Im Aufwind : Brunsbüttel Ports wächst weiter

Wo das alte Verwaltungsgebäude stand ist jetzt Platz für die Schwerlastfläche.
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Wo das alte Verwaltungsgebäude stand ist jetzt Platz für die Schwerlastfläche.

7300 Quadratmeter neuer Lagerplatz: Elbehafen zum Umschlagplatz für Windkraftanlagen und Schwerlast-Güter ausgebaut.

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22. Juni 2015, 12:00 Uhr

35 Meter lange Flügel, ein Turmsegment und andere Bauteile mehrerer Windkraftanlagen liegen derzeit im Elbehafen. Sie entsprechen zum Teil nicht mehr der neuesten Norm, sind veraltet und sollen zum Wiederaufbau nach Südeuropa verschifft werden. Die Bauteile sind nicht nur groß sondern auch schwer. Sie wiegen mehrere Tonnen. Um solche Stückgüter zu lagern und umzuschlagen braucht es eine geeignete Fläche. Platz, den die Geschäftsführung der Brunsbüttel Ports GmbH künftig für Aufträge dieser Größenordnung ohne extra Aufwand bereithalten kann. Die Hafengesellschaftsbetreiber Frank Schnabel und Hans Helmut Schramm haben jetzt eine 7300 Quadratmeter große, neue Lagerfläche für schwerlastige Stückgüter eingeweiht – eine 1 Millionen Investition, mit der Brunsbüttel Ports auf Wachstumskurs geht.

Der Platzbedarf sei unübersehbar gewesen. Kaum war die Fläche frei gegeben, da seien auch schon Kollegen gekommen, um den ersten Bedarf anzumelden, so Geschäftsführer Frank Schnabel. Seeschiff aus Emden, Magdeburg und Schweden haben schon Bauteile für den Weitertransport in zurzeit entstehende Onshore-Windparks in Dithmarschen und Steinburg angeliefert. Sie wurden mit Kränen von Bord gehievt und auf Rolltrailer geladen und lagern jetzt frei beweglich auf der neuen Fläche hinter dem neuen Verwaltungsgebäude, wo früher das alte Verwaltungsgebäude stand.

Die großen Flügel hingegen gehören zu einer Repowering-Anlage. Sie sind mit ihren 35 Metern vergleichsweise kurz zu neuen Anlagen, bei den ein Flügel schnell an die 70 Meter misst. Vier Wochen verbleiben sie im Elbehafen bis es mit dem Schiff ins europäische Ausland geht.

Schnabel hofft, dass sich bald noch mehr Kunden für Brunsbüttel als Umschlaghafen für Schwerlaststückgüter entscheiden werden. „Wir sind jetzt schon beim Repowering dabei“, betont er. Bislang liege das Import-Export-Verhältnis zwar bei 90 zu 10 Prozent. Doch Schnabel ist sicher, dass sich dieses Verhältnis mit den neuen Möglichkeiten durch die neue Schwerlastfläche, die mit einer besonderen Halbstarren-Deckschicht ausgestattet ist, ändern wird. Der neue Lagerplatz sei ringsum mit einem Schutzzaun umgeben und baulich besonders geeignet um hohe Punkt- und Flächenlasten auszuhalten – für um die 400 Tonnen Schwerlast pro Quadratmeter ist die Logistikfläche ausgelegt, die Brunsbüttel, wenn es nach Schramm und Schnabel geht, zu dem Umschlagplatz für Windkraftanlagen für den Südwesten Schleswig-Holsteins machen soll.

Das würde auch die Straßen entlasten, ist Frank Schnabel überzeugt. „Wir sind jetzt in der Lage, noch mehr über das Wasser wegzubringen“.Doch auch für den Fall, dass sich Winkraftanlagen-Betreiber unerwartet für einen anderen Hafen als Umschlagplatz entscheiden, hat der Brunsbüttel Ports Geschäftsführer den passenden Plan B in der Tasche: „Wir haben die Fläche gleich so gebaut, dass sie nach dem Wasserhaushaltsgesetz als WHG-Fläche geeignet ist“, sagt Schnabel. Bei so einer Fläche wird abfließendes Regenwasser in einem extra Behälter aufgefangen, anstatt unkontrolliert zu versickern. Die Fläche wäre somit auch für Gefahrgüter der Chemieindustrie geeignet, erklärt Frank Schnabel die mehrfache Nutzbarkeit.

In Anbetracht der bereits bestehenden Nachfrage sieht er Zukunft jedoch positiv entgegen. „Solange die Onshore-Energie so boomt, wie sie es jetzt tut, bin ich für die nächsten Jahre optimistisch.“

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