgegangen, habe auf ihn eingeschlagen – so der Angeklagte. Sie habe sich zudem zu Boden geworfen und selbst geschlagen und verletzt Der Anwalt unterstützte seine Mandanten: ,,Das ist im Orient so. Die Frauen schreien und werfen sich hin. Das ist nicht abwegig.“ Und auch die Rathausangestellte hat nach Aussagen des Angeklagten gelogen. Nie habe er sie beleidigt, sie sei eine Frau, die mit jedem in Glückstadt Probleme

Obwohl die Angeklagten nach den Zeugenaussagen der Ex-Frau und der Rathausangestellte immer noch bei ihren Aussagen blieben, bot Richterin Komposch den Männern gegen Geldauflagen eine vorläufige Einstellung aller Anklagepunkte an. Nach einer Verhandlungspause gaben die Brüden dann die Taten zu. „Wenn das erforderlich ist, gebe ich das gerne zu“. Sobald jeder binnen sechs Monaten 900 Euro an die 34-Jährige gezahlt hat sowie nochmals jeweils 800 Euro an Ärzte ohne Grenzen stellt die Richterin das Verfahren endgültig ein.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen