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Energieversorgung : Brunsbütteler Strom wird günstiger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kunden der Stadtwerke in der Schleusenstadt dürfen mit spürbarer Ersparnis im kommenden Jahr rechnen.

Das wird die meisten Kunden der Stadtwerke Brunsbüttel (SWB) freuen: Mit Jahresbeginn 2015 wird der Strom günstiger. Lediglich wer außerhalb der Grenzen der Schleusenstadt seinen Strom von den SWB bezieht, zahlt den unveränderten Preis für die Kilowattstunde.

Dass die Preissenkung nur an etwa 2400 der 3000 Stromkunden weitergereicht wird, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Wulff mit den unterschiedlichen Netzentgelten. Außerhalb Brunsbüttels kassiert Eon Netz für durchgeleiteten Strom einen höheren Betrag als die Stadtwerke in Brunsbüttel. Dort gehört den SWB das Netz. Somit kann Wulff geringere Betriebskosten für den Kernbereich des 2008 gegründeten städtischen Unternehmens kalkulieren. Wie die Senkung zustande kommt, ist ein kompliziertes Verfahren, das die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde genau im Blick hat. 2012 hätten die SWB höhere Netzentgelte kalkulieren können, den Nachschlag dafür durften sie sich in diesem Jahr genehmigen. Das Geschäftsjahr 2013 bildet beim Netzentgelt eine Art Mittelwert, mit der Folge, dass die SWB eben diese Abgabe für 2015 senken muss.

Den Kunden wird es egal sein, welches Prinzip dahinter steckt. Der durchschnittliche Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr wird etwa 74 Euro einsparen. Zufällig genau der Betrag, den die SWB als einmalige Grundgebühr kassieren. Derzeit kostet die Kilowattstunde Strom bei den SWB 25,50 Cent, ab Januar sind es dann nur nur noch 23,65 Cent. Andreas Wulff hofft, das sich die Kalkulation des Netzentgelts auf ein stabiles Niveau einpendelt, so dass die Kunden von Schwankungen der Stromkosten weitgehend verschont werden. Das Netzentgelt innerhalb Brunsbüttels fällt auch für die Kunden anderer Versorger an. Wulff ist gespannt, wie diese auf die Senkung reagieren werden. Begünstigt wurde die Tarifsenkung zudem durch den günstigeren Einkauf des für das kommende Jahr erwarteten Stromkontingents.

Wulff hat bereits das nächste ehrgeizige Ziel vor Augen: Die Stadtwerke Brunsbüttel als Netzbetreiber möchten im nächsten Jahr Grundversorger in der Schleusenstadt werden. Dann kommt zunächst automatisch jeder als neuer Kunde hinzu, der innerhalb der Stadtgrenzen einen Stromanschluss neu anmeldet. Dafür genügt schon ein Umzug. Beim Erdgas mit derzeit 2000 Kunden sei der Grundversorgerstatus schon greifbar, beim Strom soll das spätestens im Sommer 2015 der Fall sein.

Ein weiteres Standbein des Unternehmens sieht Andreas Wulff auf dem Wärmsektor. So planen die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk beim Freibad. Dort ist die Heizung seit langem marode. Angebunden werden soll über eine 500 Meter lange Versorgungsleitung die Heizung der Boy-Lornsen-Grundschule, die beim Starkregen im vorigen Jahr schwer beschädigt wurde. 300 000 Euro sollen in das Projekt investiert werden. Warmwasser für das Freibad soll ab Mai produziert, die Schulheizung ab Herbst 2015 aus dem Blockheizkraft gespeist werden. Der bei der Wärmeproduktion anfallende Strom wird ins Stadtwerke-Netz eingespeist.

Insgesamt, so Wulff, sei das Unternehmen drei Jahre nach dem offiziellen Betriebsbeginn bereits auf einem guten Weg. Die Stadt profitiere bereits durch die Gewerbesteuer der SWB. Nur eines trübt in diesem Jahr den Geschäftserfolg: ausgerechnet die lange Warmperiode. Milder Winter, warmes Frühjahr und sommerliche Temperaturen noch im Oktober ließen den Gasverbrauch massiv einbrechen. 20 Millionen Kubikmeter weniger als kalkuliert konnte Wulff verkaufen. Das wird auf die Bilanz durchschlagen, ist ihm klar. Aber er weiß auch: „Das kann nächstes Jahr schon wieder ganz anders aussehen.“

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erstellt am 06.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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