Brunsbütteler Kinder lesen weniger

Hofft, dass sich noch mehr Kinder für den Ferienleseclub anmelden: Büchereileiterin Ingrid Drzemba.
Hofft, dass sich noch mehr Kinder für den Ferienleseclub anmelden: Büchereileiterin Ingrid Drzemba.

Ferienleseclub der Stadtbücherei verzeichnet deutlich weniger Anmeldungen als 2014

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25. Juli 2015, 13:29 Uhr

Seit acht Jahren beteiligt sich die Brunsbütteler Stadtbücherei am Ferienleseclub, einer Aktion zur Leseförderung unter Federführung der Landesbüchereizentrale. Diesmal allerdings ist Büchereileiterin Ingrid Drzemba nicht so recht glücklich mit den Anmeldezahlen. Eine Woche nach Beginn des Leseclubs haben sich gerade mal 69 Jungen und Mädchen angemeldet. Im vorigen Jahr waren es noch 106 Kinder, die sich in den Sommerferien mit Lektüre eingedeckt hatten und es auf insgesamt 782 Entleihungen brachten.

Die Vielleser sind vor allem Mädchen, hat die Büchereileiterin beobachtet. 39 Schüler hatten jeweils mindestens sieben Bücher durchgeschmökert. „Das ist für sechs Ferienwochen eine ganze Menge“, betont Ingrid Drzemba. Wer so viel liest, wird am Ende der Aktion auch mit einer goldenen Urkunde belohnt. Ob die Bücher zu Hause nur einstaubten oder tatsächlich gelesen wurden, wird bei einem einfachen Kurztest zum Inhalt abgefragt. Eine Urkunde bekommt aber jedes Kind, das wenigstens ein Buch ausgeliehen hat. Und noch, sagt Drzemba, sei es nicht zu spät, sich beim Ferienleseclub anzumelden. Das dürften Kinder auch allein, Kosten entstehen ohnehin nicht. Freitag, 4. September, treffen sich die fleißigen Leseratten zur Abschlussparty mit Musik, Spaß und Imbiss sowie der Übergabe der Urkunden. Die Teilnahme an der Ferienaktion kann sogar im Zeugnis bescheinigt werden. Unter der Zielgruppe der Neun- bis 17-Jährigen tun sich die Fünft- und Sechsklässler besonders hervor. Dann lässt das Interesse nach.

Unterstützung bekommt die Stadtbücherei für ihre Beteiligung nicht. Dabei, sagt Drzemba, gelte es doch stets, viele Neuerscheinungen in den Regalen zu haben. Das bedeutet in diesem Jahr, dass von den 356 Büchern für den Ferienleseclub die Hälfte aktuell ist. „Das müssen wir aus eigener Kraft schultern – was wir eigentlich nicht können.“ Zum Glück gibt es den Lions-Club, der den Ankauf von 73 Büchern finanziert hat.

Ohne Einschränkung der Öffnungszeiten ist die Brunsbütteler Stadtbücherei am Bildungszentrum auch in den Sommerferien erreichbar. Mit 27  500 Medien vom Buch übers Spiel und die DVD bis hin zum E-Book verfügt das Büchereiteam über eine breite Angebotspalette. Wobei die E-Books online über die Landesbüchereizentrale geladen werden. Da sieht Ingrid Drzemba noch Verbesserungsbedarf. Denn die Verlage seien nicht gewillt, mehr als eine Ausgabe pro Titel zur Verfügung zu stellen. Das bedeute Wartezeiten. Die Nutzung der digitalen Lektüre nimmt dennoch zu. Als die Stadtbücherei 2013 mit der so genannten Onleihe begann, wurden 1500 E-Books ausgeliehen, voriges Jahr waren es schon 3800.

>Infos: www.ferienleseclub.de

>Abschlussparty in der Brunsbütteler Bücherei: 4. September, 17 bis 19 Uhr.

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