Brunsbüttel gegen Rassismus

etriebsleiter Claus Moritz (li) setzte gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Mohrdieck ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.
etriebsleiter Claus Moritz (li) setzte gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Mohrdieck ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Gemeinnütige Hoelp GmbH hat ihre Fahrzeuge mit klarer Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit versehen

shz.de von
24. Juli 2015, 11:21 Uhr

„Für Vielfalt gegen Rassismus“ lautet das gemeinsame Motto der Arbeiterwohlfahrt und der Hoelp. Mit einer groß angelegten Kampagne möchten der Wohlfahrtsverband sowie die gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft ein deutliches Zeichen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit setzen. Ein Teil der Aktion ist es, sämtliche Dienstfahrzeuge der sozialen Organisation in den Kreisen Steinburg, Dithmarschen und Pinneberg mit großen Aufklebern zu versehen, die das Motto nach außen tragen und damit einhergehend für eine offene, friedvolle, multikulturelle Gesellschaft werben.

„Besonders im Hinblick auf die steigende Zahl der Flüchtlinge aus Krisenregionen und die Probleme der Unterbringung in Schleswig-Holstein muss verstärkt für mehr Verständnis geworben werden“, erklärt Hoelp-Leiter Alexander Rose. Begeistert von der Aktion zeigte sich Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Dieser ließ sich nicht lange bitten und erklärte sich sofort bereit, beim Bekleben der in der Schleusenstadt befindlichen Hoelp-Fahrzeuge zu helfen.

Die Aufkleber-Aktion findet am Freitag, 25. September ihren krönenden Höhepunkt im Zuge einer Abschlussveranstaltung. Dabei werden alle 40 Fahrzeuge der Hoelp und Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf dem Wochenmarktplatz an den Malzmüllerwiesen in Itzehoe zusammenkommen und so noch einmal auf die latente Fremdenfeindlichkeit hinweisen. Grund genug, sich dagegen Rassismus zu wehren, sieht Alexander Rose in einem Beispiel aus der Schleusenstadt: „In der Nähe zu unserem Sozialkaufhaus hatten wir einen Fall von massivem, öffentlichen Fremdenhass. Dabei wurden Menschen verbal angegriffen und anschließend noch mit Hilfe des Internets gedemütigt“, erinnert Rose. Die Übergriffe seien gefilmt und anschließend ins Netz gestellt worden. Die beteiligten Personen, von denen die Beleidigungen ausgingen, erhielten daraufhin unbefristetes Hausverbot in allen Hoelp-Einrichtungen. „Wir können und wollen solch ein Verhalten nicht tolerieren“, betont Rose.

Auch die Mitarbeiter der gemeinnützigen Organisation, deren Gesellschafter Diakonisches Werk Dithmarschen und der AWO-Kreisverband sind, würden regelmäßig geschult und über die Situation der Flüchtlinge aufgeklärt, berichtet Rose. Dies erfolgt schon im eigenen Interesse. Schließlich bemüht sich Hoelp, Menschen wieder fit zu machen für die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Falsches Konkurrenzdenken zwischen Beschäftigten und Flüchtlingen gilt da nicht als förderlich für das Miteinander.

>Info: www.hoelp.de

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