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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 07:23 Uhr

Brunsbüttel holt Knirpse in die Wehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brandschutzgesetz macht es möglich: Schon Sechsjährige dürfen zur Feuerwehr / Erste Nachwuchsabteilung dieser Art in Dithmarschen

„Nun können wir endlich loslegen“, freut sich Ortswehrführer Michael Elies und verkündet stolz: „Brunsbüttel, und somit auch der Kreis Dithmarschen, bekommt seine erste Kinderfeuerwehr.“ Bereits zu Beginn des Jahres hatten sich die ehrenamtlichen Brandbekämpfer der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel-Ort einstimmig dafür ausgesprochen, eine Abteilung für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zu gründen. Eine Idee, die in Brunsbüttel auf breite Unterstützung stieß. Sowohl die Feuerwehr Brunsbüttel-Stadt als auch die Ratsversammlung erklärten sich bereit, sich nach besten Kräften für die Idee einzusetzen und bei der Umsetzung zu helfen. „Uns war es wichtig, dass diese Gruppe auch wirklich unserer Feuerwehr angehört und nicht über einen Förderverein getragen wird, wie es einige Wehren handhaben“, so Elies. Eine zum ersten Januar gültige Änderung im schleswig-holsteinischen Brandschutzgesetz durch den Landtag ebnete den Weg für die Einführung einer solchen Nachwuchsabteilung.

Doch bislang fehlen in Schleswig-Holstein noch immer genaue Informationen, wie die Wehren eine solche Gruppe von „Löschzwergen“ in bestehende Strukturen wirklich rechtssicher integrieren können, denn es handelt sich um junge Menschen, die einer besonderen Fürsorge bedürfen. Sowohl geistig als auch körperlich bringen sie andere Voraussetzungen mit, als es bei Jugendlichen und Erwachsenen der Fall ist und somit sind die jüngsten Mitglieder in der Feuerwehr in einem erhöhten Maße schutzbedürftig.

„Viele der notwendigen Informationen, die wir brauchten, haben wir uns bei einer befreundeten Wehr in Lüneburg geholt. Die hat bereits seit einigen Jahren eine Kinderfeuerwehr und verfügt somit über ausreichend Erfahrungen“, nannte der Ortswehrführer den Grund für die etwas längere Pause, in der dieses Thema nicht weiter in die Öffentlichkeit getragen wurde. Alle Unklarheiten wurden derweil beseitigt, und auch von der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse gab es grünes Licht, dass alle Mädchen und Jungen in der Kinderfeuerwehr ebenso wie die Betreuer versichert sind.

Im Rahmen eines Schnuppertags am 11. Oktober ab 15 Uhr möchte das achtköpfige Team um Wehrführer Michael Elies nicht nur sich und das Ausbildungskonzept interessierten Eltern vorstellen, sondern besonders den Kindern einen Einblick darüber liefern, was sie in der Kinderfeuerwehr erwartet.

Auf dem Dienstplan der jungen „Löschzwerge“ stehen vor allem Basteln, Bewegung sowie spielerische Brandschutzerziehung und soziales Kompetenztraining. „Wir möchten die Kinder behutsam an das Thema Feuerwehr heranführen“, sagt Jennifer Bielenberg (20). Gemeinsam mit Annika Engels (21) übernimmt sie die Leitung der Kinderfeuerwehr. Das erste offizielle Treffen der Brunsbütteler Kinderfeuerwehr findet dann am 7. November um 10 Uhr in der Feuerwache Brunsbüttel-Ort statt. Weitere Treffen sind jeweils für den ersten Sonnabend im Monat von 10 bis 12 Uhr vorgesehen. „Wir haben die Gruppenstärke zunächst einmal auf 15 Kinder begrenzt“, so der Wehrführer. Damit soll nicht nur die Sicherheit der jüngsten Feuerwehrmitglieder gewährleistet werden, sondern auch die Möglichkeit für die Ausbilder, ganz individuell auf die Mädchen und Jungen einzugehen.

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