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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 12:51 Uhr

Brunsbüttels Helfer brauchen Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zurzeit 120 aktive Feuerwehrleute / Zehn hauptamtliche Kameraden eingestellt

„Wir sind da, wenn’s brennt!“ – lautet der Leitsatz vieler Feuerwehren. Es sind längst nicht mehr ausschließlich Brände, zu denen die ehrenamtlichen Brandbekämpfer ausrücken. Das Wort Feuerwehr steht in der heutigen Zeit für schnelle, kompetente Hilfe in nahezu allen Notsituationen. Hilfe, auf die sich die Menschen wie selbstverständlich verlassen. Die 112 gewählt und die freiwilligen Retter kommen angerast.

Kaum vorstellbar, dass Hilfe ausbleibt, wenn das Auto zerbeult im Graben liegt, das Haus in Flammen, die Katze auf dem Dach oder der Keller unter Wasser steht. Doch immer weniger Bürger wollen sich ehrenamtlich engagieren. Diesen Negativtrend bekommen allmählich auch die Feuerwehren in Brunsbüttel zunehmen zu spüren. Rund 120 aktive Mitglieder zählen die beiden Wehren in der Schleusenstadt derzeit zusammen. Zehn der Mitglieder sind Frauen. Zahlen, die beim ersten Hinsehen noch sehr positiv auszusehen scheinen. Aber: Es fehlen ehrenamtliche Helfer.

Um den Brandschutz, insbesondere auf der Brunsbütteler Südseite, zumindest einigermaßen aufrechterhalten zu können, sah sich die Stadt Brunsbüttel gezwungen, zu Beginn des kommenden Jahres zehn hauptamtliche Feuerwehrleute einzustellen. Eine Maßnahme, die die Situation zwar etwas entspannt, jedoch die ohnehin schon angespannte Haushaltslage der Stadt belastet und die Tatsache nicht ändert, dass weitere ehrenamtliche Helfer benötigt werden.

„Eine unserer größten Sorgen ist die Tagesverfügbarkeit. Viele Kameraden arbeiten im Schichtdienst oder außerhalb Brunsbüttels, sodass sie bei einer Tagesalarmierung nicht mit ausrücken können“, beschreibt Wehrführer Lars Kumbartzky. Das Thema Mitgliederwerbung steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Voradventszeit wurde erneut genutzt, um sich in Supermärkten sowie auf Flohmärkten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Informiert wurden die Menschen nicht nur über lebensrettende Rauchmelder und die Kfz-Rettungskarte, sondern auch über die personelle Notsituation der Brunsbütteler Feuerwehr.

„Im Zuge der Informationsveranstaltung haben wir die Bürger zu einem Mitmachtag eingeladen“, so Kumbartzky. Mit ernüchterndem Erfolg. Sowohl in Brunsbüttel-Süd als auch auf der Nordseite der Schleusenstadt nahm nicht eine Person das Angebot am Sonnabend wahr. Entmutigen lassen wollen sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehr jedoch nicht. „Wir werden auf jeden Fall im Sommer eine groß angelegte Aktion starten.“

Durch die zunehmenden Tätigkeitsfelder der Feuerwehren, den Einzug modernster Technik und damit einhergehenden Veränderungen in den Strukturen einer Wehr bietet dieses Ehrenamt jedem die Möglichkeit, sich mit seinen individuellen Stärken und Interessen in das Feuerwehrwesen einzubringen. Im vierzehntägigen Rhythmus treffen sich die Mitglieder der Feuerwehr Brunsbüttel-Stadt abwechselnd dienstags und freitags von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Wache in der Kopernikusstraße 4.

In diesem Jahr rückten die ehrenamtlichen Helfer rund 210 Mal aus um technische Hilfe bei Verkehrsunfällen zu leisten, verschlossene Türen für den Rettungsdienst zu öffnen, medizinische Ersthilfe zu leisten, Brände zu löschen und vieles mehr. 22 Fahrzeuge und jede Menge technische Geräte stehen für Einsätze zur Verfügung.

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